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MV aktuell Bau von A20-Behelfsbrücke bei Tribsees beginnt
Nachrichten MV aktuell Bau von A20-Behelfsbrücke bei Tribsees beginnt
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22:01 15.10.2018
Millimeterarbeit bei der Montage: Giys Vernooij (52) und Philipp Hofmeister (31) von der niederländischen Firma Janson Bridging kontrollieren, ob das erste Stahlsegment für die Behelfsbrücke richtig auf dem Brückenpfeiler platziert ist. Quelle: Christian Rödel
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Tribsees

Christian Pegel zückt sein Smartphone. Ein paar Fotos, ein kurzes Video. Mecklenburg-Vorpommerns Verkehrsminister hält den Moment auch für sich persönlich fest. Das Stahlsegment schwebt vom Tieflader langsam in Richtung Brückenpfeiler. 27 Meter lang, 2,5 Meter breit, 34 Tonnen schwer. Erst Montag früh ist es per Schwerlasttransport aus dem niederländischen Hank in Vorpommern eingetroffen. Punkt 9 Uhr beginnt die Montage des ersten Teils für die Behelfsbrücke, über die spätestens Anfang Dezember die A 20 bei Tribsees (Vorpommern-Rügen) wieder befahrbar sein soll.

Nach zwölf Jahren Nutzung abgesackt

„Auf diesen Moment haben wir lange gewartet“, meint der SPD-Politiker. Er sieht darin „ein wichtiges Zeichen an die Gemeinden, dass es voran geht“. Im Herbst vorigen Jahres war bei Tribsees ein Stück Fahrbahn im Moor des Trebeltals abgesackt – nach zwölf Jahren Nutzung. Seitdem ist die Autobahn dort gesperrt. Der Verkehr wird durch Langsdorf und Böhlendorf umgeleitet, eine Tortur für die Dorfbewohner.

An der Baustelle der abgesackten Autobahn 20 bei Tribsees (Landkreis Vorpommern-Rügen) hat am Montag die Montage der Behelfsbrücke begonnen.

Bereits vor drei Wochen lieferte die niederländische Firma Janson Bridging die ersten Brückenelemente. Zwölf Teile wurden erstmal am Fahrbahnrand zwischengelagert, doch nun beginnt der sichtbare „echte“ Brückenschlag. 81 solcher Teile müssen – jeweils zu dritt nebeneinander liegend – auf die Brückenpfeiler gebracht werden. „Ab jetzt wird aber direkt vom Tieflader aus montiert“, berichtet Ronald Normann, der im Güstrower Landesamt für Straßenbau und Verkehr für die Autobahnen zuständig ist. Just-in-Time, wie der Fachmann sagt. Das spart Zeit und Kosten. Pro Tag werden dafür drei Lkw-Transporte aus Holland erwartet. Wenn alles reibungslos läuft, wäre das Brücken-Provisorium in 27 Tagen fertig.

Blitzer schon fest eingeplant

„Nicht ganz“, relativiert Normann. Dann müssten noch Schutzplanken und Fahrbahnmarkierung angebracht und die Übergänge zu den Anschlussstellen angepasst werden. „Und auch die Blitzer“, betont der Straßenbauexperte. Denn der neue A-20-Abschnitt soll vorerst nur mit Tempo 60 befahren werden. Normann: „Wir wollen die Geschwindigkeit runterdrücken, um Unfälle zu vermeiden.“ Denn die Behelfsbrücke hat in jede Richtung nur eine Spur. „Wenn da was passiert, hätten wir sofort eine Vollsperrung und müssten wieder durch die Dörfer umleiten.“

Wie lange die Behelfsbrücke in Betrieb sein soll, darauf wollen sich die Verantwortlichen noch nicht festlegen. „Auf jeden Fall so lange, bis die andere Seite fertig ist“, meint Ronald Normann. Denn das Provisorium aus Stahl ist nur gemietet, vorerst für zwei Jahre. „Danach wird es wieder abgebaut und kann auf jeder x-beliebigen anderen Baustelle genutzt werden“, erläutert Projektleiter Andreas Wedenig von der Berliner Tiefbau-Arge Bauer-Züblin, die den Zuschlag für den Bau der Behelfsbrücke bekam, inklusive aller Gründungsarbeiten.

