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MV aktuell Anti-Terror-Razzia in drei Bundesländern: Durchsuchung in Stralsund
Nachrichten MV aktuell Anti-Terror-Razzia in drei Bundesländern: Durchsuchung in Stralsund
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10:51 12.09.2019
Ein Mann wird von Polizisten aus einem Haus in Hamburg geführt. Die Polizei ist am Mittwochmorgen bei Razzien in mehreren norddeutschen Bundesländern gegen mutmaßliche Terror-Unterstützer vorgegangen. Quelle: Christian Charisius/dpa
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Flensburg

Polizei und Staatsanwaltschaft haben am Mittwoch 16 Objekte in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg wegen des Verdachts der Terrorfinanzierung und Bildung einer kriminellen Vereinigung durchsucht. Nach NDR-Informationen fanden die Razzien unter anderem in Stralsund, Stockelsdorf bei Lübeck und den Hamburger Stadtteilen Eimsbüttel, Barmbek-Süd und Harburg statt. Bestätigen oder dementieren wollte die Flensburger Staatsanwaltschaft diese Information nicht.

„Ich kann nur bestätigen, dass es Durchsuchungen in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern in diesem Zusammenhang gab“, sagte Oberstaatsanwältin Stephanie Gropp. Eine ähnliche Antwort gab auch die Leitende Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt. Auch sie machte keine näheren Angaben zu den Durchsuchungen in MV – weder zu Personen noch konkreten Orten.

Haftbefehl gegen zwei Männer erlassen

Hintergrund ist ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Flensburg gegen elf Beschuldigte, wie die Anklagebehörde mitteilte. Zwei Männer aus Syrien im Alter von 34 und 37 Jahren wurden festgenommen. Gegen sie wurde am Nachmittag Haftbefehl erlassen, wie Gropp von der Flensburger Staatsanwaltschaft sagte. Gegen sie lagen bereits Haftbefehle vor. Bisher hätten sie keine weiteren Angaben zu den Vorwürfen gemacht.

Darüber hinaus wurde ein weiterer Mann festgenommen. Ob in diesem Fall auch ein Haftbefehlsantrag gestellt werde, werde derzeit geprüft, sagte Gropp. Eine Entscheidung darüber dürfte am Donnerstag fallen. Die drei Männer wurden in Schleswig-Holstein und Hamburg festgenommen.

Zehn Männer und eine Frau beschuldigt

Den beschuldigten zehn Männern und einer Frau wird vorgeworfen, sich zwischen Dezember 2018 und Juli 2019 gewerbsmäßig und organisiert zu illegalen Geldgeschäften verabredet zu haben. Die Beteiligten stammen überwiegend aus Syrien. Sie sollen Geld ins Ausland verschoben und dafür Provisionen kassiert haben.

Es soll sich um Summen im sechsstelligen Bereich gehandelt haben, sagte Stahlmann-Liebelt. Die Herkunft des Geldes ist den Angaben nach bislang nicht bekannt. Das Geld sei mutmaßlich in mehrere Länder geflossen. „Wir prüfen auch, ob ein Verdacht auf Terrorfinanzierung vorliegt“, sagte Stahlmann-Liebelt. Die Herkunft des Geldes ist den Angaben zufolge derzeit nicht bekannt. Das Geld sei mutmaßlich in mehrere Länder geflossen.

Größere Bargeldbeträge gefunden

Bei den Durchsuchungen wurden Stahlmann-Liebelt zufolge größere Bargeldbeträge gefunden. Auf Fotos von der Durchsuchung eines Objekts in Hamburg ist zu sehen, wie Ermittler zahlreiche Umzugskartons in ihre Fahrzeuge bringen und ein Mann abgeführt wird. Die sichergestellten Dokumente und Gegenstände müssen nun gesichtet und ausgewertet werden. Ziel ist unter anderem, die Hintergründe für die Geldflüsse zu klären sowie nachzuvollziehen, wie viel Geld wohin floss, sagte Gropp.

Die Flensburger Behörde ist federführend bei den Ermittlungen, weil sie die Staatsschutzanwaltschaft in Schleswig-Holstein ist. Sie ist damit für Straftaten zuständig, die einen politischen Hintergrund haben können.

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