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MV aktuell Baustart für zweites Megaschiff in Warnemünde in Rostock
Nachrichten MV aktuell Baustart für zweites Megaschiff in Warnemünde in Rostock
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21:41 10.09.2019
Die Silhouette der „Global 2“ wurde gestern beim Brennstart auf der Werft in Warnemünde aus einem Stahlblech geschnitten. Die MV-Werften-Industriemechanikerlehrlinge Erik Ruwoldt und Richard Knop (v.l.) halten das gute Stück in die Kamera. Quelle: Dietmar Lilienthal
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Rostock

Draußen fegt ein kühler Wind übers Werftgelände, aber drinnen, in der riesigen Halle 11 der MV Werften in Rostock-Warnemünde, wird’s gleich heiß zugehen. Am hinteren Ende der Halle versammeln sich am Dienstag etwa drei Dutzend Frauen und Männer, um den sogenannten Brennbeginn zu zelebrieren – den offiziellen Start für den Bau des zweiten Global-Class-Kreuzfahrtschiffs.

Doch zuvor tritt der Geschäftsführer der MV Werften, Peter Fetten, ans Rednerpult. Genau ein Jahr sei es her, dass die MV Werften den ersten Kreuzliner „Global 1“ in Warnemünde auf Kiel gelegt haben. Am Dienstag nun begann die Fertigung des zweiten Schiffs der Serie, der „Global 2“.

Bildergalerie: MV Werften beginnt Bau des zweiten Kreuzfahrtschiffes der Global Class

Mit dem symbolischen Brennbeginn wurde bei den MV Werften in Warnemünde am Dienstag die Produktion des 342 Meter langen Kreuzfahrtschiffs „Global 2“ aufgenommen. Das Schwesterschiff „Global Dream“ soll ab 2021 in See stechen.

Schiffe mit gewaltigen Ausmaßen

Die Ausmaße der Schwesterschiffe sind enorm: 342 Meter lang und 46 Meter breit sollen sie werden. Und sie gelten – gemessen an den Kapazitäten für bis zu 9500 Passagiere und 2500 Besatzungsmitglieder – als die größten Kreuzfahrtschiffe der Welt. Gebaut werden die Giganten auf den MV-Werften-Standorten in Rostock, Wismar und Stralsund.

So soll das Schiff „Global Class“, was seit Dienstag bei MV Werften in Rostock gebaut wird, aussehen. Quelle: MV Werften

Auch der Schweriner Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) ist voll des Lobes. Der Baustart des zweiten Kreuzfahrtschiffgiganten aus Mecklenburg-Vorpommern sei „ein weiterer Meilenstein in der Umsetzung der Schiffbauten vor Ort“, betont Glawe.

Kommentar: Großes geschieht

Bis zu 6000 Menschen arbeiten auf den drei Werft-Standorten

Fast 3000 Mitarbeiter beschäftigten die MV Werften an den drei Standorten. „Das sind Zahlen, von denen wir vor einigen Jahren nur geträumt haben“, sagt Glawe. Hinzu kommen laut MV Werften bis zu weitere 3000 externe Mitarbeiter, etwa von Subunternehmern.

Dann ist es an Tan Sri Lim Kok Thay, den Knopf zu drücken für den ersten Brennschnitt. „Drei! Zwei! Eins!“, tönt es über die Lautsprecher, eine Schiffshupe dröhnt durch die Halle. Und dann – symbolisch für den Produktionsstart – schneidet der Plasmabrenner aus einer Stahlplatte die Silhouette eines Global-Class-Schiffs im etwa zwei Meter langen Miniaturformat.

Ruckzuck geht das. „Mit einem normalen Handbrenner hat ein solcher Schnitt früher um ein Vielfaches länger gedauert“, erklärt der Produktionsleiter der Laser-Hybrid-Halle, Frank Politz. Hochtechnologie in der Produktion für Hochtechnologie auf See.

„Global 2“ wird Ende 2019 auf Kiel gelegt

Rund 100 Millionen Euro hatte Genting in die Schiffbau-Halle 11 mit der nach Unternehmensangaben modernsten Schweißanlage Europas investiert. Knapp 400 Meter lang, bis zu 100 Meter breit und gut 25 Meter hoch ist das Gebäude. In der Ende 2018 eröffneten Halle entstehen nun die 25 mal 16 Meter großen Stahlplatten für die Global-Class-Schiffe.

Bereits am 9. Dezember 2019 soll „Global 2“ auf Kiel gelegt werden, erklärt Geschäftsführer Fetten. Bis dahin muss die ältere Schwester „Global 1“ – die inzwischen den offiziellen Namen „Global Dream“ trägt – den Platz im Dock geräumt haben. Das rund 260 Meter lange Mittelschiff wird dann von Schleppern zur Endmontage nach Wismar gezogen.

Nach den letzten Feinarbeiten, die nach aktuellem Stand in der ebenfalls zu Genting gehörenden Werft in Bremerhaven stattfinden sollen, wird die „Global Dream“ im Jahr 2021 in See stechen. Die Ablieferung ihrer Schwester „Global 2“ ist den Angaben zufolge für 2022 geplant. Das Gesamtinvestitionsvolumen für die beiden Schiffe wird mit knapp 3,1 Milliarden Euro beziffert.

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Von Axel Meyer