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MV aktuell Zahl der Arbeitslosen in MV im April erneut gesunken
Nachrichten MV aktuell Zahl der Arbeitslosen in MV im April erneut gesunken
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10:30 02.05.2019
Ein Mann steht am im Wartebereich hinter einer Stellwand für Stellenangebote. (Archivfoto) Quelle: Sebastian Gollnow / dpa
Schwerin

Die Arbeitslosigkeit in Mecklenburg-Vorpommern ist im April erneut zurückgegangen. Im Vergleich zum März sei die Zahl der Erwerbslosen um 8,7 Prozent gesunken und liege nun bei 58 600, teilte die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit am Dienstag mit. Die Arbeitslosenquote sank demnach von 7,8 auf 7,1 Prozent.

Die wenigsten Arbeitslosen verzeichnete den Angaben zufolge der Landkreis Rostock mit 5,3 Prozent, die meisten Menschen ohne Arbeit lebten im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte mit 8,8 Prozent. Ein Grund für den Frühjahrsaufschwung ist demnach vor allem der Beginn der Tourismussaison, sagte die Chefin der Regionaldirektion, Margit Haupt-Koopmann. Besonders im Landkreis Vorpommern-Rügen lasse sich dies gut beobachten. Dort sei die Arbeitslosenquote im Vergleich zum März um 16,4 Prozent und damit stärker als in den anderen Regionen im Land gesunken.

Alle Alters- und Personengruppen profitieren

Zum ersten Mal seit der Wiedervereinigung liege die Zahl der Arbeitslosen in einem April unter der Marke von 60 000, sagte Haupt-Koopmann. Erfreulich sei, dass alle Alters- und Personengruppen von dem Aufschwung profitierten. Sowohl Junge wie Ältere, Ausländer und Behinderte hätten gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Alleinerziehenden und langzeitarbeitslosen Eltern sei es häufiger als zuvor gelungen, aus Hartz IV herauszukommen. Der Anteil der Kinder, die von der Grundsicherung leben, sei im Vergleich zum Vorjahr um 8,6 Prozent gesunken.

Die Langzeitarbeitslosigkeit ist trotz Rückgängen in den vergangenen Jahren weiter ein Problem: Aktuell sind laut Wirtschaftsministerium 20 200 Menschen langzeitarbeitslos und damit 43 Prozent weniger als vor fünf Jahren. Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) appellierte an die Unternehmen, die Unterstützungsmöglichkeiten zum Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit verstärkt zu nutzen: „Der Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern ist in Bewegung wie noch nie zuvor.“ Die stabile Entwicklung der Konjunktur sorge für einen wachsenden Bedarf an Mitarbeitern und das Rennen um Fachkräfte habe in einigen Branchen längst begonnen.

Zahlreiche prekäre Beschäftigungen

Der stellvertretende Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbunds Nord, Ingo Schlüter, wies auch auf Schattenseiten hin. Vor allem steige die prekäre Beschäftigung. Dazu zählten Leiharbeit, unfreiwillige Teilzeit, Minijobs und Niedriglöhne. „Circa 33 Prozent der Beschäftigten müssen mit Niedriglöhnen auskommen“, sagte Schlüter. Im bundesweiten Vergleich der Arbeitslosenquoten liegt der Nordosten zusammen mit Sachsen-Anhalt auf dem drittletzten Rang, vor Bremen und Berlin.

Regina Wanke / dpa