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Kultur Ave, Marie! Zum Weihnachtsmarkt zeigt Grimmener Kirche kunstvolle Krippen
Nachrichten Kultur Ave, Marie! Zum Weihnachtsmarkt zeigt Grimmener Kirche kunstvolle Krippen
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13:11 30.11.2019
Aus Lindenholz geschnitzt ist die Krippenszene von Marian Ulz. Quelle: Juliane Schultz
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Grimmen

„Ich liebe naive Kunst“, schwärmt Christel Paffenholz. Diese Leidenschaft wird in der 13. Krippenausstellung in der Grimmener Marienkirche sichtbar. Wie schon in den vergangenen Jahren, gibt es wieder einen Schwerpunkt: Maria – Namensgeberin der Kirche und die Mutter Jesu – ist die Schau gewidmet.

Zwei Jahre lang habe sie sich auf das Thema vorbereitet. Zum ersten Mal haben sie und ihr Mann die Regie der Ausstellung allein übernommen. Das Ehepaar Paffenholz sammelt schon seit Jahrzehnten Kunst. In jedem Jahr steuern sie die zentralen Ausstellungsstücke aus ihrem Besitz bei.

Schätze auf Ebay ersteigert

Für den Fokus „Maria“ haben sie ihre Sammlung erweitert: „Wir waren auf Flohmärkten, haben Künstler besucht und viele Stücke im Internet gefunden“, erzählt Christel Paffenholz. Auf Ebay ersteigerte sie einige Schätze. „Wir versuchen immer etwas Besonderes zu bieten.“ So trug sie etwa zahlreiche Briefmarken mit der Abbildung der Gottesmutter zusammen, die auf Tafeln präsentiert werden.

Diese Maria haben Christel und Hans-Joachim Paffenholz im Internet erworben. Quelle: Juliane Schultz

Zudem wird Benno Christoph während des Ausstellungszeitraums anwesend sein und vor Ort schnitzen. Er arbeitet eigentlich als Fahrer und in der Holzwerkstatt der SOS-Dorfgemeinschaft Hohenwieden.

Die Vielfalt ist atemberaubend

Die Ausstellung teilt sich in zwei Bereiche. Im Chorbereich werden hauptsächlich imposante Krippen zu sehen sein. Einige Figuren nicht zum ersten Mal, doch: „Die Leute entdecken immer wieder Neues, wenn wir sie umstellen“, weiß die ehemalige Volksschullehrerin aus Erfahrung. In den Seitenschiffen zeigt sie hauptsächlich Marien-Plastiken, aber ganz so streng nimmt Christel Paffenholz die Trennung nicht.

Diese Maria stammt vom polnischen Schnitzer Jerzy Zbrozek. Quelle: Juliane Schultz

Sie brennt für das Thema. Zu allen Ausstellungsstücken kann sie Material und Besonderheiten nennen. Die Vielfalt ist atemberaubend: Holz und Keramik, bemalter Wachs, Gusseisen. Kaum jemand dürfte in Pommern etwa mit sogenannten Schabemadonnen in Berührung gekommen sein. Es handelt sich um kleine Marien-Statuen von denen Bauern früher mit dem Messer ganz feine Späne schabten und den kranken Tieren ins Futter warfen. Man hoffte damit auf Heilung. Diese tiefe Verehrung der Maria wurde mit der Reformation in der protestantischen Kirche aufgegeben. Im Katholizismus ist sie noch immer äußerst lebendig.

Die Ausstellung

Freitag, 29. November10 Uhr Eröffnung15 Uhr Weihnachtslieder und Adventsgeschichtem16.30 Uhr Orgelmusik zum Advent17.45 Uhr musikalisches Abendgebet

Samstag, 30. November11 Uhr Öffnung, Schattenspiele, Krippenbau und Schnitzen12 Uhr Bratäpfel und Würstchen15 Uhr Stadtchor Grimmen: Weihnachtslieder17.45 Uhr musikalisches Abendgebet

Sonntag, 1. Dezember11 Uhr Öffnung16:30 Uhr Kerzenausblasen und Abschlusssingen

Und so sind die vielen Marien in Grimmens evangelischer Kirche ein ungewöhnlicher Anblick. Doch die Gemeinde ist natürlich vertraut mit der heiligen Namensgeberin von St. Marien. Ganzjährig steht hier eine Holzplastik aus dem 15. Jahrhundert – eine Pieta: Mutter Maria hält ihren vom Kreuz genommenen Sohn Jesus auf dem Schoß. Ihr Gesicht ist von Trauer gezeichnet.

Tod und Teufel gehören dazu

Solche Darstellungen der Bibelszene sind typisch und ziehen sich durch die Jahrhunderte. Viel seltener sind in unseren Breiten schwarze Madonnen zu sehen oder die naiven Varianten, wie sie in Polen verbreitet sind. Überhaupt bilden polnische Schnitzereien einen Sammlungsschwerpunkt der Familie Paffenholz.

Auch diese Krippenszene hat Józef Szypuła geschnitzt. Quelle: Juliane Schultz

Eine der größten Krippenszene enthält enorm viele Figuren. Weit mehr als nur Jesus, Maria, Josef und die Heiligen Drei Könige. Józef Szypuł hat sie angefertigt. Zahlreiche Tiere und Menschen unterschiedlichster Berufe sind darunter, auch Tod und Teufel.Die grusligen Gestalten gehören zum Stammpersonal einer Krippe, erklärt die Ausstellungsmacherin. „Die letzten Teile sind vor zwei Wochen eingetroffen. Mein Mann hat sie mir zum 75. Geburtstag geschenkt.“

Tod und Teufel gehören in Polen zu einer Krippe. Hier geschnitzt von Józef Szypuła. Quelle: Juliane Schultz

Doch wohin damit zu Weihnachten? Ganz einfach: Bei Paffenholzens hängt der Baum von der Decke. Darunter ist viel Platz für Besinnlichkeit.

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