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MV aktuell 12 Anekdoten aus 120 Jahren Zoo in Rostock, die Sie noch nicht kennen
Nachrichten MV aktuell 12 Anekdoten aus 120 Jahren Zoo in Rostock, die Sie noch nicht kennen
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20:00 04.01.2019
Eisbär-Baby Vilma ist im Jahr 2003 der Publikumsliebling im Zoo und damit Teil von dessen bärenstarken Erfolgsgeschichte. Quelle: OZBILD
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Barnstorfer Wald

Da laust einen doch der Affe: Am Freitag auf den Tag genau vor 120 Jahren hat Rostocks Zoo zum allerersten Mal seine Tore für Besucher geöffnet. Seit jenem 4. Januar schreibt er eine beispiellose Erfolgsgeschichte. Wenn das mal kein Grund für einen bärenstarkes Geschenk ist: Zum Geburtstag erzählt die OZ 12 Anekdoten aus 12 Jahrzehnten Zoo-Geschichte.

Es schwimmt ein Bär im Ententeich

Wir schreiben das Jahr 1973. Die Straßenbahnfahrerin traut ihren Augen kaum, doch es ist wahr: Im Ententeich, an dem sie soeben vorbeigefahren ist, schwimmt tatsächlich ein echter Eisbär. Der zottelige Planscher ist aus der Bärenburg ausgebüxt, zusammen mit drei Artgenossen. Das Bad ist nur von kurzer Dauer: Die Straßenbahnfahrerin meldet ihre kuriose Entdeckung im Kassenhäuschen Trotzenburg, dem damaligen Sitz der Zoo-Direktion. Pfleger treiben die vier Ausreißer zurück auf die Bärenburg.

Bekannt aus Funk und Fernsehen

Dafür würden TV-Macher heute wohl Protestpost von Tierschützern kassieren: In der DDR-Fernsehsendung „Musik und Snacks aus dem Rostocker Zoo“ wird Anfang der 1980er Jahre der junge Kodiak-Bär Herzing mit einer Bierdusche getauft. Unterhaltsam dagegen ist, was im Sommer 2007 über die Bildschirme der Nation flimmert: Das ZDF erzählt in der 20-teiligen Dokureihe „Ostsee-Schnauzen“ Geschichten aus dem Rostocker Zoo. Zur Kulisse für echte Promis wird der Zoo vom 6. November bis 6. Dezember 2018: Ulrich Turkur und Martina Gedeck drehen im Polarium die bissige Scheidungskomödie „Und wer nimmt den Hund?“, die die ARD voraussichtlich dieses Jahr ausstrahlen will.

Tierbabys, Weltrekorde und mehr: Der Rostocker Zoo hat seit seiner Gründung am 4. Januar 1899 viel erlebt.

Sieben auf einen Streich

Dieser Wurf ist Weltrekord: Königstiger-Mutter Benga schenkt im Mai 1970 gleich sieben kleinen Raubkätzchen – zwei Männchen und fünf Weibchen – das Leben. Ein echter Brüller.

Der Mann der ersten Stunde

Carl Lange ist der erste Tierwärter im „Hirschgarten“ an der Trotzenburg. Der 4. Januar 1899 – der Tag, an dem er eingestellt wird – gilt seither als Gründungsdatum des Zoos. Lange kümmert sich zunächst um Rehe, Wildschweine und Hirsche. Bald schon kommen Angorakatzen, Seeadler, Schakal, Fuchs und Waschbären hinzu. Heute, 120 Jahre später, hätte der Mann der ersten Stunde alle Hände voll zu tun: Im Zoo sind mittlerweile mehr als 4200 Tiere zu Hause.

Erster Tierpfleger des Rostocker Zoos war Carl Lange. Sein Einstellungsdatum - 4. Januar 1899 - gilt heute als Gründungstag der Anlage. Quelle: Zoo Rostock

Viel los in der Bude

Die Bärenburg wird im Juli 1958 eingeweiht, doch zu keinem Zeitpunkt geht es hier so tierisch zu wie im Jahr 1971: Damals teilen sich 27 Bären die „Bude“. Am längsten hält es hier eine Dame aus: Eisbärin Kara wird 1969 auf der Bärenburg geboren und lebt bis zu ihrem Tod 37 Jahre und sechs Monate später hier. Besonders kuschelig hat sie es in den 1970er Jahren, als der Zoo seine größte Weiße-Riesen-Dichte erlebt.16 Tiere zählt die Eisbärengruppe. Da wirds schon mal eng im Wasser. Wesentlich entspannter können heute Akiak, Noria und Sizzel abtauchen: Die Drei teilen sich das Planschbecken vom Polarium, dem Nachfolger der Bärenburg.

