Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Kultur Stargeiger David Garrett begeistert in Schwerin
Nachrichten Kultur Stargeiger David Garrett begeistert in Schwerin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:13 23.05.2019
Stargeiger David Garrett am Mittwochabend in der Schweriner Sport- und Kongresshalle: Auf seiner „Unlimited – Greatest Hits“-Tour machte er gemeinsam mit seiner Band und der Neuen Philharmonie Frankfurt Station in der Landeshauptstadt. Quelle: Ove Arscholl
Schwerin

Zuckende Lichtblitze, Videoanimation, ein von der Decke schwebender Geiger und Rock- und Pop-Klassiker mit Mitklatsch-Garantie: Auf seiner „Unlimited – Greatest Hits“-Tour machte David Garrett am Mittwoch mit seiner Band und der Neuen Philharmonie Frankfurt Station in Schwerin. Bei seinem Auftritt in der Kongresshalle setzte der Geiger vor allem auf eine pompös inszenierte Show für die breite Masse und wurde dafür von rund 4600 Fans gefeiert.

Flickenjeans und Boots

In zerrissener blauer Flickenjeans mit T-Shirt, Jackett und Boots steht der 38-Jährige auf der Bühne, die Geige zwischendurch lässig unters Kinn geklemmt. „Für mich ist das ein bewegender Abend. Ich bin mittlerweile seit zehn Jahren weltweit unterwegs und dieses Jubiläum möchte ich mit euch feiern“, ruft er den Fans zu. Die Tour zu seinem zehnjährigen Crossover-Jubiläum ist zugleich ein Dankeschön an Fans und langjährige Wegbegleiter. Denn: Vor zehn Jahren nach seinem Studium an der New Yorker Juilliard School setzte Garrett zum persönlichen musikalischen Befreiungsschlag an, löste sich aus seinem klassischen Korsett und begann Crossover-Musik zu machen – eine Mischung aus Rock, Pop und Klassik.

Unlimited Greatest Hits-Tour

Ganz abgelegt hat er das klassische Korsett jedoch nie. „Rockmusik ist ein wichtiger Teil in meinem Leben, trotzdem bleibt die Klassik mein Fundament“, sagte er in Schwerin. Und so hat er neben seiner neuen Show mit Videotechnik, Live-Bild und Ideen aus Computerspielen, an der er seit einem Jahr mit einem 16-köpfigen Produktionsteam bastelt, viele seiner Lieblingssongs der vergangenen zehn Jahre im Gepäck. Die Bandbreite reicht von Aerosmith und Metallica über Nirvana, die Beatles und Queen bis hin zu ACDC oder dem Led-Zeppelin-Klassiker „Stairway to Heaven“, den Garrett mit der E-Geige zum Besten gibt. Auch klassische Stücke interpretiert er neu. Dabei geht der Geiger jedoch kein Risiko ein, sondern setzt vor allem auf bekannte und melodische Klassiker.

„Ich kriege heute noch Gänsehaut“

Dennoch hat man den Eindruck, dass Garrett mehr auf visuelle Effekte als auf seine Virtuosität setzt und hin und wieder droht in dem überbordenden Licht- und Soundspektakel unterzugehen. Positive Ausnahme bildet das Klassik-Stück „Clair de Lune“ von Claude Debussy, das Garrett akustisch weitgehend reduziert präsentiert: „Ich kriege heute noch Gänsehaut, wenn ich es spielen darf“, verrät er. Der dritte Satz der Klaviersuite, die Garrett auf dem Klavier sitzend in einen Lichtkegel getaucht spielt, bleibt leider der einzige Gänsehautmoment der Show.

Stattdessen heißt es, rocken, mitklatschen, die Chips knacken lassen und sich entspannt von der Musik berieseln lassen. Und das ist durchaus gewünscht. Immer wieder fordern Garrett und seine Musiker die Besucher zum Mitklatschen auf. Mit seinen Kompositionen bedient er vor allem die gängigen Hörgewohnheiten. Auch derjenigen, die sich sonst vielleicht nicht für klassische Musik begeistern. Garrett wirkt bodenständig und nahbar, geht durchs Publikum und holt einen achtjährigen Jungen auf die Bühne. Und seine sympathische Art kommt auch beim Publikum an, das ihn nach der rund zweistündigen Show mit Standing Ovations feiert. Vor allem die weiblichen Besucher sind begeistert: „Was mir an ihm gefällt, ist sein Aussehen. Da geht es mir so wie sicher vielen anderen Frauen auch“, sagt Angela Iovu (38) aus Schwerin und lacht. „Er ist ein Weltstar mit wunderschönen Augen", schwärmt auch Yvette Leuschner (60) aus Leezen. Tordis Höring hingegen legt ihr Augenmerk auf etwas völlig anderes: „Ich gucke immer, was für Schuhe er anhat“, sagt die Schwerinerin. „Die lässt er sich in Parchim machen, das habe ich in einem Interview gelesen.“

Stefanie Büssing

1001 Nacht auf der großen Leinwand: Guy Ritchie lässt in der Realverfilmung von „Aladdin“ (Kinostart am 23. Mai) für Disney den Dschinn aus der Flasche. Ein Märchen, das bei genauem Hinsehen gar nicht aus der Zeit gefallen ist.

22.05.2019

Staraufgebot bei den Filmfestspielen in Cannes: Leonardo DiCaprio sorgte nicht nur auf dem roten Teppich für Aufregung – sondern auch bei den Journalisten, die zur Pressekonferenz mit dem Superstar durften.

23.05.2019

Neue Abenteuer für Ragnars Wikingernachfahren, eine sehenswerte Thrillerkomödie auf Hitchcocks Spuren, Emily Blunt als gute Zauberin in den Schuhen von Julie Andrews, ein wohlchoreografierter Rachefilm um einen mordlustigen Computerchip, und noch ein Superheld mit langen Haare, Rock’n’Roll-Optik und Sixpack: dies und mehr in den DVD-Tipps von Matthias Halbig.

22.05.2019