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Kultur Til Schweigers Kino-Debakel: Alzheimer-Komödie floppt
Nachrichten Kultur Til Schweigers Kino-Debakel: Alzheimer-Komödie floppt
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15:03 28.03.2019
Da war die Welt noch in Ordnung: Till Schweiger (rechts) bei den Dreharbeiten mit Nick Nolte und dessen Tochter Sophie Lane Nolte. Quelle: Warner
Hannover

Schon beim internationalen Kinostart waren die Reaktionen auf „Head Full of Honey“ vernichtend. Die „New York Times“ schrieb im Vorjahr über das von Til Schweiger eigenhändig verfertigte Komödien-Remake: „Betrachtet man die bizarre Handlung und die schrillen Darbietungen der Schauspieler, scheint der Film in einem Gemüsezerkleinerer entstanden zu sein.“ Und der Londoner „Observer“ notierte genüsslich: „Diese Nick-Nolte-Komödie über Alzheimer ist so lustig wie eine Wurzelbehandlung ohne Betäubung.“

Kein Wunder, dass das Warner-Studio deutschen Journalisten das Remake erst gar nicht vorab zeigte. Nachfragen bei Warner verhallten ohne jede Antwort. Augen zu und durch, lautete wohl die Devise bei der englischsprachigen Version von „Honig im Kopf“ (2014). Genutzt hat es nichts: Das am 21. März nun in den deutschen Kinos angelaufene Remake floppt auch hierzulande.

Am Startwochenende wurden für „Head Full Of Honey“ nach Angaben von Branchenmagazinen wenige Tausend Tickets verkauft. „Moviepilot“ spricht von rund 4000 Zuschauern. Gestartet ist der Film in mehr als 300 Kinos. Demnach dürften sich rund zwei Handvoll Besucher pro Vorstellung im Saal verloren haben.

Einspielergebnis in den USA: 11.337 Dollar

Der sonst so erfolgreiche Filmemacher Schweiger scheint auf ein ähnliches Debakel wie in den USA Ende November 2018 zuzusteuern: Dort wurde „Head full of Honey“ nach sechs Tagen vorzeitig aus den Kinos genommen. Das Einspielergebnis betrug 11.337 US-Dollar.

Allerdings: Der Film lief nur in vier ausgewählten Kinos in New York City und Los Angeles. Schweiger hatte sich Chancen für seinen Hauptdarsteller Nick Nolte auf eine Oscar – oder wenigstens eine Golden-Globe-Nominierung ausgerechnet. Daraus wurde nichts.

In der Hauptrolle: Nick Nolte statt Til Schweiger

Noch desaströser klingen die aktuellen Zahlen, wenn man sie mit jenen von 2014 vergleicht. Mit „Honig im Kopf“ gelang Til Schweiger ein Kinohit: Mehr als sieben Millionen Zuschauer sahen die Komödie mit Dieter Hallervorden und Schweigers Tochter Emma.

Der Erfolg sprach sich bis nach Hollywood herum – und Schweiger entschied sich, seinen eigenen Film noch einmal für den internationalen Markt neu zu verfilmen, dieses Mal mit Nick Nolte und dessen Tochter Sophie Lane Nolte, die seine Enkelin spielt. Schweiger selbst begnügte sich mit der Regie.

Derselbe Film – bloß auf Englisch

Genau wie im Originalfilm bricht die Enkelin mit ihrem an Alzheimer erkrankten Großvater nach Venedig auf. Eine letzte große Reise soll es für den Opa sein, dem die Welt nach dem Tod seiner Frau immer mehr entgleitet. Gedreht wurde wieder in Berlin und Venedig.

Schweiger sieht sich der Kritik ausgesetzt, denselben Film quasi noch einmal gedreht zu haben – bloß auf Englisch. Dialoge, Witze, rührselige Musik: Zuschauer des Originals von 2014 scheinen sich zu fragen, warum sie noch einmal Eintritt für eine zweite Filmversion bezahlen sollen – und in der taucht ihr Idol noch nicht einmal auf.

Nach dem US-Reinfall hatte Schweiger der „Bild“ gesagt: „Das war der Tiefpunkt meines bisherigen künstlerischen Schaffens.“ Diesen Satz würde er jetzt vermutlich dick unterstreichen.

Von Stefan Stosch / RND

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