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Kultur Vinetastadt haucht Papenhof neues Leben ein
Nachrichten Kultur Vinetastadt haucht Papenhof neues Leben ein
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10:48 24.02.2018
Perspektivische Ansicht des Papenhofes: das alte Gebäude (links) und der Anbau (braun). Rechts ein benachbartes privates Wohnhaus.
Perspektivische Ansicht des Papenhofes: das alte Gebäude (links) und der Anbau (braun). Rechts ein benachbartes privates Wohnhaus. Quelle: Architekten Christine Johannsen & Partner, Hamburg
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Barth

Während der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung, Tourismus und Kultur der Stadtvertretung Barth hat Museumsleiter Dr. Gerd Albrecht ein Gestaltungskonzept für den Papenhof präsentiert. Neben einer Zuweisung aus dem europäischen Leader-Programm in Höhe von 750 000 Euro liegt nun auch ein Bewilligungsbescheid in Höhe 1,356 Millionen Euro aus Bundesmitteln für den Denkmalschutz vor. „Das reicht, um den Papenhof und die Außenanlage zu vollenden. Doch für die Einrichtung des Museums und für den Anbau sind noch weitere 2,5 Millionen Euro aufzubringen“, so Albrecht.

Wunsch nach Museum mit Bezug zu Barth

Die Stadt wünscht sich seit Langem ein Museum mit stadtgeschichtlichem Bezug. 1388 zum ersten Mal erwähnt, sei der Papenhof heute der älteste Profanbau zwischen Rostock und Stralsund. Solche Gebäude wären in anderen Städten vergleichbarer Größe in Vorpommern schon lange nicht mehr zu finden.

Große Ausstellung auf zwei Ebenen

Während das alte Haus eine große Ausstellung auf zwei Etagen beherbergen soll, werden sich im Anbau das Foyer, eine Treppe und ein Aufzug sowie die Toiletten befinden. Auch soll der Papenhof mit seinem Umfeld in Verbindung gebracht werden. So könnte beispielsweise über den großen Garten eine Verbindung mit dem Dammtor hergestellt werden. Konkret sieht das Konzept für die obere Etage eine thematische Gestaltung der Räume nach stadt- und regionalgeschichtlichen Themen vor: beginnend bei frühgeschichtlichen Funden, wie dem etwa 12 000 Jahre alten Endinger Riesenhirsch (Megaloceros), über die Barther Stadtgründung, Barth als Residenzstadt, die Lubinsche Karte und den Barther Buchdruck bis zur Bogislav-Zeit und zum 30-jährigen Krieg ließ Gerd Albrecht Illustrationen zu den Schwerpunkten auf der Präsentationswand erscheinen.

Sonderschauen im Dachgeschoss

Während das Obergeschoss dem stadtgeschichtlichen Teil vorbehalten bleiben wird, sollen im Erdgeschoss Barther oder in Barth wirkende Persönlichkeiten gewürdigt werden. Aufgezählt wurden die Namen Johann Joachim Spalding, Johann Heinrich Füssli, Friedrich Adolf Nobert, Ferdinand Jühlke, Peter Kraeft und Max Esser. „Im Dachgeschoss werden Sonderausstellungen stattfinden“, sagte Gerd Albrecht, „dort ist für diesen Zweck fast so viel Platz vorhanden wie hier im Vineta-Museum“. Jedoch sei eine wissenschaftliche Aufarbeitung der Vineta-Thematik im alten Haus nicht geplant – dafür seien zwei Räume im benachbarten Bürgerhaus vorgesehen.

Richter Timo