Trebeltal-Querung wird 1,3 Kilometer lang

Spätestens Anfang Dezember soll die Autobahn 20 bei Tribsees wieder befahrbar sein, zunächst jedoch nur einspurig in jede Richtung. Dafür entsteht derzeit eine 773 Meter lange Behelfsbrücke. Die holländische Firma Janson Bridging stellt dafür 27 Brückensegmente zur Verfügung, die in 81 Einzelteilen geliefert werden. Seit Montag werden die ersten Teile auf die neuen Brückenpfeiler montiert. Zusammen mit der ursprünglichen Trebeltal-Brücke wird die neue Querung rund 1,3 Kilometer lang sein. Laut Landesamt für Straßenbau in Güstrow gehört sie damit zu den längsten Flussquerungen in Mecklenburg-Vorpommern. Die Stahlteile sind für zwei Jahre gemietet. Sie werden später durch eine Betonkonstruktion ersetzt.

Allein für die Miete der Stahlsegmente fallen pro Monat 153 000 Euro an. Insgesamt sind die Kosten für die Übergangslösung auf rund 50 Millionen Euro veranschlagt. Die Baukosten trage der Bund, stellt Landesminister Pegel klar. „Es ist ja eine Bundesautobahn.“ Allerdings: Das Land sei für die Planungskosten zuständig. Die könnten sich – für das Gesamtprojekt – auf bis zu 18 Millionen Euro belaufen. Pegel begründet auch, warum die Planer sich für eine Behelfsbrücke entschieden. „Sonst hätten wir mindestens zwei Jahre gebraucht, bis die Autobahn wieder offen ist.“ So lange sei den Einwohnern von Langsdorf und Böhlendorf die Umleitung nicht zumutbar gewesen.

In Richtung Rostock soll gleich die endgültige Lösung für die neue Querung entstehen. Damit sei man aber noch „ziemlich am Anfang“, meinen die Verantwortlichen. Bisher steht noch nicht einmal fest, wer den Auftrag dafür bekommt. Erst Mitte 2019 könne das Vorhaben ausgeschrieben werden. Insgesamt wird die neue Trebeltal-Querung dann 1,3 Kilometer lang sein, fast 800 Meter länger als die bisherige Brücke. Der gesamte Bereich wird jetzt in herkömmlicher Pfahlbauweise errichtet. Allein für die 773 Meter lange Behelfsbrücke wurden mehr als neue 300 Pfähle gesetzt. Die vor 15 Jahren auf dem moorigen Grund angewandte neue Technologie war nicht stabil genug, so dass die Fahrbahn unmittelbar vor der Brücke im Moor einsackte.

Alexander Heyn (26) und Marcel Schmidt (42) steigen aus ihren Kränen. Zeit für ein Päuschen, das nächste Segment kommt erst in einer halben Stunde. Die beiden Männer von der Firma H.N.Krane sind entspannt. „Für uns ist das hier normales Tagegeschäft“, meint Heyn, der für die Niederlassung in Lubmin (Vorpommern-Greifswald) arbeitet, die der holländische Brückenlieferant Janson Bridging für die Montage als Subunternehmen einbindet. Jeder der beiden Kräne kann bis zu 130 Tonnen heben, da seien die 36 Tonnen des Brückenstücks „kein Problem“. Immerhin: Gut eine dreiviertel Stunde hatte es gedauert, bis das erste Teil richtig auf dem Pfeiler platziert war.

„Das erste Teil ist immer am wichtigsten“, sagt auch Philipp Hofmeister (31), Montageleiter bei Janson Bridging. „Das muss auf den Zentimeter genau liegen.“ Denn da würden ja die beiden anderen dagegen geschoben und dann mit Bolzen verbunden. Alexander Heyn grient: „So ähnlich wie beim Laminat-Verlegen.“

Elke Ehlers

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