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Stars Queen of Rock’n’Roll kommt mit neuem Album nach Rostock
Nachrichten Kultur Stars Queen of Rock’n’Roll kommt mit neuem Album nach Rostock
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11:43 29.03.2019
Suzi Quatro Quelle: SPV-Promo
Hamburg

Wie ist Dein neues Album entstanden? Wer war dabei?

In den letzten Jahren, wann immer ich Musik veröffentlicht habe, wollte mein Sohn [Richard Tuckey; Anm. d. Redaktion] schon mit mir zusammen arbeiten. Er spielt Gitarre, spielt in Bands und macht eigentlich seine eigenen Sachen. Aber er hatte mich immer mal wieder gefragt und irgendwie hat es sich nicht ergeben. Also hat er schließlich gesagt, ich möchte „jetzt“ mit Dir zusammen arbeiten und ich dachte – okay!? Er hat mir ein paar Riffs gezeigt und ich sagte, damit lässt sich arbeiten. Und dann schrieben wir „Don’t do me wrong“ und gingen ins Studio, um ein paar Demos aufzunehmen. Und dann entwickelte sich „Bass Line“ – und als wir so drei oder vier Songs zusammen hatten, drehte ich mich zu unseren Produzenten um und sagte: „Wir machen ein Album!“ Und sie sagten: „Ja, genau.“ Sie meinten es alle ernst. Also haben wir wieder die Köpfe zusammen gesteckt und haben geschrieben, geschrieben, geschrieben... Was ich machen wollte, war, kreativ komplett frei zu sein, mir nicht reinreden zu lassen und etwas abzuliefern, was ich bin. Ich wollte nichts erzwingen. Wenn ein Song einen bestimmten Klang hatte, sollte er ihn eben behalten. Und das hat geklappt. Das Album ist Suzi. Total. Es ist organisch, echt, energiegeladen und hat diese typische Suzi-Quatro-Attitüde. Mit meinem Sohn zu arbeiten, hat irgendwie meinen Suzi-Quatro-Knopf ausgelöst.

Zum ersten Mal?

Dieser Knopf war nie weg. Aber er hat es irgendwie geschafft, diesen Original-Knopf noch einmal zu drücken. Er ist natürlich deutlich jünger als ich. Er ist 34, ich bin 68. Normal, er ist ja mein Sohn. Aber er hat ja erlebt, wie ich mich entwickelt habe, war mit mir unterwegs, seit er ein Kind war. Er mochte diese Original-Suzi, was immer das auch war. Aber genau diese Suzi Quatro wollte er haben – und dann kam er und hat sie aus mir raus geholt.

Also sind alle Stücke auf dem Album von Euch beiden?

Abgesehen von „Love isn’t fair“, „Going down Blues“ und dem Bonus-Track „Heart on the Line“ – die habe ich allein geschrieben. Aber der Rest ist von uns beiden, ja.

Der Song „Love isn’t fair“ klingt irgendwie nach Urlaub in der Karibik...

Ich weiß. Es ist ein Margherita-Song, oder? Wie gesagt, jedes Lied hat seine eigene Persönlichkeit entwickelt. Ich habe einfach nur Bass gespielt „dumm ba daaa da, dumm ba daaa da, dumm“ und dann fiel mir diese Zeile ein: „Love isn’t fair“. Fertig war das Lied. Es ist anders, ganz anders als der Rest. Aber ich habe es so gelassen. Es ist ein fröhlicher Song mit einer ernsten Nachricht. Aber er lässt einen schmunzeln.

Ein anderer Song heißt „Going home“...

Hmmmm – den mag ich.

...was bedeutet Zuhause für Dich? USA? England? Deutschland?

Okay, meine emotionale Heimat ist Detroit. Mein Zuhause, wo ich Wurzeln geschlagen habe als Erwachsene, ist England. Dort bin ich seit 1980, meine Kinder sind dort geboren und aufgewachsen. Und ich habe natürlich eine starke Verbindung zu Deutschland. Ich bin jetzt seit 25 Jahren mit meinem Mann verheiratet und er ist Deutscher. Aber Detroit bleibt in meinem Herzen. Also, ich habe drei Zuhauses.

Wenn Du Lieder schreibst – was kommt zuerst? Musik? Text?

Jeder Song ist anders. Jetzt mit meinem Sohn war es oft so, dass er mit einem Riff kam und daraus was entstanden ist. Aber wenn ich das allein mache, dann habe ich oft zuerst den Titel des Songs. Und wenn ich einen Rock’n’Roll-Song schreibe, dann meist mit der Gitarre. Und ich bin ziemlich schlecht an der Gitarre, ich spiele nun mal Bass. Und dadurch entstehen immer sehr einfache Songs. Wenn ich was Kompliziertes schreiben möchte, mach ich das am Klavier. Jetzt bei „No Control“ war es zum Beispiel so, dass mein Sohn anfing zu spielen und dann meinte, er wisse gar nicht, ob er mir das vorspielen soll, es wäre recht heavy. Aber ich mochte es sehr. Und er meinte: „Alles, was ich sagen will, ist, kontrollier nicht meine Seele.“ Und so entstand dieser Song. Ich glaube, so in 15 oder 20 Minuten war er komplett fertig. Also haben wir ihn direkt aufgenommen. Und in dem Moment, als ich zu singen anfing, fühlte es sich an, als würden wir gerade einen Hit landen. Mit „Macho Man“ war es dann später so ähnlich.