Hin und weg

1904 können Besucher den „Hirschgarten“ erstmals mit der elektrischen Bahn erreichen, die direkt vor der Trotzenburg hält und einen Siegeszug ins Rollen bringt. Seither, vor allem aber seit der Eröffnung des Darwineums im Jahr 2012, reisen Zoo-Gäste gern mit Bus und Bahn an. Auf der Fahrt leisten ihnen heute Gorillas, Riesenschildkröten, Quallen und Kraken Gesellschaft: Die RSAG hat eine ihrer Straßenbahnen komplett mit Fotos von Zoo-Bewohnern beklebt.

Ach, du dicke Qualle

Vom ersten Tag an ziehen die Medusen alle Blicke auf sich: Am 1. Juni 2012 wird einer der größten Quallenkreisels in Europa im Darwineum angeliefert. Seither ist der Zoo mit den Glibbertierchen dick im Geschäft: Spiegeleiquallen, Gepunktete Wurzelmundqualle, Kompassquallen – 15 Arten wurden hier schon gezüchtet und viele Exemplare an andere zoologische Einrichtungen abgegeben.

Die Dickhäuter kommen

1960 ziehen zwei indische Elefanten als erste Dickhäuter ein. Vier Jahre später kommt Sara. Mit ihr findet die Elefantenhaltung im Zoo auch ein Ende: Im November 2013 wird die Elefantenkuh eingeschläfert. Die Überreste des einstigen Publikumslieblings sind ab April in der Zoologischen Sammlung zu sehen. Saras Skelett wird Schmuckstück der neuen Großpräparate-Schau.

Naturphänomen dank Doppelkopf

Ei, ei, ei, was ist denn das? Am 15. Juni 2015 schlüpft eine zweiköpfige Höhlen-Schönnatter. Das ungewöhnliche Reptil lebt auch heute noch zufrieden im Darwineum.

Auferstanden aus Ruinen

Der Zweite Weltkrieg trifft den Zoo hart und zerstört die Tier- und Pflanzenwelt fast völlig. Der letzte Affe, der in Rostock frei herum irrt, muss erschossen werden. 1951 beginnen Gartenbauarchitekt Arno Lehmann und viele freiwillige Helfer mit dem Wiederaufbau, im Jahr darauf ist Wiedereröffnung.

Rekordverdächtiges Rumgeeier

Mit 76596 ausgepusteten und bemalten Eiern schmückt der Zoo im April 2007 den wohl weltweit bunteste Ostereierbaum. Das bringt dem Zoo viele Schaulustige und einen Eintrag im Guinnessbuch der Rekorde ein.

Trendsetter und Liebling

Zu der Zeit, da Rostocks Zoo seine ersten Besucher begrüßt, wird weit und breit kaum wenig Vergleichbares geboten: Zur Jahrhundertwende soll es im damaligen Deutschen Reich nur etwa 20 Zoos und Schauaquarien gegeben haben. Inzwischen soll es bundesweit mehr als 850 Zoologische Gärten geben, doch Rostock kann keiner das Wasser reichen: Der Zoo der Hansestadt wurde im vergangenen Jahr erneut zum besten Zoo Europas gewählt. So kann es weitergehen. Auf die nächsten 120 Jahre!

Rekord: So viele Besucher wie noch nie

Von A wie Affe bis Z wie Zwergflusspferd – im Rostocker Zoo fühlen sich viele Tierarten heimisch. Rund 4200 verschiedene sind es mittlerweile. Und die locken von Jahr zu Jahr mehr Besucher an: 2018 sollen es – auch dank der neuen Eisbären- und Pinguinanlage – so viele gewesen sein, wie nie zuvor.

Der Gründungstag wird im Zoo übrigens nicht besonders gefeiert. Statt eines einzelnen Festaktes soll das besondere Jubiläum das ganze Jahr über eine Rolle spielen. „Wir stellen jeden Monat unter ein Motto, zu dem es dann Veranstaltungen gibt“, verrät Zoo-Sprecherin Maria Seemann. Unter anderem wird die Internationale Zoodirektorentagung in diesem Jahr in Rostock stattfinden. Worauf sich die Besucher konkret freuen dürfen, soll Mitte des Monats konkret verraten werden.

Öffnungszeiten: täglich 9-16 Uhr

Eintritt: Erwachsene 17,50 Euro (ermäßigt 13,50); Kinder ab 4 Jahre 10 Euro (ermäßigt 6,50)

Antje Bernstein

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