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MV aktuell Anastasia Zampounidis: „Ich habe 37 Jahre lang meine Leber misshandelt!“
Nachrichten MV aktuell Anastasia Zampounidis: „Ich habe 37 Jahre lang meine Leber misshandelt!“
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07:23 15.03.2019
Im Gespräch mit Alexander Loew, OZ-Chefredaktion, gab Anastasia Zampounidis vor 200 Zuhörern interessante Ernährungstipps. Quelle: Frank Söllner
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Rostock

„Wer von Ihnen hat schon einmal versucht, zuckerfrei zu leben?“ fragte Anastasia Zampounidis am Anfang ihrer Lesung Donnerstagabend im Rostocker OZ-Medienhaus. Etwa 40 Arme schnellten in die Höhe, nicht allzu viele im ausverkauften Saal. „Und wer lebt heute noch ohne Zucker?“ Da meldeten sich nur noch fünf Gäste.

Seit 13 Jahren ohne Industrie-Zucker

Ohne den weißen Süßmacher zu leben, ist nicht einfach, und die Berlinerin wäre die letzte, das Gegenteil zu behaupten. Aber es ist zu schaffen, ohne sich drakonischen Regeln zu unterwerfen, sagt die Fernseh-Moderatorin. „Das Leben muss Spaß machen, gerade wenn man es verändern will.“ Seit 13 Jahren lebt sie ohne Industriezucker. Und – es geht ihr blendend.

Dass es auch einmal anders war, räumt die zierliche Frau ein. „Ich habe den Zucker benutzt, um bestimmte Phasen in meinem Leben zu überbrücken“, erzählt sie. Vor Live-Sendungen habe sie sich mit Schokoriegeln vollgestopft. Die Laune stieg – und war nach der Sendung dahin. „Ich brauche Nachschub“, habe ihr Körper signalisiert. Heißhunger. Ein Teufelskreis. Eine Sucht. Ein Zustand, der sie deprimierte. „Ich wollte keinen Heißhunger mehr haben!“ Das sei ihre Motivation gewesen, mit dem künstlichen Zucker Schluss zu machen.

Jeder Deutsche vertilgt 30 Kilo Zucker im Jahr

Eine Entscheidung für ihre Gesundheit. Denn ein Übermaß an künstlich erzeugtem Zucker – jeder Deutsche vertilgt durchschnittlich mehr als 30 Kilo im Jahr – setze die Leber schachmatt. Sie wandelt die süße Last in Fett um, erklärte Zampounidis. Resultat: die nicht-alkoholische Fettleber. „Ich habe 37 Jahre lang meine Leber misshandelt.“

Der gefragte Talk-Gast hat bereits zwei Bücher über ihr zuckerfreies Leben geschrieben. Ein drittes erscheint im September. In Rostock war sie gestern nicht zum ersten Mal. Bereits in den 90er Jahren legte sie als DJane in einem Club auf. Damals habe sie nach Mitternacht der Alkohol wachgehalten.“ „Ich will keine Missionarin sein“, sagte sie. Doch was sie erzählte, klang im ersten Moment fantastisch: Der Zuckerverzicht verfeinere das Geschmacksempfinden. Ihren letzten Schnupfen habe sie 2010 gehabt, Heißhungerattacken kenne sie nicht mehr. Geschichte seien auch die Schlappheit am Nachmittag und die Frühjahrsmüdigkeit. Selbst ihre Orangenhaut habe sich „verabschiedet“.

Besucher holten sich Anregungen

Beim Publikum, in der Mehrzahl Damen, rannte die jugendlich wirkende 50-Jährige offene Türen ein. „Interessantes Thema, interessante Frau“, schwärmte Manja Kanthak (41) aus dem Ostseebad Nienhagen. Für die Generation der jetzt 40- bis 50-Jährigen sei sie als ehemalige Moderatorin des Musikfernsehens „ein Idol“, ergänzte Manja Hennings (45). Sie und die Nienhägerin Diana Wilcken (43) holten sich Anregungen für eine gesündere Ernährung. „Ich habe selber ein Experiment gewagt und versucht, Produkte ohne Zucker einzukaufen“, erzählt Manja Kanthak. „Ich bin nicht fündig geworden.“

Fragen über Fragen: Eine Auszubildende wollte wissen, wie sie ausgewogene Zutaten findet. „Ich gehe auch nicht ständig in den Bio-Laden“, antwortete Zampounidis. Wichtig sei es, regelmäßig frisch mit saisonalen und regionalen Produkten zu kochen.

Smoothie ist „Overkill“

„Alles Bittere unterstützt die Leber“, so die Autorin. Sie empfahl Artischocken, Chicoree und Kurkuma. Bis 16 Uhr sei der Genuss von Obst in Ordnung. Danach habe die Leber ein Problem, dies zu verarbeiten. Zum Smoothie greifen? „Das ist der Overkill. Wenn, dann stark mit Wasser verdünnt.“ Denn die Trend-Getränke enthalten viel Fruchtzucker.

Jeden Tag isst die Expertin zwei Hauptmahlzeiten und zwei Snacks. Nach 18 Uhr möglichst gar nichts mehr. Besonders wichtig ist ihr der Start in den Tag – mit zwei Gläsern warmem Wasser, Obst und 30 Minuten danach warmem Porridge – Hirsebrei oder Haferflocken mit Wasser. „Das ist kein Dogma“, sagt Zampounidis. „Probieren Sie es einfach mal aus!“

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