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Kultur Zehn Dinge, die Sie über Rammstein wissen sollten
Nachrichten Kultur Zehn Dinge, die Sie über Rammstein wissen sollten
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05:20 09.06.2019
Der deutsche Sänger Heino stand 2013 in Wacken für ein Lied gemeinsam mit den Musikern der Gruppe Rammstein auf der Bühne, rechts Rammstein-Sänger Till Lindemann. Quelle: Carsten Rehder / dpa
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Rostock

Im September 2018 verkündete die Band Rammstein, dass sie 2019 mit neuem Album wieder auf Europa-Tour gehen. Am 8. November 2018 begann um 10 Uhr der Vorverkauf der Tickets. Exklusiv beim Online-Portal Eventim. Das Internet explodierte förmlich und nach wenigen Stunden waren die Tickets weg. Am 27. und 28. Mai begann die Rammstein-Tournee durch Europa mit zwei Konzerten in der Gelsenkirchener Veltins-Arena. Die Band gibt auf der Tour 27 Konzerte in ganz Europa mit Auftritten in München, Dresden, Barcelona, Kopenhagen Moskau oder am 16. Juni im Ostseestadion Rostock. Hier sind zehn Fakten, die Sie über Rammstein wissen sollten.

Was haben die Olympischen Spiele und Roland Kaiser mit der Band Rammstein zu tun? Klicken Sie hier, um 10 erstaunliche Fakten zu Rammstein zu erfahren!

Erstens: Achtung! Es gibt keine Tickets mehr. Die Eintrittskarten wurden bei Eventim personalisiert angeboten. Das heißt, man kommt nur mit Ticket und Personalausweis ins Konzert. In Gelsenkirchen wurde Fans, die Tickets über den Zweitvermarkter Viagogo erworben hatten, nicht ins Konzert gelassen. Noch immer werden über diese Plattform Karten für das Konzert in Rostock angeboten. Vorsicht: Mit diesen Tickets kommt man nicht ins Konzert!

Zweitens: Keine Angst! Rammstein ist seit 25 Jahren für seine spektakulären Pyroshows mit Flammenwerfer, Explosionen und brennendem Sänger Till Lindemann bekannt. Doch die Zeit, in der Musiker und Fans dabei in Gefahr schwebten, scheint vorbei. In den Anfangsjahren kam es vor, dass sich die Musiker verletzten und auch Fans nicht ohne Schaden davonkamen. Lindemann reagierte und absolvierte 1996 eine Ausbildung zum Pyrotechniker. Seitdem gehen die Shows unfallfrei über die Bühne.

Drittens: Zartbesaitet sind die Rammstein-Musiker nicht. In dem Video „Rosenrot“ spielten Till Lindemann, Richard Kruspe, Paul Landers, Christoph „Dome“ Schneider und Christian „Flake“ Lorenz Mönche, die sich mit Peitschen geißeln. Es geht das Gerücht, dass sich die Musiker vor der Aufnahmen mit Wodka betäubten und die Geißelungen echt gewesen sind – mit echten Wunden, Blut und Aua! Wer’s mag!

Viertens: Harte Schale, weicher Kern? Till Lindemann (56) hat 2004 für den Schlagerbarden Roland Kaiser das Lied „Ich weiß alles“ für dessen Album „Seelenbahnen“ geschrieben. Roland Kaiser ist mit Lindemann befreundet, war auf seinem 50. Geburtstag und habe Till gefragt, ob er ihm ein Lied schreibt. Das hat er getan. In „Ich weiß alles“ geht es um einen Mann, dessen Frau ihn betrügt. Kein so neuer Stoff. Darin heißt es „Ich weiß, dass du weißt, dass ich alles über dich weiß . . .“ und „Alles, was du machtest, weißt du leider nicht . . .“ Klingt mehr nach Lindemann als nach Kaiser. Trotzdem darf bezweifelt werden, dass in den CD-Regalen von Rammstein-Hardcore-Fans Scheiben vom Kaiser zu finden sind.

Fünftens: Überhaupt ist der Pyrobarde aus Rostock ein lyrischer und literarisch gebildeter Mensch. Till Lindemann schreibt nicht nur Gedichte, die er veröffentlicht und sowohl für Rammstein als auch für andere Lindemann-Projekte als Textgrundlage verwendet. In seinen Lyrics wimmelt es von Literatur-Zitaten: Goethe, Schiller, Fontane, E. T. A. Hoffmann, Brecht, Süskind, sogar der Dalai Lama wird zitiert.

