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Kultur Vineta-Festspiele starten in die 23. Saison
Nachrichten Kultur Vineta-Festspiele starten in die 23. Saison
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22:43 29.06.2019
Hecken stets Intrigen aus: Fabella das Einhorn (Mitte, Anna Jamborsky) und die Dryaden. Quelle: Martina Krüger
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Zinnowitz

Die Stadt Vineta – der Sage nach bereits vor 1000 Jahren untergegangen, beschäftigt die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern bis heute. Zumindest an Orten wie der Ostseebühne in Zinnowitz auf Usedom, wo am Freitag die Premiere zum diesjährigen Stück „Der Klang des Goldes“ über die Bühne ging.

Szenen aus „Der Klang des Goldes“

23. Vineta-Saison

Es ist die mittlerweile 23. Vineta-Saison, in die der langjährige seit diesem Jahr ehemalige Intendant Wolfgang Bordel die Zuschauer entführt. Die Vineta-Festspiele, sein Baby, das der Charakterkopf mit der überschäumenden Fantasie vor 23 Jahren aus der Taufe hob, ist nicht nur Zugpferd der Vorpommerschen Bühne, sondern hat auch einen ganz eigenen Charme.

„Vineta-Gemeinde, ich grüße dich“, begrüßt Bordel zu Beginn die rund 600-köpfige Fan-Gemeinde, die sich vor der rustikalen Bühne versammelt hat. Und tatsächlich mutet das Spektakel an, wie ein eigener Kosmos, vergleichbar mit einer Art Trekkie-Universum, in den es die Vineta-Jünger verschlagen hat. Als Protagonisten auf der Bühne fungieren zum einen das Volk der Vineter, das alljährlich (im Stück alle 100 Jahre) mit dem Untergang und der Gier nach Gold kämpft – wobei sich beides dort gegenseitig bedingt. Es geht um Machtspiele zwischen Nord- und Südvenetern, um Intrigen, die sich um Gier, Geld, Liebe und Hass ranken. Das alles wäre vermutlich schon Stoff genug für ein Stück.

Fantasie-Wesen bevölkern Vineta

Die bordelsche Welt ist jedoch weitaus komplexer und wird bevölkert von zahlreichen Wesen, die der überborde(l)nden Fantasie des ehemaligen Intendanten entsprungen sind. „Ich habe mir die allergrößte Mühe gegeben, dass die Besucher sagen, sind die nicht irre, die Vineter?“, sagt Bordel zu Beginn verschmitzt. Und zugegeben, ein bisschen verrückt ist es schon. Da gibt es das (zugegebenermaßen ziemlich lustige) sprechende Einhorn Fabella (Anna Jamborsky), die Halbgötter Jilferin (Katha Hoffmann) und Tavaril (Ole Riebesell) aus dem Sonnensystem, die Dryaden (die Baumgeister sind der griechischen Mythologie entlehnt) und die Wiedergänger (die zu Unrecht getötete Vineter darstellen). Und dann ist da noch Dar, der sprechende Baum mit den zwinkernden Augen, der Rauch ausstößt und ein wenig wirkt, wie aus der Sesamstraße entliehen. Würde man solch eine Szene im TV sehen, würde man vermutlich weiterzappen. Und doch, so skurril das alles klingen mag, übt das Stück eine eigentümliche Faszination aus, steckt hinter alledem eine ganz eigene Logik gepaart mit bordelschem Herzblut, das auch auf die rund 30 Mitwirkenden übergegangen zu sein scheint, die die Vineta-Welt auf ihre ganz eigene Art (und viktorianisch gewandet in den Kostümen von Gesine Ullmann) zum Leben erwecken.

Sieg der Liebe über den Tod

So gelingt es Schauspieler und Urgestein Erwin Bröderbauer, der Goldwächterkonsul Warin mimt, das Publikum mit Witz und Schauspielkunst in seinen Bann zu ziehen. Aber auch Anna Jamborsky, die seit Jahren im Kostüm mystischer Fantasiegestalten durch das Stück führt, ist längst zu einem der Publikumslieblinge avanciert. Und so wird zur Musik von Mike Hartmann und Ole Riebesell (der auch als Schauspieler auf der Bühne steht) gesungen, getanzt, gefochten und geprügelt, dann wieder zarte Liebesbande geknüpft bei dem Versuch, Gold herzustellen. Denn: Vineta ist zwar gerettet. Was fehlt, ist jedoch das begehrte Edelmetall. Für allerlei Turbulenzen sorgen auch die zwei Halbgötter, die in Vineta auftauchen, um einen Tempel zu errichten. Bis schließlich klar wird: Die Liebe siegt über den Tod. Die Vernunft – so scheint es – über die Gier. Oder etwa doch nicht?  

„Vineta macht einfach glücklich“

Und Bordel selbst, der in seinem Stück nicht mit Anspielungen auf die Gegenwart spart, erklärt die Faszination der Festspiele letztlich so: „Vineta macht einfach glücklich. Ich hoffe, es wird noch oft untergehen und wieder auferstehen. Zumindest wird Vineta für immer in unseren Herzen sein.“

Vorstellungen und Karten

„Vineta: Der Klang des Goldes“ ist vom 28. Juni bis zum 31. August auf der Ostseebühne in Zinnowitz zu sehen. Vorstellungen sind immer mittwochs, freitags und sonnabends jeweils um 19.30 Uhr.

Karten (zum Preis zwischen 15 und 27 Euro) gibt es im Vineta-Festspielbüro (Seestraße 8, Zinnowitz; Dienstag bis Sonnabend von 10 bis 12 und 15 bis 17 Uhr), in den Kurverwaltungen der Insel, den Touristinformationen Usedom, Greifswald, Wolgast, Anklam sowie telefonisch unter 03971/2688800 (täglich 10 bis 17 Uhr).

Weitere Infos unter: www.vineta-festspiele.de

Stefanie Büssing

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