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Kultur Würdigung eines großen Literaten
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Der Schriftsteller Uwe Johnson etwa 1978, zu dieser Zeit lebte er bereits in England. Quelle: Archiv
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Rostock

Der Namenspatron verpflichtet: Heute begeht die Uwe Johnson-Gesellschaft den 85. Geburtstag des großen Schriftstellers. Dazu hat die Gesellschaft die Schriftstellerin Kristin Schulz nach Rostock eingeladen, die ihre Lesung unter den Titel „Überlegsames. Nachsätze aus der Nähe“ gestellt hat. Die Lesung ist am Samstagabend um 19.30 Uhr im Rostocker Hausbaumhaus. „Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, mit uns Uwe Johnsons Geburtstag zu feiern“, so Stefanie Kohl von der Uwe Johnson-Gesellschaft. Der Eintritt zur Lesung ist frei.

Damit setzt die Schriftstellerin Kristin Schulz die bereits im Jahr 2017 begonnene Veranstaltungsreihe „Wie Schriftsteller Johnson lesen. Eine literarische Geburtstagsfeier“ fort. Denn darin berichten die Autorinnen und Autoren, auf welche Weise Uwe Johnson und seine Literatur für ihr Leben und Schreiben von Bedeutung sind. Kristin Schulz, geboren 1975 in Jena, lebt und arbeitet heute in Berlin, sie schreibt Prosa, Gedichte und Essays, auch Libretti. In diesem Sommer erscheint ihr dritter Gedichtband „Angewandte Verhältnisse“.

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Auch im Literaturhaus KlützUwe Johnson“ widmet man sich dem Namenspatron. Zunächst passiert das mit einer kleinen Ausstellung. Denn der in Plüschow lebende Künstler Udo Rathke hat zu Uwe Johnsons Text „Versuch einen Vater zu finden“ Collagen angefertigt. „Beim Lesen des Textes merkte ich, dass die Person, um die es in dieser Erzählung von Uwe Johnson geht, eine ähnliche Biografie durchlebte wie mein eigener Großvater“, so Udo Rathke über sein Werk. „In direktem Abschreiben von Passagen des Textes von Johnson nahm ich die Parallelen zu meinen eigenen Erinnerungen wahr. Fotos aus unserem Familienarchiv montierte ich in diese geschriebenen und gezeichneten Notizen.“ So nahm das Werk Gestalt an. „Wie die Ich-Erzählerin im Text von Johnson entstand so die fiktive Konstruktion einer Biografie.“ Auf diese collagenhafte Weise entstand „ein Stück bildgewordene Geschichte“, so Udo Rathke. Die Eröffnung dieser kleinen Ausstellung findet heute um 18 Uhr im Klützer Literaturhaus „Uwe Johnson“ statt.

Und ab 19.30 Uhr gibt es im Literaturhaus Klütz einen Vortrag des Uwe-Johnson-Experten Rainer Paasch-Beeck. Er steht unter dem Titel „Ein guter Freund – ein schwieriger Freund?!“ und widmet sich den vielfältigen Freundschaften der Schriftstellers. Darüber hat der Vortragende bereits ein Buch verfasst. Es geht darin ebenso um die Freundschaften von Uwe Johnson zu Mecklenburger Schulfreunden und Leipziger Studienkollegen wie auch um Dichterfreundschaften zu Kollegen wie Martin Walser oder Günter Grass.

Auf diese Weise wird einer der bedeutenden Schriftsteller wieder ans Licht gebracht – Uwe Johnson gehört zum literarischen Erbe des Landes, das eine weltweite Wirkung hat.

Die Lesung mit Kristin Schulz ist am 20. Juli um 19.30 Uhr im Hausbaumhaus Rostock (Wokrenterstraße 40, 18055 Rostock). Die Ausstellungseröffnung im Literaturhaus „Uwe Johnson“ (Im Thurow 14, 23948 Klütz) ist um 18 Uhr, der Vortrag beginnt um 19.30 Uhr, der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 8 Euro.

Thorsten Czarkowski

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