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MV aktuell Antrittsbesuch in Rostock: „Landratte“ AKK will für Marine kämpfen
Nachrichten MV aktuell Antrittsbesuch in Rostock: „Landratte“ AKK will für Marine kämpfen
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13:12 27.09.2019
Zum Abschluss ihres Antrittsbesuchs bei der Marine spricht Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) an Bord der Korvette „Oldenburg“ mit der Besatzung. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
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Rostock

Der Alarm schallt aus den Lautsprechern der KorvetteOldenburg“: „Zwei vermutlich feindliche Eurofighter im Anflug. Besatzung auf Gefechtsstationen.“ Kurz darauf knallt es auch schon: Ein Geschoss hat die Bordwand durchschlagen und einen Soldaten verletzt.

Das ist natürlich nur eine Übung für den Antrittsbesuch von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) bei der Marine. Dafür hatte sie sich den Marinestützpunkt in Rostock-Hohe Düne ausgesucht, wo die Korvetten der Marine beheimatet sind.

Auf Zick-Zack-Kurs

Mit einem Helikopter landete AKK auf dem Hubschrauberdeck der „Oldenburg“, wobei sie vorher noch einige Runden über der Korvette und ihrem Schwesterschiff „Magdeburg“ drehte. Nach einer Führung durchs Schiff und einem kurzen Gespräch mit Marine-Inspekteur Andreas Krause beobachtete sie die Übung, zu der zwei Eurofighter vom Fliegerhorst Rostock-Laage angeflogen kamen.

Dann hieß es gut festhalten: Mit einem Zick-Zack-Kurs versuchten die Korvetten, aus der gedachten Schusslinie der angreifenden Maschinen zu kommen und sie gleichzeitig mit ihren Flugkörpern abzuschießen.

Freie Handelswege sichern

Am Ende zeigte sich AKK „persönlich sehr beeindruckt von der Vielfältigkeit der Fähigkeiten sowie der hohen Professionalität und Einsatzbereitschaft der Marine“. Diese Fähigkeiten würden auch weiterhin in Auslandseinsätzen gebraucht. Weltweite Konflikte drehten sich schon heute vor allem um Wirtschaft und Handel. „Man braucht kein Prophet zu sein, um zu sagen, dass das noch ein Stück weitergeht“, so die Ministerin. Daher werde auf die Marine noch stärker die Aufgabe zukommen, die Freiheit der Handelswege zu sichern.

Fotostrecke: Annegret Kramp-Karrenbauer besucht Marine in Rostock

Klicken Sie hier für weitere Bilder vom Besuch der Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) beim Marinestützpunkt Rostock-Warnemünde.

Auf Verschleiß gefahren

AKK räumte allerdings auch Probleme beim Material ein: „Wir sind zu sehr auf Verschleiß gefahren.“ Die Streitkräfte seien nicht immer so ausgestattet, wie sie es sein sollten, und: „Der Prozess der Anschaffung läuft derzeit alles andere als optimal.“ Sie werde sich dafür einsetzen, dass Material schneller auf den Schiffen ankomme und sich die Bundeswehr insgesamt konsequent besser aufstelle.

Mit der derzeitigen Ausstattung werde es schwierig, weitere Auslandseinsätze zu stemmen, warnte Kramp-Karrenbauer. „Wenn wir zusätzliche Einsätze bekommen, müssen wir überlegen, ob wir dafür andere Einsätze zurückfahren – auch mit Rücksicht auf das Material und vor allem auf die Soldaten.“

Kreis des Vertrauens

Zu Beginn ihres Besuchs hatte die Ministerin noch sehr zurückhaltend gewirkt. So stellte sie keine Fragen beim Besuch auf der Brücke und auch nicht bei der simulierten Behandlung des bei der Übung verletzten Besatzungsmitglieds.

Zurück im Hafen kam sie den Soldaten dann allerdings doch noch nahe – im wahrsten Sinne des Wortes: Als die Besatzung sich zur Verabschiedung in Formation aufstellte, forderte AKK sie auf, näherzukommen. So bildete sich ein Kreis wie bei einem Fußballspiel, wenn der Trainer die Mannschaft zu sich ruft. In dieser Runde outete sich die Saarländerin als „ausgewiesene Landratte“ und würdigte die Arbeit der Soldaten: „Material hin oder her – am Ende wird die Marine von Ihnen getragen.“

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