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MV aktuell Auf zwei Reifen: Wie sich OZ-Redakteurin Anika Wenning bei einem Stunt fühlte
Nachrichten MV aktuell Auf zwei Reifen: Wie sich OZ-Redakteurin Anika Wenning bei einem Stunt fühlte
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15:28 09.08.2019
Auf zwei Rädern und mit geöffnetem Kofferraum: Das „Aufwärmprogramm“ für Stunt-Profi Steven Korth. Auf dem Beifahrersitz: OZ-Redakteurin Anika Wenning. Quelle: Robert Niemeyer
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Barth

Ich wusste vorher, worauf ich mich einlasse. Aber als ich am Donnerstagabend bei Stuntfahrer Steven Korth ins Auto steige, geht mir die Düse.

Am Sonntag, 11. August, präsentieren die Korth Brothers um 11 Uhr ihre Show in Barth. Familienoberhaupt André Korth, sein Sohn Steven und die Fahrer Alex Airtime, Daniel Jump und Tommy Crash werden hier unter anderem mit Monstertrucks über Autoreihen springen und einen spektakulären Sturzflug vom Kran zeigen. Und ich wollte vorher ein Gefühl für die waghalsigen Stunts bekommen.

„Gut festhalten!“

Für mich haben sich die Korth Brothers etwas nicht ganz so Gefährliches ausgesucht. Und so sitze ich auf dem Beifahrersitz eines Autos, das gleich auf zwei Rädern fahren wird. Vor uns die Rampe, die mir unfassbar hoch erscheint und dann der Appell von Steven Korth: „Gut festhalten!“

Der Wagen rumpelt über die Rampe. Ich klammere mich am Haltegriff fest, als wir auch schon fast senkrecht stehen. Während mir das Herz in die Hose rutscht, hält Steven Korth lässig den Arm aus dem Fenster und winkt. Nach einer Fahrt auf zwei Rädern, die mir ewig vorkommt, ruckelt es und der Wagen steht wieder waagerecht.

Reifen quietschen und es qualmt

Journalistin in Gefahr: Stunt-Profi Steven Korth (38) unternahm mit OZ-Redakteurin Anika Wenning eine etwas aufregendere Spritztour. Quelle: Robert Niemeyer

Ich atme einmal tief durch und entspanne mich, als Steven Korth plötzlich noch mal Gas gibt, dann voll in die Bremsen geht und das Auto sich um 180 Grad dreht. Die Reifen quietschen, es qualmt und mein Puls ist wieder auf 180. Entspannt Auto fahren, geht bei dem Adrenalinjunkie eben nicht.

Auf meine Frage, ob der 38-Jährige auch mal ganz entspannt mit 30 km/h cruisen kann, erwidert er trocken: „Ich kann auch mit 180 fahren.“ Diesen Mann sollte man besser nicht ärgern. Für mich ist das der richtige Moment, um aus dem Auto zu steigen. Denn wer weiß, was sonst noch kommt. Und während ich mit zittrigen Knien das Auto verlasse, war das für Steven Korth gerade einmal das Aufwärmprogramm.

Der 38-Jährige fährt nämlich nicht nur mit einem Pkw, sondern auch mit einem Lkw auf zwei Rädern. „Das ist wirklich schwierig“, meint der Stuntfahrer, dem das Action-Gen einfach angeboren ist. „Die ganze Familie ist mit dem Virus infiziert“, sagt Vater André Korth, der schon als Kind mit seinem Vater und seinem Bruder als „Helldrivers“ unterwegs war. Die Familie mütterlicherseits ist übrigens die bekannte Hochseil-Dynastie Traber.

Mit dem Bobbycar auf zwei Rädern

Und genau wie André Korth sind auch seine beiden Söhne Steven und Jeffrey mit den Stunts aufgewachsen. Schon mit dem Bobbycar seien sie auf zwei Rädern gefahren und hätten das eine oder andere waghalsige Manöver geübt.

Vom Rutschauto ging es aufs Fahrrad, dann aufs Motorrad, Quad, Auto und Lkw. „Mein Bruder und ich waren schon gut, aber unsere Kinder sind weitaus besser als wir. Und die Enkel sind noch besser“, sagt der 58-Jährige stolz. Und während Steven noch im Korth-Team dabei ist, hat sein Bruder Jeffrey sich eine eigene Stunt-Truppe aufgebaut.

Dass es bei den waghalsigen Stunts auch zu Verletzungen kommt, sei unvermeidbar. Gehirnquetschungen, Schädelbrüche oder Knochenbrüche kommen immer wieder vor. Doch der Chef der Korth-Truppe sieht das gelassen. „Das ist doch ein ganz normaler Beruf wie jeder andere. Auch Dachdecker oder Krankenwagenfahrer leben gefährlich.“ Das Wichtige sei, nach einem Unfall so schnell wie möglich weiterzumachen. Und natürlich habe bei den Shows die Sicherheit des Publikums oberste Priorität.

Doch bevor die Show am Sonntag losgeht, muss noch viel vorbereitet werden. Bereits seit Montagabend ist das Team in Barth und präpariert die Autos. So müssen an den Fahrzeugen unter anderem die Auspuffe abmontiert werden, damit sie bei den Stunts nicht durch die Gegend fliegen. Auch die Airbags werden ausgebaut. „Die brauchen wir nicht“, erklärt André Korth. Der wirkliche Aufbau kann erst am Samstag nach Ladenschluss losgehen und dauert etwa vier Stunden. Am Sonntag wird dann am Nachmittag nach der Show alles wieder abgebaut und die Truppe reist weiter nach Rügen.

Show am 11. August

Das „Korth Brothers-Stunt-Racer“ Team präsentiert am Sonntag, 11. August, um 11 Uhr auf dem Famila-Parkplatz in Barth, Am Mastweg 6, eine 90-minütige Action-Show. Erstmals dabei ist die größte Harley Davidson der Welt.

Karten gibt es direkt vor Ort. Erwachsene zahlen 20 Euro und Kinder 15 Euro.

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