Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
MV aktuell Aida bricht Reise nach Corona-Ausbruch ab: „Ein wahres Eldorado für das Virus“
Nachrichten MV aktuell

Aida bricht Reise nach Corona-Ausbruch ab: „Ein wahres Eldorado für das Virus“

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:19 07.01.2022
„Aidanova“ in Lissabon: Das Coronavirus kann zuweilen für einen ungeplanten Ablauf von Kreuzfahrten sorgen.
„Aidanova“ in Lissabon: Das Coronavirus kann zuweilen für einen ungeplanten Ablauf von Kreuzfahrten sorgen. Quelle: Soeren Stache
Anzeige
Rostock

Für die Passagiere von „Aidanova“ und „Mein Schiff 6“ verlief der Urlaub über den Jahreswechsel gewiss nicht nach ihren Vorstellungen. Beide Schiffe mussten ihre Kreuzfahrten aufgrund von Corona-Ausbrüchen an Bord – auf der „Aidanova“ etwa wurde bei 52 Crewmitgliedern und einem Passagier eine Corona-Infektion nachgewiesen – vorzeitig beenden.

Dass Menschen in diesen Zeiten überhaupt eine solche Reise antreten, stößt unter OZ-Lesern vielfach auf Unverständnis.

„Ein Eldorado für das Virus. 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht“

Irmgard Helsper jedenfalls hält fest, dass es ihr „etwas unbegreiflich“ sei, „warum sich in diesen Pandemiezeiten Menschen entschließen, ausgerechnet eine Kreuzfahrt zu unternehmen. Mehrere Hunderte oder Tausende Menschen auf engem Raum. Ein wahres Eldorado für das Virus. Auch wenn viele Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, eine 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht. Damit muss jeder Passagier rechnen.“

Tilman Steinmann sagt: „Mein Mitleid hält sich in Grenzen. Wer meint, dieser sowieso äußerst fragwürdigen Art des Reisens ausgerechnet während einer Pandemie nachgehen zu müssen, ist ganz offensichtlich mit viel Ignoranz ausgestattet.“

Auch Boris Westermann stellt sich die Frage: „Mal ganz ehrlich, welch logisch denkender Mensch setzt sich in einer Pandemie auf so einen Pott oder in ein Flugzeug?“ Westermann verlangt: „Die einzige Möglichkeit wäre doch, 14 Tage strikte Quarantäne bevor der Urlaub angetreten wird und danach direkt wieder 14 Tage in Quarantäne. Und das für Angestellte wie für Urlauber.“

Jana Meier fragt daraufhin: „Und wie viel Personal sollen die haben, wenn die komplette Besatzung nach einer Woche für zwei weitere Kreuzfahrten wegen Quarantäne ausfällt? So viel Personal gibt’s auf der ganzen Welt nicht.“

Schadenfreude für die Passagiere sei nicht angemessen

Dennis Mitchel meint knapp: „Selbst schuld.“ Und, so Mitchel weiter, Kreuzfahrten sollten nicht mehr stattfinden dürfen, denn auch Diskotheken seien zu. „Aber da dort wesentlich mehr Geld hinter steht, wird das nicht passieren.“

Sabine Behrendt zeigt Verständnis für die Reisenden: „Die Leute wollten mal raus. Ich kann das verstehen. Was ich jedoch nicht nachvollziehen kann, ist, dass sich trotz strenger Kontrollen die Leute infizieren können. Dass Kreuzfahrtdampfer echte Dreckschleudern sind, ist bekannt. Schadenfreude für die Passagiere finde ich nicht angemessen.“

Ihr täglicher Newsletter aus der OZ-Chefredaktion

Viele Hintergründe aus der OZ-Redaktion und die wichtigsten Nachrichten aus MV, Deutschland und der Welt täglich gegen 19 Uhr im E-Mail-Postfach.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Die Frage aber, die sich die Leserinnen und Leser stellen, warum die Leute die Reisen unternehmen, bleibt: Peter Rose glaubt die Antwort zu wissen: „Weil die Geimpften die Versprechen, welche seitens der Politik gemacht wurden, einfordern.“

Passagiere sollten sich an „Bubble-Konzept“ halten

Thorsten Imsande wolle das Thema gar nicht weiter werten, könne dies auch gar nicht. Aber: Grundsätzlich ist das Thema ,viele Personen auf engstem Raum‘ halt mit gewissen Risiken behaftet, egal ob beim Skifahren, auf Kreuzfahrt oder sonst wo.“

Thorsten Krämer ist während der Pandemie selbst schon auf Kreuzfahrt gegangen und plädiert für das „Bubble-Konzept“. Das müsse aber „konsequent verfolgt“ werden, so Krämer. „Und vor allem auch sind hier die Passagiere gemeint. Ich habe schon zwei Fahrten im kompletten Bubble-Konzept hinter mir. Das hat alles super geklappt. Aber wenn es wieder mal einige gibt, die unbedingt individuell von Bord wollen oder sich von der geschlossenen Gruppe trennen, darf man sich nicht wundern.“ Mit Blick auf die Besatzungsmitglieder notiert Krämer: „Die sind Monate an Bord und wollen auch mal vor die Tür. Die haben nicht so eine schöne Kabine wie die Gäste. Und da geht das dann auch schnell.“

Von Juliane Lange