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„Bauer sucht Kunden“ - Protestaktionen in MV gegen Agrarpolitik

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15:53 27.12.2019
27.12.2019, Mecklenburg-Vorpommern, Bergen: An einem Traktor vor einem Supermarkt in Bergen auf der Insel Rügen hängt ein Plakat mit der Aufschrift «Bauer sucht Kunden». Bundesweit haben sich in den letzten Monaten Landwirte zusammengefunden, um gegen die aktuelle Umwelt-, Landwirtschafts- und Handelspolitik zu demonstrieren. Foto: Stefan Sauer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Quelle: Stefan Sauer/dpa
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Schwerin/Güstrow

Knapp 100 Landwirte haben sich nach Angaben der Organisatoren am Freitag in Mecklenburg-Vorpommern an den neuerlichen Protesten gegen die aktuelle Agrarpolitik und dem Werben für regionale Produkte beteiligt. Zum Teil seien die Bauern mit Traktoren vor Supermärkte gefahren, um auf ihre Lage aufmerksam zu machen und um mit Kunden ins Gespräch zu kommen. Die Aktion stand unter dem Motto „Bauer sucht Kunden“.

„Die Reaktionen reichten von bewusstem Wegschauen bis hin zu offenen Solidaritätsbekundungen“, sagt Sabine Firnhabereine vom Aktionsteam Land schafft Verbindung-MV. Wichtig sei gewesen, mit den Verbrauchern ins Gespräch zu kommen und sie für die Probleme der Landwirtschaft zu sensibilisieren. Kurzfristige Verhaltensänderungen beim Kauf von Lebensmitteln seien nicht zu erwarten. „Die meisten schauen wohl schon nach dem Preis. Doch immer mehr Menschen fragen auch danach, wo kommt das Produkt her und wie wurde es hergestellt“, sagte Firnhaber.

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Protest gegen scharfe Vorgaben zum Umweltschutz

Viele Bauern beklagen eine zunehmende Entfremdung von Stadt- und Landbevölkerung und in der Folge ihrer Meinung nach unrealistische politische Forderungen. Das sogenannte Agrarpaket des Bundes wird als Zeichen einer „zunehmenden Verbotspolitik dieser Regierung“ bewertet. Aktuell richtet sich der Protest unter anderem gegen geplante schärfere Vorgaben zum Insekten- und Umweltschutz und weitere Düngebeschränkungen zum Schutz des Grundwassers vor noch höheren Nitratbelastungen.

Aktionen gab es am Freitag landesweit, unter anderem in Schwerin, Stavenhagen, Ferdinandshof und Altentreptow. Nach Angaben der Polizei kam es bis zum frühen Nachmittag weder zu Zwischenfällen noch zu nennenswerten Behinderungen im Straßenverkehr. Anders in der Vorwoche, als Bauern an vielen Verkehrsknotenpunkten für ihre Interessen demonstriert und damit teils auch für Behinderungen gesorgt hatten.

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Von RND/dpa