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Kultur Sturm auf das Kniepertor
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01:22 16.07.2015
Einmal in das Kostüm einer Dienstmagd oder einer feinen Kaufmannsdame schlüpfen: Der Festumzug zu den Wallensteintagen lebt vom Mitmachen der Stralsunder. Jeder kann dabei sein. In diesem Jahr startet der Umzug am 24. Juli um 16 Uhr am Hansa-Gymnasium.
Einmal in das Kostüm einer Dienstmagd oder einer feinen Kaufmannsdame schlüpfen: Der Festumzug zu den Wallensteintagen lebt vom Mitmachen der Stralsunder. Jeder kann dabei sein. In diesem Jahr startet der Umzug am 24. Juli um 16 Uhr am Hansa-Gymnasium.
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Stralsund

Kostüme werden aufgehübscht, Kanonen in Stellung gebracht, Händler-Buden aufgebaut. Gaukler und Musiker ölen noch einmal ihre Stimmen — die Wallensteintage nahen. Vom 23.

bis 26. Juli findet das Historienspektakel anno 2015 statt. Nach altem Brauch werden die Stralsunder daran erinnern, dass es den kaiserlichen Truppen unter Führung Wallensteins nicht gelang, die Stadt einzunehmen. Obwohl der sich so sicher war, dass er es schaffen würde, auch wenn Stralsund mit Ketten am Himmel hängt...

Wie die Schlacht so ausgesehen haben könnte, das soll am nächsten Wochenende mit einem Sturm auf das Kniepertor nachgestellt werden. „Natürlich greifen wir in unserem Programm gern auf bewährte Elemente zurück, wollen aber auch immer etwas Neues zeigen“, sagt Cheforganisator Wolfgang Michallik von der Agentur Basic Events. Deshalb sind die Vorführungen der rund 120 Landsknechte mit Kanonendonner und Pulverdampf nicht auf der Hansa-Wiese, sondern direkt vor dem bekannten Stadttor am Theater vorgesehen. Jeweils am Samstag um 17 Uhr und am Sonntag um 15 Uhr.

Und auch das ist neu: neben dem Barockfeuerwerk, das am Samstag um 23 Uhr auf dem Alten Markt stattfindet, gibt es bereits am Freitag um 23 Uhr ein großes Feuerwerk am Hafen. Wer sich vorher den Pestzug auf dem Alten Markt (Beginn um 22 Uhr) anschaut, schafft es auf alle Fälle noch bequem zu diesem Lichtertanz über dem Strelasund. Die Raketen werden von einem Ponton auf dem Wasser abgeschossen und sind von der Hafeninsel aus gut zu sehen, verspricht Michallik.

Ansonsten werden die „Big points“, wie Michallik es nennt, solche beliebten Programmpunkte sein, wie der historische Händlermarkt vor dem Rathaus oder der Festumzug in historischen Kostümen. 300 Anmeldungen gibt es bereits. Michallik rechnet am Ende mit mindestens 500 Menschen, die Spaß am Verkleiden haben und gern in die historischen Gewänder von Mägden, Knechten und Kaufleuten aus dem Theaterfundus schlüpfen.

Bei den Kostümen geraten die Veranstalter allerdings langsam an die Grenzen. „Da immer mehr Kinder mitmachen, müssen wir uns hier etwas einfallen lassen“, sagt Michallik. Umso mehr freue man sich, wenn die Teilnehmer — die übrigens nicht nur aus Stralsund und Umgebung, sondern auch aus Berlin kommen, eigene Kostüme mitbringen. So wie zwei Reiter, die die Kutschenparade unterstützen.

Der Festumzug beginnt am nächsten Freitag um 16 Uhr am Hansa-Gymnasium, wird durch die Altstadt bis zum Hafen und zurück zur Hansa-Wiese führen. Dort werden die Teilnehmer dann gemeinsam anstoßen.

Und Bürgerschaftsmitglieder wollen symbolisch den Gilde-Schwur erneuern, die Treue auf ihre Stadt schwören.

Bereits ab kommenden Montag treten die ersten Straßensperrungen zum Aufbau der Händler-Stände in Kraft. Die historische Verkaufsmeile wird wie gewohnt auf dem Alten Markt bis in die Semlowerstraße und die Mühlenstraße hinein eingerichtet. Weitere Stände ziehen sich durch die Semlower bis zum Fischmarkt.

Neben der Hauptbühne für Gaukler und Musikanten auf dem Alten Markt wird es eine zweite Bühne an der Rückseite des Ozeaneums zum Kanal hin geben, wo ein Biergarten aufgebaut wird. Schausteller laden auf der Hafeninsel ein. Als besonderen Gast kündigt Michallik Supertalent Kelvin Kalvus an. Der Künstler jongliert mit Glaskugeln und hat im Jahr 2008 in der Fernseh-Show „Das Supertalent“ den zweiten Platz hinter Gewinner Michael Hirte mit seiner Mundharmonika belegt.

Sieg gegen kaiserliche Truppen und schwarzer Tod
Jährlich feiern die Stralsunder den erfolgreichen Widerstand gegen die Belagerung der kaiserlichen Truppen unter der Führung Wallensteins 1628.


Neben dem bunten Treiben des Stadtfestes werden die Besucher mit einem historischen Spektakel in die Zeit des 30-jährigen Krieges entführt. Kanonen donnern, Landsknechte lassen ihre Vorderlader krachen, und Pulverdampf zieht durch die Altstadt. Der Festumzug in historischen Kostümen beginnt am 24. Juli um 16 Uhr. Jeder kann mitmachen.
1629 fiel dem „schwarzen Tod“ ein Großteil der Stralsunder Bevölkerung zum Opfer. Darunter der damalige Bürgermeister Lambert Steinwich und seine Familie. Um die Pest einzudämmen, wurden die Kranken eingesammelt und vor die Tore der Stadt gebracht.



Marlies Walther