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Kultur Weihnachtsgeschenk für Nachfahren des Madonnenbildes
Nachrichten Kultur Weihnachtsgeschenk für Nachfahren des Madonnenbildes
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16:03 23.12.2014
Textilrestauratorin Inses Zimmermann mit der originalen Stickerei aus dem Damensalon des Jagdschlosses auf Rügen. Neun von 26 sind wieder aufgetaucht, die nach und nach restauriert werden. Quelle: Gerit Herold
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Binz

26 Stickereibilder gab es einst im Damensalon des Jagdschlosses Granitz auf Rügen. Die Originale aus den Jahren 1848/50 waren in den Kriegswirren und danach verschollen. Neun Stickereien tauchten unerwartet wieder auf – im Depot der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg.

Mitarbeiter der Schlösserverwaltung MV, die seit 2003 das Jagdschloss betreut, stießen bei Nachforschungen darauf. Unklar ist, wie sie entstanden. Eine These: Fürstin Luise hat sie selbst angefertigt. Die Stickereien kopieren zum Teil bekannte Gemälde, wie „Mädchen mit der Fruchtschale“ von Tizian. Es gibt religiöse und literarische Motive, die damals sehr beliebt waren. Sechs von neun Bildern wurden inzwischen restauriert.

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Zu einem dieser Bilder gibt es in diesem Jahr ein Krippenspiel. „Madonna in der Werkstatttür“ heißt eines der Bilder. Als Vorlage diente das gleichnamige Gemälde von Karl Eduard Steinbrück. Der Historienmaler, Königliche Professor und Mitglied der Akademie der Künste in Berlin maltes es im Jahre 1832.

Die Binzer Pastorin Christel Handt hat das Krippenspiel dazu entworfen. „Steinbrück gehörte zur Malergruppe der Nazarener, die vom einfachen Leben des Jesus von Nazareth tief berührt waren", sagt sie. Das soll auch das Krippenspiel zeigen, das Heiligabend von Erwachsenen aus Zirkow in Lancken-Granitz (14 Uhr) und Zirkow (15.30 Uhr) aufgeführt wird.

Josef, der Zimmermann mit seiner Werkstatt spiele eine große Rolle. In Binz (17.30 Uhr) gibt es kein Krippenspiel, aber die Predigt wird zu dem Bild sein. „Und in allen Gottesdiensten wird auf dem Liedblatt das Bild sein, so dass die Leute es vor Augen haben“, kündigt Christel Handt an.



Gerit Herold