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MV aktuell Rostocker Hauptbahnhof 2020 für vier Wochen lahmgelegt
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19:31 26.11.2019
Baumaschinen und Gleise auf der derzeit größten Bahnbaustelle von MV in Warnemünde. Bis zum Beginn der Kreuzfahrtsaison im Mai sollen die Arbeiten an dem 65-Millionen-Euro-Projekt abgeschlossen sein. Quelle: Danny Gohlke/dpa
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Rostock

160 Millionen Euro investiert die Bahn allein in diesem Jahr in Gleise und Bahnhöfe in Mecklenburg-Vorpommern. Schwerpunkt ist Rostock. Während der Umbau des Warnemünder Bahnhofs pünktlich zur nächsten Kreuzfahrtsaison abgeschlossen sein soll, stehen rund um den Rostocker Hauptbahnhof in den kommenden Jahren massive Umbauten auf dem Programm.

Fahrgäste müssen sich auf Verspätungen und Ersatzverkehr einstellen. Im Herbst 2020 wird die Hansestadt sogar für mehrere Wochen komplett vom Schienenverkehr abgehängt. Die geplanten Bauvorhaben der Bahn im Überblick:

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Rostocker Hauptbahnhof: Im Herbst 2020 werden rund um den größten Bahnhof von MV Gleise und Weichen erneuert. Rund vier Wochen lang kommt es immer wieder zu Vollsperrungen des Zugverkehrs. Die Hansestadt wird teilweise umfahren. Es wird landesweite Auswirkungen für Pendler und Bahnreisende geben, die in Richtung Berlin, Hamburg oder Schwerin wollen. Der betroffene Zeitraum ist vom 20. Oktober bis 18 November 2020. Welche Ersatzverkehr-Angebote die Bahn anbietet, ist noch offen. „Wir erarbeiten zurzeit einen Fahrplan und das Umleitungskonzept“, sagt Renado Kropp von der DB Netz AG.

Brückenabriss in Rostocker Innenstadt

Im Herbst 2021 geht es weiter am Rostocker Hauptbahnhof mit dem Abriss der 51 Jahren alten, für den Stadtverkehr wichtigen Goetheplatzbrücke. Für Abriss und Neubau veranschlagt die Bahn drei Jahre. Bahnkunden und Autofahrer in Richtung Rostocker Südstadt müssen sich auf Einschränkungen und Stau einstellen.

Güterstrecke Berlin-Rostock: Seit 2005 läuft der Ausbau dieser Bahnverbindung für den Güterverkehr, ein Teilstück der wichtigen Handels-Achse zwischen Skandinavien und Südeuropa. Die Gleise wurden bereits für Achslasten bis 25 Tonnen ausgebaut. Ein Teilstück fehlt allerdings noch: der Abschnitt von Kavelstorf im Landkreis Rostock bis zum Rostocker Seehafen. Bis Dezember wird die Strecke unter anderem mit neuen Entwässerungsdurchlässen für die schweren Güterzüge fit gemacht. Im Frühjahr 2021 beginnen die Arbeiten an die Gleisen, die sechs Monate dauern sollen. Anschließend soll auf dem Abschnitt Tempo 120 möglich sein.

Ersatzverkehr in Ribnitz-Damgarten

Rostock-Bramow: Die Gleisführung zum Rostocker Fracht- und Fischereihafen wird geändert, damit in Zukunft Güterzüge bis 740 Meter Länge bis dorthin durchfahren können. Die Planungen für das Großprojekt beginnen im Mai, die Inbetriebnahme ist für 2024 vorgesehen

Ribnitz-Damgarten: Die Trasse zwischen Ribnitz-Damgarten und Gelbensande bleibt Anfang Dezember 2020 für eine Woche komplett gesperrt. Die Bahn richtet Schienenersatzverkehr ein. Der Fernverkehr zwischen Stralsund und Rostock findet in dieser Zeit ebenfalls nicht statt.

Troglösung für Wismar

Wismar: Die Eisenbahnbrücke Poeler Straße wird in den kommenden Jahren nach dem Rückbau neu errichtet. Der Autoverkehr wird künftig in einem Trog unter den Gleisen durchgeleitet. Derzeit findet der Rückbau leerstehender Gebäude und Verlegung von Kabeln statt. Im Mai 2022 soll das neue Kreuzungsbauwerk fertig sein. Zurzeit läuft der Abriss von leerstehenden Gebäuden und es werden Kabel umverlegt.

Neue Weichen, größere Umbauten

Güstrow-Rostock: Zwischen Priemerburg und Plaaz werden die Gleise vom 17. bis 20. April 2020 gesperrt. Statt der S-Bahn S3, fahren dann Busse im Ersatzverkehr über Kavelstorf nach Rostock.

Kleinere Gleisbaustellen mit Auswirkungen für Bahnkunden macht die Bahn 2020 rund um Ludwigslust auf. In Neubrandenburg werden wie in Rostock Weichen erneuert, der Bahnhof bleibt für zehn Tage im März voll gesperrt, auch in Malchin stehen größere Umbauten an. Im April fahren daher auf der Strecke Teterow-Stavenhagen knapp zwei Wochen keine Züge.

Neuer Intercity fährt bis Warnemünde

Die neue Intercity-Linie Dresden-Berlin-Rostocknimmt zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember den Betrieb auf. Ab 19. Mai fährt der Zug bis nach Warnemünde. Bereits Anfang Mai können Passagiere mit der neuen Verbindung ohne Umsteigen zum Flughafen Berlin-Schönefeld durchfahren. Im Oktober soll der Zug dann am neuen Flughafen BER halten – wenn es bei der in diesem Monat geplanten Eröffnung bleibt. Der IC fährt im Zweistunden-Takt. Pendler hatten kritisiert, dass die Abfahren ab Rostock im Berufsverkehr nahe an denen des Regionalexpress nach Berlin liegen (OZ berichtete).

Riesenbaustelle Warnemünde im Zeitplan

Warnemünde: Der Umbau des Bahnhofs soll bis zur Kreuzfahrtsaison im Mai 2020 abgeschlossen sein. „Wir liegen im Zeitplan“, sagt Bauleiter Ingo Buhlke. Auf der Großbaustelle, die am Bahnhofsgebäude beginnt, liegen herausgerissene, genietete Stahlplatten von 1903 im Matsch – das Dach der alten Fußgängerunterführung zwischen Seekanal und Bahnhof. Künftig wird es drei Zugänge von den Kreuzfahrt-Anlegestellen zum Bahnhof und zur Warnemünder Innenstadt geben. Die Bahnsteige für die S-Bahn, die Kreuzfahrt-Sonderzüge und den Fernverkehr werden modernisiert und verlängert.

Als bundesweit erster Bahnhof bekommt Warnemünde ein digitales Stellwerk im Fernverkehr.

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