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MV aktuell Bauverband klagt über zu wenige Aufträge vom Land
Nachrichten MV aktuell Bauverband klagt über zu wenige Aufträge vom Land
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05:00 16.03.2019
Land will sozialen Wohnungsbau fördern. Quelle: dpa
Rostock

Wer in Mecklenburg-Vorpommern bauen möchte, muss sich gedulden. Aufträge mit vier bis sechs Monate Vorlauf werden keine Probleme haben, so die Einschätzung des Bauverbands Mecklenburg-Vorpommern. Für kurzfristige Bauprojekte könnte es jedoch eng werden.

Trotz Wachstum gibt es zu wenig Ausschreibungen

Diesen Winter mussten die Bauunternehmen aus Mecklenburg-Vorpommern „nur 14 Tage Pause machen“, sagt Rainer Bauer, Präsident des Bauverbands MV. Die „Winterlücke“, in der sonst wegen Kälte nicht gearbeitet wird, konnte so ganz einfach geschlossen werden. Auch die Beschäftigtenzahl im Bauwesen steigt, so Bauer.

Dennoch beklagt der Bauverband die Lage in MV, da staatliche Ausschreibungen fehlen. Baufirmen holen etwa 40 Prozent ihrer Aufträge aus anderen Bundesländern, was laut Bauer zeigt, dass „eigentlich mehr Bauleistung verfügbar“ wäre. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es viele marode Bauten und „das Geld wird trotzdem nicht in die Infrastruktur investiert“, sagt er.

In Mecklenburg-Vorpommern blieb die Zahl der Baugenehmigungen von 2017 auf 2018 weitestgehend konstant. Die Zahl stieg leicht – von 4295 Erlaubnissen auf 4305. Besonders der Wohnungsbau soll gefördert werden. Trotzdem klagt das Bauwesen über eine geringe Auftragslage im Bundesland.

Förderung von sozialem Wohnungsbau

Dieses Jahr will MV etwa 21 Millionen Euro für den sozialen Mietwohnungsbau zur Verfügung stellen. Es werden zwei Modelle angewandt, die den Bau fördern sollen: Investoren werden mit 850 oder 700 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche unterstützt. Der Unterschied spiegelt sich dann vor allem in den Mieten wieder. Wird der Bau mit der höheren Summe gefördert, darf die Miete für die ersten 20 Jahre maximal sechs Euro pro Quadratmeter betragen. In der anderen Variante kann die Wohnung für einen Maximalpreis von 6,80 Euro angeboten werden. „Mit den zwei Förderwegen unterstützen wir ab sofort den Neubau von barrierearmen und -freien Mietwohnungen nicht nur für einkommensschwache Haushalte, sondern auch für Haushalte mit mittleren Einkommen“, sagt Christian Pegel (SPD), Landesbauminister.

Bund Deutscher Architekten verleiht Preis in MV

An der Hochschule Wismar wurden vergangenen Mittwoch Bauten aus Mecklenburg-Vorpommern ausgezeichnet. Ein Ziel der Veranstaltung ist besonders der Austausch mit studierenden Architekten. Aus den 16 eingereichten Projekten setzten sich zwei durch.

In der Kategorie Neugestaltung gewann der Plenarsaal mit Konferenzbereich im Schloss Schwerin. Als Neubau wurde die Grundschule mit Gemeinschaftseinrichtungen und Jugendwanderquartier in Dettmannsdorf ausgezeichnet.

Eigenheim mit Kindern

Für Familien gibt es seit 2018 auch Möglichkeiten, sich mit dem Baukindergeld Unterstützung für den Kauf oder Bau eines Eigenheims zu holen. Bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) kann die Förderung beantragt werden. Haushalte mit Kindern unter 18 Jahren können dann mit einer finanziellen Hilfe von insgesamt 12 000 Euro, verteilt auf zehn Jahre, rechnen.

Laut der KfW-Pressestelle wurden bisher bundesweit mehr als 65 125 Anträge, von denen 1665 aus MV sind, gestellt. „Insgesamt mehr als 117 000 Kinder profitieren“ von der Förderung, so Alia Begisheva, Pressesprecherin der KfW Bankengruppe.

Jährlich etwa 100 Beschwerden über Bauunternehmen in MV

Viele Kunden sind jedoch unzufrieden mit den Bauunternehmen. Ein Grund dafür ist laut der Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern meistens ein abweichender Preis zum Kostenvoranschlag. Oft fällt dem Auftraggeber erst beim Bezahlen die neue Summe auf. Grund dafür sind Kosten, die bei den Abweichungen vom ursprünglichen Plan entstehen.

Auch über verschobene Fertigstellungstermine wird sich oft beschwert. Die Baufirmen geben jedoch im Vertrag selten eine Frist an. „Es wird alles sehr weich formuliert und lediglich ein Quartal angegeben“, sagt Matthias Wins von der Verbraucherzentrale MV. Er empfiehlt Bauinteressenten, sich vorher von ihm und seinen Kollegen beraten zu lassen. Anzutreffen sind sie dieses Wochenende auch auf der Baumesse in Rostock, wo sie insbesondere zum Thema Energie beraten.

Auf der Eigenheim Messe in der Hansestadt können sich alle, die bauen wollen, informieren. Für Immobilienbesitzer, Bauherren, Architekten und Bauinteressierte gibt es die Möglichkeit, mit Herstellern, Firmen und Handwerkern auf der Eigenheim Messe in Kontakt zu treten. Mehr als 200 Aussteller zeigen dort ihre Produkte. Präsentiert wird in Rostock vor allem energiesparendes Bauen und Sanieren.

Bauen & Sanieren - Eigenheim in der HanseMesse Rostock.

Öffnungszeiten: Sa. und So. 10.00 –18.00

Eintritt: Erwachsene 5,00 Euro Ermäßigt 4,00 Euro Familien 13,00 Euro

Dimitri Paul und Virginie Wolfram

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