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MV aktuell Anschlag in Straßburg: Besucher aus MV haben Glück im Unglück
Nachrichten MV aktuell Anschlag in Straßburg: Besucher aus MV haben Glück im Unglück
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20:00 12.12.2018
Am Tag des Anschlags auf dem Weihnachtsmarkt in Straßburg war auch eine Besuchergruppe aus MV beim EU-Parlament in Straßburg zu Gast. Sie besuchte den EU-Abgeordneten aus MV, Werner Kuhn (vorne links) und war zuvor auch auf dem Straßburger Weihnachtsmarkt.
Am Tag des Anschlags auf dem Weihnachtsmarkt in Straßburg war auch eine Besuchergruppe aus MV beim EU-Parlament in Straßburg zu Gast. Sie besuchte den EU-Abgeordneten aus MV, Werner Kuhn (vorne links) und war zuvor auch auf dem Straßburger Weihnachtsmarkt. Quelle: EU/Eve van Soens
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Straßburg/Rostock

Schockstarre in Frankreich: Knapp zwei Jahre nach dem Terroranschlag auf dem Berliner Weihnachtsmarkt ist die französische Stadt Straßburg zur Zielscheibe eines Attentäters geworden. Drei Tote und 13 Verletzte lautet die traurige Bilanz des Anschlags vom Dienstagabend. Der mutmaßliche Täter eröffnete nahe des dortigen Weihnachtsmarktes das Feuer und befindet sich seitdem auf der Flucht. Der 29-Jährige soll Ermittlern zufolge französischer Staatsbürger mit marokkanischen Wurzeln sein und bereits mehrfach im Gefängnis gesessen haben. In Haft habe er sich radikalisiert, heißt es aus dem französischen Innenministerium. Am Tag des Anschlags wollte die Straßburger Polizei ihn morgens verhaften.

Menschen aus MV knapp einem Unglück entkommen

Auch Menschen aus Mecklenburg-Vorpommern haben sich am Anschlagstag mitten im Herzen der historischen Straßburger Altstadt aufgehalten. Sie gehörten zu einer Busgruppe, die den EU-Abgeordneten Werner Kuhn (CDU) aus Zingst besuchten. Unter ihnen Feuerwehrleute aus Süderholz bei Grimmen, eine Lehrerin aus Greifswald und Menschen aus dem Schweriner Raum.

„Noch morgens haben wir gemeinsam eine Stadtführung durch die Altstadt unternommen. Die Gäste waren auch auf dem Weihnachtsmarkt unterwegs“, sagt Kuhn. Anschließend hätten sie sich im EU-Parlament umgeschaut und an einer Debatte teilgenommen. Als sie später gemeinsam beim Abendessen im Hotel saßen, fielen in der Innenstadt die Schüsse. „Ich bekam über den Ticker die Nachricht. Meine EU-Kollegen saßen die halbe Nacht im Parlament fest, alles wurde abgeriegelt“, berichtet Kuhn. Erstmal hab er die Information einfach nur aufgenommen. „Aber Stunden später sackt es dann doch durch und man bekommt weiche Knie.“

Hohe Sicherheitsvorkehrungen auf dem Weihnachtsmarkt

Die Teilnehmer der Gruppe reagierten bestürzt. „Als wir das hörten, waren alle bedrückt, aber auch erleichtert, denn wir hatten Glück im Unglück. Herr Kuhn hatte vorab kurzfristig das Programm geändert, so dass wir nicht nachmittags und abends in der Innenstadt waren, sondern morgens“, sagt Alexander Benkert, Bürgermeister in Süderholz. Dieser Programmwechsel war vielleicht ihr Segen.

Der Weihnachtsmarkt in der elsässischen Metropole galt immer wieder als mögliches Terrorziel, weshalb die Sicherheitsvorkehrungen sehr hoch waren. „Wir sind am Montagabend über den Markt geschlendert und überall an den Eingängen gab es Taschenkontrollen für die Besucher. Vierertrupps von Polizei oder Sicherheitspersonal waren mit Maschinengewehren auf dem Markt unterwegs“, schildert Benkert. Allerdings konnten auch diese Sicherheitskontrollen das Attentat nicht verhindern.

Virginie Wolfram