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MV aktuell ADAC meldet neuen Stau-Rekord für den Nordosten
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07:17 24.01.2018
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Schwerin/Hamburg

Eine frohe Botschaft für Tausende Autofahrer: Die Staus an einer der wichtigsten Ausfallstraßen von Schwerin sollen der Vergangenheit angehören. Mit dem ersten Spatenstich haben gestern Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD) und Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, den Startschuss für den vierspurigen Ausbau der Bundesstraße 321 am Stadtrand der Landeshauptstadt gegeben.

Die Bundesstraße führt zur Autobahn 14 und zu beliebten Vororten der Landeshauptstadt. Auf dem 2,1 Kilometer langen zweispurigen Abschnitt geht es zu Stoßzeiten nur stockend voran.

An der Stau-Situation in Mecklenburg-Vorpommern wird dieses Bauprojekt nur wenig ändern. Der aktuellen Staubilanz des ADAC Hansa zufolge hat sich die Gesamtlänge der Staus auf Autobahnen in MV im vergangenen Jahr um ein Fünftel auf 4801 Kilometer erhöht. Vor allem an Baustellen an den Autobahnen 19 und 20 staut sich der Verkehr. Trotzdem bleibt der Nordosten im bundesweiten Vergleich laut Studie das Land mit den wenigsten Staukilometern und der kürzesten Gesamtdauer.

Das habe seine Gründe, heißt es aus dem Haus von Infrastrukturminister Christian Pegel (SPD). „Das zeigt, dass der Ausbau der Infrastruktur und ein kontinuierliches Erhaltungsmanagement positive Folgen haben, auch wenn notwendige Erneuerungsmaßnahmen während der Bauphase zu Staus führen“, erklärt Ministeriumssprecherin Renate Gundlach. Gut die Hälfte dieser Staukilometer zählte der ADAC auf der A 19 rund um die Baustelle Petersdorfer Brücke. Diese Stauquelle werde mit dem Ersatzneubau der Brücke beseitigt sein. Dazu kommt: „Die Landesregierung vermindert Stau durch ein Bündel von Maßnahmen“, betont Gundlach. Dazu würden etwa abgestimmte Baumaßnahmen, frühzeitige Verkehrslenkungen sowie die Vermeidung von Baumaßnahmen auf touristischen Hauptstrecken in der Saison gehören. Den wichtigsten Beitrag können die Autofahrer selbst leisten, indem sie sich an die Verkehrsregeln halten und vor allem rücksichtsvoll verhalten würden.

Dass aktuell mehr für die Straßeninstandhaltung getan wird, sei gut und richtig, erklärt Claus Ruhe Madsen, Präsident der IHK zu Rostock. Wichtig sei eine gute Koordinierung von Straßenbaumaßnahmen.

„Um den Verkehrsfluss vor allem in den Städten zu verbessern, sollten die Chancen der Digitalisierung genutzt werden“, sagt Madsen. Etwa durch eine dynamische Steuerung mit grüner Welle und Information der Verkehrsteilnehmer über die Verkehrslage in Echtzeit und Umleitungsempfehlungen. Eine pragmatische Planung müsse künftige Entwicklungen berücksichtigen, so wie autonomes Fahren, das möglicherweise zur Stauvermeidung beiträgt. Sollte es in der Koalitionsvereinbarung Modellregionen für autonomes Fahren geben, sollte das Land mit allen Akteuren deutlich machen: „Wir wären eine Region, die gut dafür geeignet ist und könnten uns damit als Bundesland der Innovationen zeigen“, so Madsen.

Eins ist klar: Staus kosten die Unternehmen Zeit und Geld. „Wir können es uns nicht leisten, unsere raren Fachkräfte auf den Autobahnen in Staus festzuhalten“, sagt er.

Mega-Baustellen nerven Autofahrer

2500 Kilometer betrugen die Staus im Umkreis der Dauer-Baustelle Petersdorfer Brücke auf der Autobahn 19. Seit 2015 läuft die Erneuerung der Brücke. 2020 soll sie endgültig fertig sein, ein Jahr später als ursprünglich geplant.

Auf den abgesackten Teil der Autobahn 20 bei Tribsees entfallen etwa 1300 Kilometer Stau. Dort muss die Trasse auf etwa 800 Meter neu gebaut werden. Die Fertigstellung ist bis 2021 geplant. Die Kosten liegen wohl im zweistelligen Millionenbereich.

Bernhard Schmidtbauer

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