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Kultur Zehntausende tanzen im Matsch beim Airbeat One
Nachrichten Kultur Zehntausende tanzen im Matsch beim Airbeat One
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19:09 14.07.2019
Das schlechte Wetter ist diesen Bremern egal: Katharina Hendry (v.l.), Sejchelle Diamond und Natasha Hendry tanzen mit Freunden beim Airbeat One im Matsch. „Ein bisschen ärgerlich ist es, aber Regen und Matsch gehören zum Festival ja auch irgendwie dazu“, sagt Katharina. Quelle: Katharina Ahlers
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Neustadt-Glewe

Und plötzlich geht die Welt unter: Mitten in den Performances von Will Sparks und Danny Avila auf der Mainstage des Airbeat-One-Festivals in Neustadt-Glewe am Sonnabend kommt es zum Wolkenbruch. Die rund 65 000 Feiernden an diesem Tag fliehen unter Zelte oder Unterstände. Die Hauptbühne, die in diesem Jahr getreu dem Motto „Indien“ als eindrucksvolles Taj Mahal daherkommt, verschwindet im Regenschleier.

Doch das schlechte Wetter tut der guten Stimmung auf dem Flugplatz keinen Abbruch. Ob in bunten Regenponchos oder mit nackten Oberkörpern: Die Partygänger tanzen einfach weiter im Matsch. „Ein bisschen ärgerlich ist es, aber Regen und Matsch gehören zum Festival ja auch irgendwie dazu. Und die Musik ist auch geil, da hält man das aus“, sagt die 25-jährige Katharina Hendry, die mit Natasha Hendry und Sejchelle Diamond extra aus Bremen zum Festival angereist ist.

Vier Tage lang Party auf dem Flugplatz

Ob Martin Garrix, The Chainsmokers, Armin van Buuren oder Timmy Trumpet: Auch in diesem Jahr haben sich die größten DJs wieder in Südmecklenburg die Klinke in die Hand gegeben. Von Donnerstag bis Sonntag dröhnten auf sieben Bühnen harte Bässe und psychedelische Klänge von mehr als 200 Künstlern aus verschiedenen elektronischen Genres. Insgesamt 195 000 Besucher feierten zu ihren Rhythmen. Highlight war wieder die 140 Meter breite und 40 Meter hohe Mainstage, die mit Licht- und Pyroeffekten die Sets der DJs in Szene setzte.

Bildergalerie: So feierten Zehntausende beim Airbeat One Festival

Musik, Fahrgeschäfte, Regen und ausgelassene Stimmung. Eindrücke vom Festival.

Aber auch Adrenalinjunkies sind in Neustadt-Glewe richtig. Denn neben Riesenrad, Breakdancer, Höhen-Kettenkarussell & Co. konnten die Festivalbesucher auch entweder einen Bungeesprung wagen oder – in diesem Jahr erstmals – auch per Fallschirmsprung auf dem Gelände einchecken.

Auffällige Klamotten und Glitzersteine im Gesicht

Phillip Putscher aus Hamburg ist bereits zum achten Mal auf dem Airbeat. „Es ist nicht weit weg, und die Musik ist super“, sagt der 23-Jährige. Seine beiden Freunde, Helge Lenzing und Chris Schmellenkamp, stechen durch pinke Hemden und Kronen auf dem Kopf aus der Masse hervor. Während die Männer in Neustadt-Glewe auf freie Oberkörper, bunte Comic-Anzüge oder lustige Verkleidungen setzen, sind bei den Frauen aufgeklebte Glitzersteine oder Glitzer im Gesicht sowie geflochtene Boxer-Braids das Must-Have.

Mit einer ordentlichen Portion Glitzer haben sich auch Dominique Reiher und Michelle Feicke aus Hamburg aufgehübscht. „Wenn Festival, dann richtig“, sagt die 26-jährige Dominique. Sie freut sich vor allem auf Timmy Trumpet. „Vorher fahren wir nicht wieder nach Hause“, betont die Hamburgerin lachend und freut sich auf eine lange Partynacht.

Shuttle-Busse halten nicht mit Ansturm mit

Während auf dem Gelände ausgiebig gefeiert wird, macht sich auf dem einige Kilometer entfernten Parkplatz Frust bei einigen Tagesgästen breit. Die Shuttle-Busse, die die Besucher zur Party bringen sollen, halten dem Ansturm nicht stand. Von allen Seiten drängeln sich Menschenmassen in die Fahrzeuge. „Das ist echt schlecht organisiert, wir stehen hier schon ewig“, schimpft ein Mann.

„Wir wollten eigentlich Steve Aoki sehen, aber den werden wir nun verpassen“, sagt Vanessa Kramer aus Hamburg. „Das ist voll bescheuert, das dauert jetzt ewig hier“, stimmt ihr Kendra Dörfler zu. Eine gute Stunde warten sie in der Schlange, bis sie endlich in einen der Busse kommen. Ein kleiner Trost: Steve Aoki hat kurzfristig aus familiären Gründen ohnehin seinen Auftritt abgesagt.

Mecklenburger Felix Jaehn wieder mit dabei

Nach dem Regenschauer reißt der Himmel wieder auf. Feiernde, die sich zuvor auf den Campingplätzen in Sicherheit gebracht oder sich Plätze zum Unterstellen gesucht haben, tanzen vor der Bühne im Matsch zur Musik der „Chainsmokers“.

Stefanie Hess aus Hamburg nutzt das Elektro-Festival aus, um ihren Junggesellinnenabschied zu feiern. „Ich war noch nie auf einem Festival und damit hat mich nun meine Trauzeugin überrascht“, sagt die 29-Jährige. Sie fiebert vor allem den Auftritten von Martin Solveig und Felix Jaehn entgegen. „Felix Jaehn macht einfach gute Musik zum Tanzen“, sagt die angehende Braut über den aus dem Klützer Winkel stammenden Superstar, der in der Nacht zu Sonntag auch wieder mit eingängigen Beats begeisterte. Der 24-Jährige gab unter anderem seinen Hit „Ain’t Nobody“ zum Besten.

Mehr zum Thema:

Themenseite: Alle OZ-Berichte zum „Airbeat One“-Festival

Ann-Christin Schneider und Katharina Ahlers

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