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MV aktuell Baustelle MV: Das sind die größten Projekte im Straßenbau
Nachrichten MV aktuell Baustelle MV: Das sind die größten Projekte im Straßenbau
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19:48 30.07.2019
Nadelöhr Petersdorfer Brücke an der A 19: Die Hauptverkehrsader gen Süden wird noch bis Spätsommer 2020 Baustelle bleiben. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
Rostock

Autofahrer brauchen in MV wieder starke Nerven. Zwölf Stunden lang, von 7 bis 19 Uhr, wird die wichtige Küsten-Autobahn A 20 am Mittwoch wegen Bauarbeiten bei Tribsees voll gesperrt. Ausgerechnet jetzt, da das Land voller Urlauber ist.

Die touristische Hochsaison bremst den Straßenbau auch andernorts nicht aus. Allein in diesem Jahr investieren Bund und Land mehr als 250 Millionen Euro in Bau und Erhaltung von Straßen und Radwegen. Im Verbund habe man Investitionen an Straßen in Vergangenheit „kontinuierlich gesteigert“, sagt Verkehrsminister Christian Pegel (SPD). Die größten Projekte:

A 20, A 19 und Rügen-Zubringer als größte Brocken

Autobahn 20 bei Tribsees: Rund 150 Millionen Euro kostet der Neubau der abgesackten Strecke – inklusive Gründung, Bau und Miete der Behelfsbrücke. Eine Prognose zur Fertigstellung will Pegel noch nicht geben. Vom Bund stammt die Jahreszahl 2023.

Petersdorfer Brücke an der A 19: Der Neubau an der Hauptstrecke Richtung Berlin kostet insgesamt 62 Millionen Euro. Laut Planungsgesellschaft Deges verschiebt sich die Fertigstellung des zweiten Teils auf den Spätsommer 2020.

A 20 bei Wismar: Für die Instandsetzung der Strecke zwischen Zurow und Wismar-Mitte sind insgesamt 21 Millionen Euro veranschlagt. Geplante Fertigstellung: Dezember.

Rügen-Zubringer/ B 96n: Der zweite Bauabschnitt zwischen Samtens-Ost und Bergen wurde Ende Juni freigegeben. Insgesamt kostet das Projekt 62,8 Millionen Euro.

Ortsumgehung Neubrandenburg/ B 96: Insgesamt haben Bund und Land 44 Millionen Euro dafür geplant. Der erste Abschnitt soll im Herbst fertig sein, der Rest 2020.

Autobahn-Zubringer Schwerin/ B 321: Dafür sind laut Verkehrsministerium 20 Millionen Euro vorgesehen. 2022 soll der Verkehr ungestört rollen.

B 96 Strüßendorf-Ralswiek: Im Sommer 2020 soll das Rügener Verkehrsprojekt Geschichte sein. Kosten: rund 11 Millionen Euro.

Verkehrsknoten Rostock-Evershagen: Für rund 13 Millionen Euro wird an der B 103 Richtung Warnemünde eine komplett neue Trassenführung geschaffen. Im Sommer 2020 soll Eröffnung sein.

Den Löwenanteil der Investitionen in diesem Jahr übernehme der Bund – 194 Millionen Euro und damit 10 Millionen mehr als im Vorjahr. Das Land steuere 60 Millionen bei – ein Plus von sieben Millionen. Geld fließt auch in Radwege. Ein dicker Brocken: die Strecke entlang der (Rügen), die gerade freigegeben wurde. Kosten: 3,65 Millionen Euro.

Touristiker: Zeitpunkt der A20-Sperrung ist schlecht

Mit Unverständnis reagieren Touristiker vor allem auf die Pannen-Autobahn A 20, die erst 2023 fertig sein soll. Binzer Hoteliers machten das Land gar für Umsatzeinbußen verantwortlich. „Problematisch“ nennt Tobias Woitendorf, Sprecher des Tourismusverbandes MV, die Vollsperrung der A 20 mitten in der Saison. Jetzt, da alle Bundesländer Ferien haben „und wir mehr als 400 000 Urlaubsgäste im Land haben“. Generell habe er aber Verständnis für die Bauarbeiten. „Funktionierende Verkehrswege sind Grundvoraussetzung für Tourismus“, so Woitendorf.

Wirtschaft: Straßenbau bringt Aufträge, kostet aber Zeit

Ein lachendes und ein weinendes Auge hat man zum massiven Straßenbau in der Wirtschaft des Landes. „Grundsätzlich bewerten wir es positiv, dass allein in MV in diesem Jahr 250 Millionen Euro vorgesehen sind“, sagt Peter Volkmann, Vize-Chef der IHK Rostock. Von Aufträgen profitierten beauftragte Firmen und Zulieferer. Zudem seien gute Straßen wichtig für die Wirtschaft. Allerdings räche sich nun, dass der Erhalt von Straßen jahrelang vernachlässigt wurde. Aktuelle Folgen seien Staus und Umwege. Volkmann: „Zeitverlust bedeutet für die Wirtschaft immer zusätzliche Kosten.“ Die IHK erwarte „ein koordiniertes und zeitlich abgestimmtes Baustellen-Management der Behörden“.

Minister Pegel sieht MV auf gutem Weg. Für Neu- und Ausbau wichtiger Straßen sei eigens eine Projektgruppe geschaffen worden. „Wir wollen die best- und schnellstmögliche Umsetzung der Straßen-Großprojekte erreichen.“

Frank Pubantz

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