Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
MV aktuell A20 bei Tribsees erst viel später fertig? Minister Pegel befürchtet weitere Verzögerung
Nachrichten MV aktuell A20 bei Tribsees erst viel später fertig? Minister Pegel befürchtet weitere Verzögerung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:33 31.10.2019
Abrutsch, Ersatzbrücke, Neubau: Zum Chaos an der A 20 musste Minister Christian Pegel (SPD) schon so manches erklärende Wort liefern. Nun ist er besorgt, dass es weitere Verzögerungen geben könnte. (Archivfoto) Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
Anzeige
Rostock

Lange Staus an der Autobahn 20 bei Tribsees – daran müssen sich Verkehrsteilnehmer in MV noch über Jahre gewöhnen. Denn die Erneuerung der im Herbst 2017 abgerutschten Piste könnte länger angekündigt andauern. Bisher gilt: offiziell geplante Fertigstellung Ende 2023. Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) schließt eine zusätzliche Verzögerung nicht aus. Ein Grund: 2021 gehen alle Autobahnen in die Verantwortung des Bundes über.

Er habe „eine gewisse Sorge“, dass der Autobahnbau in MV stiefmütterlich behandelt wird, wenn Planungen zentral von Berlin aus erfolgen. Bislang habe das Land selbst dort gehandelt, wo es nötig war – damit sei 2021 Schluss. Dann übernimmt das neue Fernstraßen-Bundesamt die Koordination nötiger Baustellen bundesweit.

Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) war sich bewusst, dass dieser Montag einen großen Symbolcharakter hat. Die international in die Schlagzeilen geratene A 20 wird wieder instandgesetzt. Darum legte er auch selbst Hand an.

Chef der neuen Behörde kommt aus MV

Pegel befürchtet, dass MV mit Ländern wie Nordrhein-Westfalen, die deutlich mehr Autoverkehr und damit Belastung auf den Straßen haben, hinten runterfällt. Er setze zwar auf eine „dezentrale Struktur der Planung“ und den Faktor Mensch. Denn neuer Chef der Regionalbehörde für Berlin, Brandenburg und MV wird der bisherige MV-Autobahnen-Chef Ronald Normann.

Es blieben aber Zweifel. „Es gibt bisher keine verlässliche Zusage, wer über die Verteilung der Finanzmittel entscheidet“, so Pegel. Womöglich mit weitreichenden Folgen. In MV wären vor allem die teils bereits reparaturbedürftige A20 oder die A19 betroffen. „Wenn man bundesweit guckt, sind die Prioritäten möglicherweise andere“, so Pegel.

Touristiker in Sorge, dass Urlauber wegbleiben könnten

Dass die A20 bei Tribsees bis Ende 2023 fertig wird, wie das Bundesverkehrsministerium vor einem Jahr erklärte – Pegel hat Zweifel. Für ihn „das früheste Datum“, wenn alles optimal läuft. Ende 2021, Anfang 2022 solle die erste Brücke fertig sein, erst danach die zweite folgen. Es sei eben ein großes Projekt, so der Minister. Sein Vergleich: „Wir bauen die Rügenbrücke noch einmal. Aber man wird es hinterher nicht sehen.“ Die Planungen zur Rügenbrücke hätten zehn Jahre gedauert.

Das A-20-Loch bei Tribsees und auch die Behelfsbrücke haben zwei Jahre lang für Negativschlagzeilen gesorgt. Nun beginnt der Wiederaufbau.

Ein „Armutszeugnis für den Wirtschaftsstandort Deutschland“ ist die Bau-Dauer an der A 20 nach Ansicht von Wolfgang Waldmüller, Präsident des Tourismusverbandes MV. Es gebe schon jetzt erhebliche negative Auswirkungen auf den Tourismus im Land. Waldmüller fürchtet: „Wenn die Leute wissen, das dauert noch Jahre, kommen sie nicht mehr.“ Das könnte vor allem Urlaubszielen wie Rügen und Usedom schaden. Binzer Hoteliers monierten, dass der Tourismus 2019 trotz Jahrhundertsommers wegen der A20 stagniere.

Ursache für A-20-Abrutsch weiterhin unklar

Kein Verständnis für „Pleiten, Pech und Pannen“ an der A20 hat AfD-Bundestagsabgeordneter Leif-Erik Holm. Weitere Verzögerung der Bauarbeiten wäre eine „Hiobsbotschaft für MV“, so Holm: „Insbesondere in den Sommermonaten droht nun ein Verkehrschaos.“ Pegel solle die Verantwortung dafür aber nicht auf den Bund abschieben.

Holm forderte ein Gutachten zur Ursache des A-20-Abrutsches bei Tribsees. Dieses sei aber „nie in Angriff genommen“ worden. Pegel erklärt: Die Ursache sei noch nicht bekannt. Das Bundesverkehrsministerium hat auf eine Anfrage bisher nicht geantwortet.

Lesen Sie mehr:

Von Frank Pubantz

Die großzügige Vergabe von Fördermitteln selbst für Kleinstprojekte in Vorpommern tauchte im „Schwarzbuch“ der Steuerverschwendung auf. Zu Unrecht, meint Vorpommern-Staatssekretär Dahlemann - und bekommt gleich wieder Gegenwind.

31.10.2019

Mehr als die Hälfte aller Ostdeutschen hält den 9. November als deutschen Nationalfeiertag für besser geeignet als den 3. Oktober.

31.10.2019

Mehr als 20 Kindertagesstätten aus ganz Mecklenburg-Vorpommern haben bereits am OZ-Gewinnspiel teilgenommen. Noch bis zum 8. November sucht die OSTSEE-ZEITUNG die kreativste Kita. Viele herbstliche Basteleien haben die Redaktion bereits erreicht.

31.10.2019