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Kultur Uraufführung von Ralf Dörnens „Weihnachten – das Ballett“ in Greifswald
Nachrichten Kultur Uraufführung von Ralf Dörnens „Weihnachten – das Ballett“ in Greifswald
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11:21 19.11.2018
Szene mit Jemina Bowring und Miguel Rodriguez in „I know that my redeemer liveth” aus Händels "Messias" Quelle: Vincent Leifer
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Greifswald

Keine zehn Sekunden nach dem Ende und für das gesamte Publikum gibt es kein Halten mehr. Es klatscht, steht, pfeift anerkennend. Man staunt zwar immer wieder, doch hat eigentlich auch nichts anderes erwartet. Nach gut 20 Jahren als Ballettdirektor und Chefchoreograph am Theater Vorpommern hat Ralf Dörnen Dutzende von Werken erfolgreich inszeniert. Auch am Samstagabend erwies er seinem Ruf mit der Neuinszenierung von „Weihnachten – Das Ballett“ einmal wieder alle Ehre. Die Premiere fand im ausverkauften Saal im Theater Greifswald statt.

„Ich wollte meine eigenen Assoziationen zu Weihnachten auf die Bühne bringen, nachdem wir jahrelang Tschaikowskys Nussknacker aufgeführt haben“, erzählt Ballettdirektor Dörnen, der dafür bereits im Hochsommer im Urlaub auf den Kanarischen Inseln Weihnachtslieder gehört hat. Nun, ein Ballett über Weihnachten, der Zeit des Kaufrausches, der Kommerzialisierung und der familiären Verpflichtungen scheint an sich schwer vorstellbar. Doch dem Chefchoreographen ist es gelungen. In einem zweistündigen, bunten Potpourri aus traditionellen Weihnachtsliedern und neuen Hits verwebte er sowohl seinen eigenen Blick auf das Weihnachtsfest, als auch den seines internationalen Ballettensembles.

Wie der von Emily Ward und Thomas Hockey mit rollenden, schwebenden, biegsamen Körpern getanzte Weihnachtsklassiker „Maria durch ein Dornwald ging“ mitzureißen wusste! Nicht weniger begeisterte Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium, zu dem sich das 13-köpfige Ensemble manchmal spielerisch, manchmal puppenartig bewegte.

Vier Weihnachtsmänner mit Einkaufswägen voller Geschenken, die zu „Driving Home For Christmas“ von Chris Rea ihre Stiefel schwangen und Isabella Heymann, die lasziv zu „Dear Santa – Bring Me A Man This Christmas“ der Weather Girls über die Bühne robbte, versinnbildlichten das kommerzialisierte, klischeehafte Weihnachtsfest. Natürlich gehört zu Weihnachten auch der familiäre Stress, erklärt der Ballettdirektor, weshalb sich die Tänzer als Schauspieler an einer an Loriot angelehnten Szenerie versuchten.

Auch das funktionierte. Mit dem „Boléro“ von Maurice Ravel stellte das Ensemble slapstick-artig die weihnachtliche Familienkomik dar. Das Publikum lachte lautstark. Weihnachten kann kommen. Die Theaterbesucher in Greifswald wissen zumindest, was sie tanzen können.

Annemarie Bierstedt

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