Hast Du einen Lieblingssong auf dem Album?

Oh, da habe ich verschiedene aus verschiedenen Gründen. Ich liebe „Going down Blues“, weil es ein Traum für jeden Musikers ist. Welches Instrument Du auch spielst, bei diesem Song hat mein eine tolle Zeit. Es sind Hörner drin, Hintergrundstimmen, großartige Bass-Lines, tolle Drums, tolle Keyboards. Einfach alles. Dann mag ich „No Control“, der ist exzellent. Zu „Macho Man“ kann man headbangen. Und ich mag die Bonus-Tracks, die Du noch nicht kennst. Da spiele ich Akustik-Gitarre. Oh – und natürlich „Strings“. Das ist der ungewöhnlichste Song, den ich je geschrieben habe. Ich weiß nicht, wo der herkam. Aber ich erinnere mich, dass mein Sohn sagte, ich hätte bei der Arbeit daran alle verrückt gemacht. Alle waren konzentriert und machten ihre Aufgaben und ich hörte nicht auf, immerzu „Strings“ zu singen. „Strings!“ Immer wieder „Strings!“ Und irgendwann sagte Richard: „Mom, wir haben es jetzt verstanden.“ Diese schrille imitierte Stimme, die ich da habe, ist aber auch irgendwie die Essenz des Songs.

Warum heißt das Album „No Control“?

Weil es das ist, was es war. Niemand hatte die Kontrolle. Niemand hat rein geredet, hat mir gesagt, was ich machen, singen, spielen oder schreiben soll. Ich war völlig frei. No Control!

Suzi Quatro (68) plaudert im Hamburger Hardrock Café mit OZ-Mitarbeiter Ove Arscholl über ihr aktuelles Album "No Control". Quelle: Ove Arscholl

Wieso spielst Du Bass?

Ich konnte bereits Percussion und Klavier spielen. Und als wir mit dieser Mädchen-Band anfingen, als ich 14 Jahre alt war, suchte sich jeder ein Instrument aus. Und wahrscheinlich war ich die Langsamste, jedenfalls hieß es: „Du spielst Bass.“ Und das war okay für mich. Also fragte ich meinen Vater nach einer Bassgitarre und er gab mir diese 1957er „Fender Precision“. Und ganz ehrlich – als ich sie umhängte und loslegte, dachte ich: „Ja, das ist es. Das bin ich.“

Hattest Du Vorbilder?

Ja, James Jameson von Motown. Dann mochte ich Canned Heats Bassisten sehr. Und ich mochte Donald „Duck“ Dunns Bass-Spiel, der damals in Otis Reddings Band war. Ja, das sind die drei.

Vor zwei Jahren hast Du mit Andy Scott von Sweet und Don Powell von Slade ein Album gemacht. Seid Ihr noch in Kontakt für neue Projekte?

Wir sind gute Freunde. Und wir haben ein wundervolles Album zusammen gemacht und waren auch auf Tour. In Australien haben „Quatro, Scott & Powell“ im Vorprogramm von Suzi Quatro gespielt. Also habe ich mich quasi selbst supportet. Erst war ich Bassistin bei der Vorband und dann habe ich mich umgezogen und kam als Suzi Quatro wieder auf die Bühne. Das war echt komisch. Wir sind alle sehr stolz auf das Album. In Australien kam es auf Platz 16. Hier hat man leider nicht so viel Geld in die Hand genommen, deshalb hatte es nicht so gute Chancen. Also, man soll ja niemals nie sagen. Wer weiß, vielleicht kommen wir nochmal zusammen. Aber geplant ist es erstmal nicht.

In den 70ern hast Du sechs Bravo-Ottos bekommen. Hast Du die noch?

Ja, klar. Die stehen im Esszimmer. Da sind auch alle meine goldenen Schallplatten und das alles. Jeder Preis ist speziell und ich bin auf jeden einzelnen stolz.

Hast Du je eine goldene Schallplatte aufgelegt und abgespielt?

Ja – aber da ist man nie selbst drauf zu hören. Sie nehmen einfach irgendwelche Platten und vergolden sie.

Im Mai kommst Du nach Rostock. Was können Deine Fans erwarten?

Es wird eine zweistündige Show mit allen großen Suzi-Hits werden, die man von mir kennt und erwartet – und es gibt mindestens zwei Stücke vom neuen Album.

Ove Arscholl

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