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MV aktuell BASF sieht sich vor US-Sanktionen geschützt
Nachrichten MV aktuell BASF sieht sich vor US-Sanktionen geschützt
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14:58 26.02.2019
Martin Brudermüller (r.), Vorstandschef von BASF, und Finanzvorstand Hans-Ulrich Engels Quelle: FOTO: Anspach/dpa
Ludwigshafen

Im Streit um die Gaspipeline Nord Stream 2 zwischen Deutschland und Russland fühlt sich der Chemieriese BASF geschützt vor möglichen Sanktionen der USA. Zwar sehe ein US-Gesetz von August 2017 mögliche Strafmaßnahmen gegen Firmen vor, die an Nord Stream 2 beteiligt seien, sagte Finanzvorstand Hans-Ulrich Engel am Dienstag in Ludwigshafen. Allerdings gebe es auch eine US-Regelung, die Darlehensverträge ausdrücklich ausnehme, die vor Inkrafttreten dieses Gesetzes geschlossen worden seien.

„Wir sind nicht Aktionär von Nord Stream 2, sondern finanzieren über Darlehen, und diese stehen unter Vertrauensschutz“, sagte Engel. Zuletzt hatte der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, beteiligten deutschen Unternehmen offen mit Sanktionen gedroht. Auch BASF habe einen entsprechenden Brief des Diplomaten erhalten, sagte Engel. BASF ist über seine Tochter Wintershall an der Pipeline durch die Ostsee beteiligt. Die 9,5 Milliarden Euro teure Leitung, durch die bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Gas jährlich von Russland nach Deutschland strömen sollen, ist ein rotes Tuch für die US-Regierung. Präsident Donald Trump wirft Deutschland deswegen vor, von Russland kontrolliert zu sein. Berlin zahle Milliarden an Moskau, während es sich militärisch auf den Schutz Washingtons verlasse. Kritiker weisen allerdings darauf hin, dass die USA gern selbst mehr Flüssiggas verkaufen würden.

Rolle von Gazprom in der EU 2018 weiter gestärkt

Der Anteil von russischem Gas auf dem EU-Energiemarkt ist 2018 nach Angaben des Konzerns Gazprom im Vergleich zum Vorjahr um zwei Punkte auf 36,7 Prozent gewachsen. 201,8 Milliarden Kubikmeter seien im vergangenen Jahr nach Europa exportiert worden, teilte das weltgrößte Gasunternehmen bei einem Investorentag in Hongkong mit. Der mit Abstand größte Abnehmer ist traditionell Deutschland. Gazprom-Export-Chefin Jelena Burmistrowa wies mit Blick auf die Diskussion um die Ostseepipeline Nord Stream 2 Befürchtungen vor einer zu großen Abhängigkeit von russischem Gas zurück. „In keiner anderen Region der Welt ist bis zum heutigen Tag eine derartige Zahl an alternativen Liefermöglichkeiten zugänglich wie in Europa“, sagte sie.

Wolfgang Jung