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MV aktuell A20-Loch bei Tribsees: Behelfsbrücke könnte für Lärmprobleme sorgen
Nachrichten MV aktuell A20-Loch bei Tribsees: Behelfsbrücke könnte für Lärmprobleme sorgen
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13:43 11.12.2018
Tribsees: Fachleute begutachten das abgesackte Autobahnteilstück der A 20 an der Trebeltalbrücke (Archivfoto) Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
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Langsdorf

„Jeden Tag 20 000 Autos – an einem normalen Tag. Am Wochenende noch mehr.“ Der Bürgermeister von Langsdorf, Hartmut Kolschewski, schaut zurück auf die Zeit, seit die Autobahn 20 im Herbst 2017 vollständig eingebrochen ist. In den knapp eineinhalb Jahren war es ein anderes Leben in dem kleinen Dorf Langsdorf und auch im Nachbarort Böhlendorf. Denn der komplette Verkehr wurde durch diese Ortschaften geleitet. Zuvor hatten dort Ruhe und Gelassenheit geherrscht, dann gab es nur noch Lärm, Dreck und Gestank.

Die Leidenszeit hat nun ein Ende. An diesem Mittwoch wird die 773 Meter lange Behelfsbrücke fertig sein, die ersten Autos werden laut Planung ab dem frühen Morgen zunächst in Richtung Stralsund, später auch in die Gegenrichtung fahren können. Nach Auskunft des Verkehrsministeriums werden im ersten Auto Minister Christian Pegel (SPD), der zuständige Abteilungsleiter im Landesamt für Straßenbau und Verkehr, Ronald Normann und Bürgermeister Kolschewski sitzen.

Umleitungen am A-20-Loch bei Tribsees Quelle: Arno Zill

Brücke hat ein Lärmproblem

Zunächst soll auf der Brücke, die insgesamt rund 50 Millionen Euro kosten soll, ein Tempolimit von 60 Kilometer pro Stunde gelten. Normann hatte aber schon vor Wochen darauf aufmerksam gemacht, dass es auf der Stahlbrücke möglicherweise neue Lärmprobleme geben könnte. Die Stahlträger bräuchten einen gewissen Abstand, um sich bei höheren Temperaturen ausdehnen zu können. Wenn nun die Autos über die Brücke fahren, werde es immer „klack, klack, klack“ tönen. Das wurde auch schon in einem Video deutlich, das vor der offiziellen Eröffnung im Internet kursierte. Wenn das zu laut werden sollte, müsste das Tempo reduziert werden. Kolschewski spricht wohl im Sinne seiner Mitbürger, wenn er sagt: „Alles besser als der Dauerlärm der Autos.“

Das A-20-Loch bei Tribsees und auch die Behelfsbrücke haben zwei Jahre lang für Negativschlagzeilen gesorgt. Nun beginnt der Wiederaufbau.

Über dem Torfgebiet war im Herbst 2017 zunächst auf der Fahrspur Richtung Rostock, wenige Tage später auch Richtung Stralsund die Autobahn metertief aufgebrochen. Als die ersten Schockwellen abgeklungen waren, hatte Pegel die Parole ausgegeben, dass die Ursachenforschung gegenüber dem Wiederaufbau zurückstehen müsse.

Experten sprechen von ungeeigneter Gründung der A 20

Während die offiziellen Gutachter noch dabei sind aufzuklären, hatten jüngst Ingenieure im „Deutschen Ingenieursblatt“ die Einschätzung geäußert, dass der Zusammenbruch auf eine ungeeignete Gründung im Moor des Trebeltals zurückzuführen sei. Deshalb habe die Standsicherheit des Dammes kontinuierlich abgenommen. Auch seien nicht ausreichend Experten für den speziellen Untergrund im Moor zu Rate gezogen worden.

Eine Sprecherin des Verkehrsministeriums sagte, man habe den Bericht zur Kenntnis genommen, wolle sich aber nicht an Spekulationen beteiligen. Sie verwies auf die noch ausstehenden Ergebnisse der Untersuchungen der Bundesanstalt für Straßenwesen.

Der Vize-Geschäftsführer des Landestourismusverbands, Tobias Woitendorf, sprach von einer guten Nachricht passend zum Jahreswechsel, wenn es vom Westen her zu einem größeren Verkehrsaufkommen in Richtung der Urlaubsinseln Rügen und Usedom kommen wird. Die großen Befürchtungen eines Einbruchs der Gästezahlen in Vorpommern seien offensichtlich nicht eingetroffen – wohl auch wegen des Traumsommers 2018.

Die Geschichte des A20-Lochs

Der Bau der Autobahn 20 von der A1 zur A11 ist die Nummer 10 der Verkehrsprojekte Deutsche Einheit. Sie wurde 2005 fertiggestellt.

Die ersten Setzungen des Damms sollen schon 2014 festgestellt worden sein. Sie wurden dann durch die Autobahnmeisterei regelmäßig überwacht.

Am 9. Oktober 2017 wurde ein sogenannter Grundbruch festgestellt. Sie A20 brach auf 40 Meter Länge, später etwa 100 Meter, ein. Zunächst war eine Spur noch befahrbar. Nachdem auch hier Sackungen auftraten wurde die A20 zwischen den Anschlussstellen Tribsees und Bad Sülze am 27. Oktober 2017 voll gesperrt.

Nach Ostern 2018 begann der Rückbau des Straßendammes für etwa 1,5 Millionen Euro. Die Behelfsbrücke, die am 12. Dezember in Betrieb genommen wird, ist 773 Meter lang und schließt an die vorhandene Brücke an. Die Kosten liegen bei etwa 50 Millionen Euro.

Frühestens 2021 soll die neue Betonbrücke stehen, die an die vorhandene anschließt. Die Baukostenschätzung liegt bei 100 Millionen Euro für den Bund. Das Land muss die Planungskosten (18 Millionen Euro) tragen.

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Joachim Mangler, dpa