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MV aktuell Mecklenburg-Vorpommern rüstet sich für den Tourismus 2.0
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20:57 28.11.2019
Tobias Woitendorf, neuer Geschäftsführer des Landestourismusverbands, und Sascha Lobo (re.) auf der Bühne beim Landestourismustag Quelle: Ove Arscholl
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Rostock

Der Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern steht vor einer Zeitenwende – und das offenbar mit ziemlich guten Startbedingungen. Das findet jedenfalls Sascha Lobo. Der bekannteste Internet-Experte Deutschlands sang am Donnerstag als Gastredner beim Landestourismustag ein Loblied auf das Urlaubsland an der Küste.

„Es wächst eine neue Generation heran, die nichts lieber tut, als ihr Geld bei Ihnen auszugeben“, sagte der 44-jährige Blogger aus Berlin vor der versammelten Tourismuswirtschaft des Landes. Für die heute 20-Jährigen der „Generation Z“ zählten Erlebnisse und Emotionen mehr als teure Anschaffungen – und das mache Reisen und Urlaub immer wichtiger.

Sascha Lobo ist MV-Fan

Lobo outete sich als leidenschaftlicher MV-Fan: „Ich stehe hier, weil ich Mecklenburg-Vorpommern sehr liebe“, schwärmte der Mann mit dem roten Haarstreifen im Neptun-Hotel. Im Schnitt ist er zweimal jährlich hier, am meisten in der Gegend um Bad Doberan – womit wohl Heiligendamm gemeint war. Seine Flitterwochen verbrachte Lobo in MV, den Antrag hatte er seiner Auserwählten ebenfalls hier gemacht.

Tobias Woitendorf neuer Geschäftsführer

Passend dazu rief der Landestourismusverband einen Neustart für die Branche aus, mit einem neuen Mann an der Spitze: Tobias Woitendorf (44) übernimmt die Geschäftsführung von Bernd Fischer, der nach 25 Jahren in dieser Funktion in den Ruhestand geht.

Woitendorf, der den Verband schon länger kommissarisch leitete, bringe viele Mut und Leidenschaft für die anstehende Umgestaltung mit, sagte Verbandspräsident Wolfgang Waldmüller. Der übrigens am Freitag diesen Posten an Landtagspräsidentin Birgit Hesse übergibt.

Modellregionen mit Einheits-Kurtaxe

Auch das Land will alles neu machen: Wirtschafts-Staatssekretär Stefan Rudolph (CDU) kündigte die Gründung von Modellregionen mit grenzübergreifender Kurtaxe, ÖPNV-Tickets und Infrastrukturprojekte an. Gemeinden können sich im Frühjahr mit eigenen Ideen bewerben.

Das Land stellt Fördermittel und einen Projektmanager in Aussicht, der sich um das Zusammenwachsen kümmert. Die Regionen sollen in etwa den Tourismusgebieten entsprechen – Rügen, Usedom, Fischland-Darß-Zingst, Boltenhagen, etc.

Auf die Bilder kommt es an

Worauf es im Tourismus der Zukunft ankommt, skizzierte Sascha Lobo. Das verlängerte Wochenende löst den Drei-Wochen-Urlaub ab, vor allem unter jungen Großstadtbewohnern in Berlin und Hamburg. Das Wichtigste überhaupt sind Emotionen, Bilder und Geschichten. Deswegen müsse eine Urlaubsziel unbedingt auf Instagram gut aussehen.

Soziale Medien werden zu den wichtigsten Reiseagenten. Manche fahren nur deshalb an einen bestimmten Ort, weil sich ihre Internet-Freunde auch schon dort fotografiert haben. MV hat also beste Chancen. Lobos „Lieblingsort der Welt“ ist der Gespensterwald bei Nienhagen. Und natürlich hat er viele Fotos gemacht.

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