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MV aktuell Der Aida-Chef erklärt, warum Diebe keine Schiffe mögen
Nachrichten MV aktuell Der Aida-Chef erklärt, warum Diebe keine Schiffe mögen
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16:57 14.06.2019
Entspannen nach dem Interview: Kinderreporter Flora, Finn, Michel und Johann (v. li.) auf dem Sonnendeck der „Aidamar“. Quelle: Frank Söllner
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Rostock

Einen Medientermin der besonderen Art stellte sich Felix Eichhorn (39) am Donnerstag an Bord des Kreuzfahrtschiffs „Aidamar“ in Warnemünde. Flora Neufert (6) aus Hinrichshagen (Vorpommern-Greifswald), Michel Gräbsch (6) aus Rerik sowie die Brüder Johann (7) und Finn (5) Dräger aus Neuenkirchen bei Greifswald stellten dem Präsidenten der Rostocker Reederei Aida Cruises im OZ-Kinderinterview wichtige Fragen. Die Nachwuchsreporter hatten sich am Mal- und Bastelwettbewerb „Wie stellst du dir deine Traumreise vor?“ beteiligt.

Wie weit kann das Schiff fahren, ohne zu tanken?

Wenn wir heute losfahren würden, müssten wir nach 14 Tagen wieder an eine Tankstelle fahren. Aber bei uns ist das so, dass die Tankstelle zu uns kommt. Das ist ein kleines Schiff mit einem Schlauch, der ein bisschen größer ist als bei der Tankstellen, zu der eure Eltern mit dem Auto fahren.

Wie viele Leute passen in das Schiff rein?

Wir haben ungefähr 2000 Gäste und 700 Crewmitglieder. Die Besatzung kümmert sich darum, dass das Schiff aus dem Hafen rausfährt und die Maschinen laufen. Ganz viele Mitarbeiter sind aber damit beschäftigt zu kochen oder dafür zu sorgen, dass es an der Bar Getränke gibt. Es gibt sehr viele Berufe hier an Bord, zum Beispiel Fotografen und auch Artisten, Sänger und Tänzer, die in dem großen Theater arbeiten. Sie sorgen alle zusammen dafür, dass die Gäste einen tollen Urlaub haben.

Womit wird das Schiff angetrieben?

Unsere Schiffe werden mit verschiedenen Treibstoffen angetrieben. Wir haben ein neues Schiff, das fährt mit so einem ähnlichen Gas, wie ihr es vielleicht zu Hause habt, um das Wasser warm zu machen. Daneben gibt es noch andere Möglichkeiten. Zum Beispiel Diesel, den ihr bestimmt vom Auto kennt. Und genauso wie es Diskussionen in der Autoindustrie gibt, ob Elektroantriebe nicht vielleicht besser wären, gibt es das auch für Schiffe. In Rostock wird es nächstes Jahr eine Art Steckdose für die Schiffe geben. Wenn das Schiff im Hafen liegt, brauchen wir dann gar keine Maschine mehr anzuschmeißen, sondern nutzen nur den Strom, der aus der Steckdose rauskommt.

Wer denkt sich aus, was für Spielplätze und Spielsachen auf den Schiffen sind?

Wir haben ein großes Büro im Stadthafen. Das habt ihr vielleicht schon einmal gesehen. Da arbeiten über 1000 Mitarbeiter, die fast alle in Rostock wohnen. Es gibt da Experten, die für Spielplätze zuständig sind, die denken sich vieles aus. Aber wir befragen auch die Gäste. Nach jeder Fahrt verteilen wir Fragebögen. Dabei bekommen wir viele Kommentare, was sich unsere Gäste vielleicht noch wünschen. Wenn du schreibst, „Ich möchte eine größere Wasserrutsche oder einen größeren Minigolfplatz“, gucken wir uns das an. So können wir lernen, was unsere Kunden gerne haben möchten und versuchen das umzusetzen. Die Schiffe müssen ja ab und zu in die Werft, dann kann man neue Sachen einbauen.

War schon mal ein Dieb auf dem Schiff?

Das Gute an einem Schiff ist: Hier kann man nicht so schnell weglaufen. Das mögen Diebe gar nicht. Aber es passiert oft, dass Leute Sachen an Bord vergessen. Manche denken dann, das war ein Dieb. Aber auf einem Schiff passiert es nur selten, dass etwas verschwindet. Wir haben eine Abteilung, in der mehrere Leute arbeiten, die sich darum kümmern, dass die vergessenen Sachen zurück zu den Gästen kommen. Wir haben schon viele Kuscheltiere, Brillen und andere lustige Gegenstände gefunden und den Gästen in einem Paket nach Hause geschickt.

Gibt es eine Polizei an Bord?

Auch die gibt es, ihr seit unten an denen vorbeigegangen, als ihr eure Bordkarten vorzeigen musstet.

Ist das die Wasserpolizei?

Die gibt es auch, die ist aber meist auf dem Wasser unterwegs und fährt nicht mit uns mit. Wir haben Leute auf den Schiffen, die aufpassen, dass nur Personen an Bord kommen, die hier arbeiten oder Urlaub machen, und die für die Kontrollen am Eingang zuständig sind – wo man alle Taschen leermachen muss, wie auf dem Flughafen.

Habt ihr ein Gefängnis?

Ein richtiges Gefängnis haben wir nicht. Die Leute sind hier ja im Urlaub und benehmen sich deshalb sehr gut. Was wollt ihr eigentlich mal werden, wenn ihr nicht mehr in die Schule geht?

Flora: Ich bin noch in der Vorschule und würde gern Erzieherin werden.

Johann: Ich will Fußballer werden.

Finn: Ich will bei der Wasserschutzpolizei arbeiten

Michel: Ich will auch zur Wasserschutzpolizei.

Wo würden Sie am liebsten arbeiten, wenn Sie nicht der Aida-Chef wären?

Ich bin in Warnemünde aufgewachsen und habe die Schiffe immer rein- und rausfahren sehen. 1999 habe ich bei Aida angefangen. Ich habe auch an Bord gearbeitet und war dort für das Personal zuständig. Eigentlich hätte ich gern mehr Zeit auf den Schiffen verbracht. Wenn ich nicht Präsident wäre, könnte ich mir viele Sachen vorstellen. Zum Beispiel die Ausflüge begleiten, da sieht man sehr viel. Das ist ein interessanter Job. Oder auch im Hotelbereich. Es gibt viele Möglichkeiten, das macht es so interessant.

Gerald Kleine Wördemann

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