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Kultur „Whatever happens“ – Wie’s anfing und wie’s endete
Nachrichten Kultur „Whatever happens“ – Wie’s anfing und wie’s endete
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06:43 30.11.2017
Glück zu drei’n: Hannah und Julian (Sylvia Hoeks, Fahri Yardim) haben ein kleines Töcxhterlein. Unvorstellbar, dass das Glück nicht von Dauer sein könnte. Quelle: © marcreimann 2015
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Hannover

Nicht mit einer typischen Liebesgeschichte nach dem Muster „Boy meets Girl“, sondern mit dem Ende einer Beziehung startet diese Reise durch eine Nacht. Die Trennung steht fest, das einst glückliche Paar Hannah und Julian (Sylvia Hoeks, Fahri Yardim) trifft sich zwischen gepackten Umzugskartons kurz vor der Wohnungsübergabe. Alles soll schnell über die Bühne gehen, der Polterabend der besten Freunde und damit der letzte gemeinsame Auftritt steht kurz bevor.

Der spießige Verlobte wird schnell abserviert

Der Haken liegt in Details wie der läppischen Frage, welche Platte wem gehört. An die große Frage nach dem wahren Grund des emotionalen Fiaskos wagen sich beide erst einmal nicht heran. Ein Blick zurück erklärt, wie alles kam.

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In der Wohnung mit den gepackten Kartons begegneten sich die Jurastudentin und der Fotograf im Gewühl eines Besichtigungstermins zum ersten Mal. Der Makler hielt sie versehentlich für ein Paar, die WG war schnell perfekt – und Hannahs spießiger Verlobter mit seinen Zukunftsplänen bald abserviert.

Die Chemie zwischen Hoeks und Yardim stimmt

Regisseur Niels Laupert hält sich nicht an chronologische Abläufe, sondern springt vor und zurück, streift die Wendepunkte in der Verbindung und lotet die Spannbreite der Gefühle aus, verliert dabei aber gelegentlich die Orientierung. Dass alles ausgerechnet Silvester passiert, wirkt überkonstruiert. Dafür stimmt die Chemie zwischen der charmanten und seit „Blade Runner 2049“ international hoch gehandelten Holländerin Sylvia Hoeks und dem deutsch-türkischen Fahri Yardim, der sich von ungewohnt sensiblen Seite zeigt.

Der erfrischende Versuch des Duos, ein neues Rollenbild zu leben, wirkt glaubhaft. Während er seine Karriere auf Eis legt und sich als Hausmann der Tochter widmet, glänzt sie oft durch Abwesenheit und klettert das Karrieretreppchen hoch, wenn auch mit schlechtem Mama-Gewissen. Und genau das ist die Crux: Statt dem modernen Partnerschaftsmodell eine Chance einzuräumen, scheitert daran der gemeinsame Lebensentwurf – und nicht weil die entspannte Nachbarin den Papa mal kurz ausspannt.

Kinostart: 30. November

Von Margret Köhler / RND