Sechstens: Sportskanone. Till Lindemann ist bekanntlich in Rostock und in Wendisch-Rambow zwischen Bad Kleinen und Bobitz aufgewachsen. Als Kind war er Schwimmer für den SC Empor Rostock und wurde im Alter von 15 Jahren für die Olympischen Spiele, die 1980 in Moskau stattfanden, nominiert, da er bei der Jugend-EM 1978 für die DDR auf der 1500-Meter-Strecke Siebter wurde. Da er sich bei der EM in Italien aber unerlaubt aus dem Hotel entfernt und mit Schwimmern aus der Bundesrepublik Deutschland getroffen hat, flog er aus dem Kader.

Siebtens: Literarische Familienbande! Till Lindemann ist von den familiären Wurzeln her ein Mann des Worts. Seine Mutter Brigitte „Gitta“ Lindemann (80) war von 1992 bis 2002 für den NDR tätig. Dort leitete sie die Kulturredaktion und gründete den literarischen Zirkel. Sein Vater Werner Lindemann (1926-1993), hat als Kinderbuchautor mehr als 40 Bücher veröffentlicht. Werner Lindemann hat einen lyrischen Versuch („Der Nussknacker“) seines damals neunjährigen Sohnes 1988 in seinem Gedicht „Mike Oldfield im Schaukelstuhl. Notizen eines Vaters“ verewigt. Darin heißt es „Er knackt ganz einfach jede Nuss, und die nicht will, muss.“

Achtens: DDR-Punks. Alle Rammstein-Musiker waren zu DDR-Zeiten Teil des musikalischen Untergrunds. Lindemann versuchte sich in Band- und Musikprojekten. 1986 gründete er die Fun-Punkband First Arsch – eine Abkürzung für Erste Autonome Randalierer Schwerins. Mit dabei die Rammstein-Musiker Richard Kruspe und Paul Landers. Produziert wurde das einzige Album „Saddle Up“ bei Kessel Labels, das der Schweriner Musikjournalist Falk Schettler für First Arsch gegründet hatte. Landers spielte gemeinsam mit Christian „Flake“ Lorenz“ bei Feeling B. Die Band um den Sänger Aljoscha Rompe (1947–2000) gab es seit 1982. Landers und Lorenz stiegen 1993 mit der Gründung von Rammstein aus. Feeling B löste sich 2000 mit dem Tod Rompes auf. Rammstein-Drummer Christoph Schneider war von 1990 bis 1993 bei Feeling B und spielte in Combos wie Sam’s Dice Group, Keine Ahnung, Frechheit oder Die Firma. Kruspe war Gitarrist bei Das elegante Chaos und Orgasm Death Gimmick, Riedel Bassist bei The Inchtabokatables.

Neuntens: Richard Kruspe hat als einziger Band Knasterfahrung. 1989 fuhr er für sechs Tage in DDR-Haft ein – und zwar einen Monat vor dem Mauerfall. Kruspe war am 10. Oktober 1989, aus einer U-Bahn in Ostberlin gestiegen und geriet in eine Demonstration gegen das SED-Regime. Er wurde auf der Straße niedergeschlagen, sechs Tage lang festgehalten, verhört und misshandelt.

Zehntens: Till Lindemann gilt als unglaublich vernetzt in der Kulturszene. Maler, Schauspieler, Fotografen, Schriftsteller, Sportler, Musiker. Mit dem Musiker Joey Kelly ist er befreundet und Patenonkel von dessen Sohn. Selbst hat Lindemann eine Tochter, die er zum Teil allein großzog und einen Sohn. Dem Hollywood-Regisseur David Lynch schickte er solange CDs seiner Band zu, bis der reagierte. Lynch nahm die Songs „Heirate mich“ und „Rammstein“ auf den Soundtrack zu seinem Film „Lost Highway“, ebnete der Band damit den Weg zum Ruhm in den USA und ist noch immer von den deutschen Rockern beeindruckt.

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Michael Meyer

Till Lindemann ist in einem Dorf bei Bad Kleinen aufgewachsen, wo seine Mutter noch lebt. Spuren hat der Rockstar von Rammstein in seinem Heimatdorf, auf Schloss Willigrad oder in Schwerin hinterlassen.

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