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MV aktuell 1000 Kläger fordern Entschädigung nach „Estonia“-Unglück
Nachrichten MV aktuell 1000 Kläger fordern Entschädigung nach „Estonia“-Unglück
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18:45 17.04.2019
Auf der 1994 gesunkenen Fähre Estonia hat es vor der Katastrophe möglicher Weise doch eine Explosion gegeben. Quelle: Lehtikuva
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Nanterre

Rund 25 Jahre nach dem Untergang der „Estonia“ prüft ein französisches Gericht Entschädigungsansprüche von rund 1000 Überlebenden und Opferangehörigen. Ein Urteil über die Zulässigkeit und die Höhe der Ansprüche will das Gericht in Nanterre bei Paris am 19. Juli fällen, wie das Zivilgericht am Montag mitteilte.

Die Kläger fordern von der französischen Prüfungsstelle Bureau Veritas und der Papenburger Schiffsbauwerft Meyer Werft 40 Millionen Euro Schadenersatz. Das Verfahren zieht sich seit Jahren durch die Instanzen. Die Schuldfrage für das Unglück ist nie geklärt worden.

852 Menschen kamen ums Leben

Der Untergang der „Estonia“ ist das größte Schiffsunglück der europäischen Nachkriegsgeschichte. Damals kamen 852 Menschen ums Leben. Die Ostseefähre mit 989 Menschen an Bord war in der Nacht zum 28. September 1994 bei der Überfahrt von Tallinn nach Stockholm vor der Südküste Finnlands gesunken. Das Schiff war Anfang der 80er Jahre bei der Meyer Werft in Papenburg vom Stapel gelaufen, das Bureau Veritas hatte das Schiff als seetüchtig eingestuft.

Schuldfrage nicht geklärt

Die Stockholmer Staatsanwaltschaft hatte 1998 alle Ermittlungen zur Klärung der Schuldfrage ergebnislos eingestellt. Unstrittig ist, dass die Bugklappe des 157 Meter langen Schiffes sich auf offener See öffnete und abriss, wodurch Unmengen Wasser schnell und ungehindert ins Autodeck strömen konnten. Warum das aber passierte, ist nicht mit letzter Sicherheit festgestellt – trotz eines schier endlosen Hickhacks in diversen Kommissionen. Die „Estonia“ liegt bis heute auf dem Grund und wurde nie gehoben.

Angehörige klagen auf psychischen Schaden

Die Reederei EstLine zahlte damals eine einmalige Opferentschädigung. Die Überlebenden und Opferangehörigen klagen nun auf sogenannten psychischen Schaden. Der Opferanwalt François Lombrez hofft auf eine grundsätzliche Entscheidung in der Sache, wie er der französischen Zeitung „Le Monde“ sagte.

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