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MV aktuell 100.000 Euro aus Geldautomat in Neubrandenburg erbeutet: So gingen die Täter vor
Nachrichten MV aktuell 100.000 Euro aus Geldautomat in Neubrandenburg erbeutet: So gingen die Täter vor
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18:40 04.12.2019
Polizisten untersuchen den Tatort in Neubrandenburg. Dort haben unbekannte Täter beim Aufbruch eines Geldautomaten 100.000 Euro erbeutet. Quelle: Felix Gadewolz
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Neubrandenburg

So sieht ein echter Panzerknacker-Coup aus: In Neubrandenburg haben unbekannte Täter beim Aufbruch eines Geldautomaten 100.000 Euro erbeutet. Die Polizei steht vor einem Rätsel. „Unsere Ermittler untersuchen, ob die betroffenen Geldautomaten in zwei weiteren Fällen vom gleichen Typ waren wie der Automat in Neubrandenburg“, sagte die Sprecherin des Polizeipräsidiums Neubrandenburg, Claudia Tupeit. In den vergangenen Tagen seien auch Automaten in Berlin und Kiel auf ähnliche Weise aufgebrochen worden.

Sollte sich herausstellen, dass die Täter sich auf einen bestimmten Typ spezialisiert haben, würden die Banken in MV von der Polizei dazu angehalten, ihre Sicherheitsmaßnahmen zu verstärken, betonte Tupeit. „Zudem werden unsere Ermittler präventiv Kontakt mit Bankmitarbeitern der Region aufnehmen, bei denen es ähnliche Geldautomaten wie in der Neubrandenburger Bank gibt.“

Erste Geldhäuser haben längst reagiert: „Wir haben in der Vergangenheit eine Häufung der Fälle festgestellt und die Sicherheitsmaßnahmen deshalb verstärkt“, sagte der für die Commerzbanken in MV zuständige Abteilungsdirektor Mathias Paulokat.

In Neubrandenburg haben unbekannte Täter beim Aufbruch eines Geldautomaten mit handelsüblichem Baumarkt-Werkzeug 100 000 Euro erbeutet. Das sind die Bilder vom Tatort.

Ohne Sprengstoff oder Schweißgeräte

Der betroffene Automat in Neubrandenburg befindet sich in einer Hypo-Vereinsbank in unmittelbarer Nähe des mehrspurigen, viel befahrenen Friedrich-Engel-Rings, was die Täter nicht gestört zu haben schien. Laut Polizei seien sie besonders geschickt und schnell vorgegangen, hätten den Automaten mit handelsüblichem Baumarkt-Werkzeug und ohne Sprengstoff oder Schweißgeräte geöffnet. Im Anschluss seien sie mit einem Auto in unbekannte Richtung geflüchtet.

Die Kreditinstitute äußern sich kaum zu technischen Details ihrer Geldautomaten. Ein Insider bestätigte der OZ aber, dass die Mehrheit der Banken die Bestückung der Geräte mit frischen Scheinen an Werttransportfirmen ausgelagert habe. In den Automaten selbst befinden sich mehrere Geldkassetten, jede enthält eine Scheinsorte.

Bestehe die Gefahr, dass einem Automaten eine Banknote ausgeht, sende der ein Signal direkt an die Transportfirma und werde nachgefüllt. Richtig sei, dass einige Automaten während der Vorweihnachtszeit besser befüllt würden als sonst und durchaus deutliche sechsstellige Beträge enthalten könnten, „wenn alle Kassetten voll sind“.

Fallzahlen steigen bundesweit

Zuletzt hatten sich Anschläge auf Geldautomaten bundesweit gehäuft. Fast immer war Sprengstoff im Spiel. Allein in Nordrhein-Westfalen sind in diesem Jahr bereits 92 Geldautomaten gesprengt worden.

In MV hatte es im vergangenen Jahr eine Serie von Anschlägen auf Geldautomaten gegeben. Höhepunkt waren Anfang September 2018 sechs Angriffe in einer Woche auf verschiedene Bankautomaten um Schwerin, in Krakow am See (Kreis Rostock) und Gadebusch (Nordwestmecklenburg), bei denen Gas in die Geräte eingeleitet wurde, um sie anschließend explodieren zu lassen.

In Krakow war es den Unbekannten damit gelungen, sogar 200.000 Euro zu erbeuten. In Schwerin waren seinerzeit nach einem Aufbruch 100.000 Euro verschwunden. 2019 zählte das LKA im Land bisher nur einen Sprengversuch – im August in Güstrow. Dabei war zwar der Vorraum einer Sparda-Bank vollständig verwüstet worden, Geld entwendeten die Täter aber kaum.

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Von Benjamin Fischer

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