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MV aktuell Beihilfe zum Massenmord: Ehemaliger SS-Mann verhaftet
Nachrichten MV aktuell Beihilfe zum Massenmord: Ehemaliger SS-Mann verhaftet
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02:27 19.03.2014
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Neubrandenburg

Ein mutmaßlicher ehemaliger Sanitäter des NS- Vernichtungslagers Auschwitz- Birkenau ist in Neubrandenburg verhaftet worden. Der 93-Jährige soll an der Ermordung von mehr als 1700 Menschen beteiligt gewesen sein. Der Rentner sitzt seit seiner Verhaftung am Montag in Untersuchungshaft. Er streitet die Vorwürfe ab.

Laut Schweriner Staatsanwaltschaft besteht dringender Tatverdacht, dass der Mann den Lagerbetrieb und die Vernichtungsaktionen unterstützt hat. Während seiner Zeit im Konzentrationslager im September 1944 gingen acht Gefangenentransporte ein. Gleich nach der Ankunft wurden die Häftlinge auf ihre Arbeitsfähigkeit untersucht und, wenn die nicht gegeben war, in den Gaskammern getötet. 1721 Menschen wurden im September 1944 ermordet. Sie kamen aus Cadcy (Slowenien), Wien (Österreich), Westerbork (Niederlande), Lyon (Frankreich), Triest (Italien), Berlin und Kaunas (Litauen) nach Auschwitz. Im größten Vernichtungslager der Nationalsozialisten im Süden Polens wurden zwischen Juni 1940 und dem 27. Januar 1945 mindestens 1,1 Millionen Menschen ermordet. Die meisten von ihnen waren jüdischer Herkunft. 7000 SS-Männer und 200 SS-Aufseherinnen haben die Mordmaschine in Gang gehalten — unter anderem mit dem hochgiftigen Blausäuregemisch Zyklon B. Das wurde vor allem 1941 bis 1944 durch die Öffnungen der Auschwitzer Gaskammern geschüttet, auch von SS-Sanitätern.

Ende vergangenen Jahres hatte die Zentrale Ermittlungsstelle für NS-Verbrechen in Ludwigsburg (Baden-Württemberg) den Fall an die Staatsanwaltschaft Schwerin weitergeleitet. Auch auf Initiative der Nazi-Jäger vom Jerusalemer Simon-Wiesenthal-Zentrum haben die Behörden dann im November 2013 diverse Ermittlungsverfahren eingeleitet — bundesweit waren es insgesamt 20. Der jetzt verhaftete Mann aus dem Raum Neubrandenburg ist der einzige Fall in Mecklenburg-Vorpommern. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Schwerin mitteilt, war der Beschuldigte von 1940 bis Kriegsende Mitglied der Waffen-SS. Er wurde vor seiner Inhaftierung von einem Arzt untersucht und sei bei guter Gesundheit. Die Ermittlungen würden mit Hochdruck weitergeführt.



Kerstin Schröder

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