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MV aktuell Bergepanzer und Helikopter: Bundeswehr unterstützt bei Waldbrand in Lübtheen
Nachrichten MV aktuell Bergepanzer und Helikopter: Bundeswehr unterstützt bei Waldbrand in Lübtheen
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11:43 02.07.2019
Feuerwehrleute gehen über einen verqualmten Waldweg. Wegen des Waldbrandes auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern mussten Hunderte Menschen ihre Wohnungen verlassen. Quelle: Philipp Schulze/dpa
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Lübtheen

Bei der Bekämpfung des großen Waldbrandes auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern setzen die Löschkräfte nun auf massive Hilfe der Bundeswehr. Am Dienstag sollen Räum- und Bergepanzer Schneisen in das Brandgebiet schlagen und so den Feuerwehrleuten sicheren Zugang in das stark munitionsbelastete Gebiet verschaffen. Dafür schicke die Bundeswehr zehn dieser gepanzerten Fahrzeuge in die Brandzone, sagte Landrat Stefan Sternberg (SPD) in Lübtheen.

Bislang sei es darum gegangen, die am Rande des Truppenübungsplatzes gelegenen und zum Teil auch schon geräumten Dörfer vor dem Übergreifen des Feuers zu schützen. Dies sei gelungen. „Wir gehen nun von der Verteidigung auf Angriff über“, sagte Sternberg. „Alle Gemeinden, die wir evakuiert haben, sind jetzt so gesichert, dass jetzt erstmal keine Gefahr besteht, dass das Feuer übergreift.“

Löschhubschrauber verdoppelt

Die Zahl der Löschhubschrauber sei am Morgen von vier auf sechs erhöht worden. Laut Sternberg sind inzwischen rund 600 Hektar und damit ein Zehntel des gesamten früheren Übungsgeländes von dem Großfeuer betroffen, das am Sonntag ausgebrochen war.

Nach den Orten Alt Jabel, Jessenitz-Werk und Trebs wurde am Montagabend auch noch die kleine Gemeinde Volzrade geräumt. Die Orte liegen knapp 50 Kilometer südwestlich von Schwerin. Wegen drehender Winde wollte die Einsatzleitung jegliches Risiko für Menschen vermeiden. Nach Angaben eines Sprecher des Landkreises vom Vormittag sind damit rund 780 Menschen von Evakuierungen betroffen.

Zwölf Wasserwerfer der Polizei kommen zum Einsatz

Wie der Chef des Landeskommandos Mecklenburg-Vorpommern, Brigadegeneral Gerd Kropf, sagte, werden bei der Planung des Räumpanzer-Einsatzes auch Bundeswehrangehörige zurate gezogen, die auf dem 2013 stillgelegten Übungsplatz tätig waren. „Mit deren Hilfe sollen früher befahrene Wege ausfindig gemacht und dann von Buschwerk befreit werden, damit die Löschfahrzeuge dort vorankommen können“, sagte Kropp. Die Räumpanzer würden von Einheiten im mecklenburgischen Hagenow und in Havelberg in Sachsen-Anhalt gestellt.

Nach den Worten von Innenminister Lorenz Caffier (CDU) werden auch zwölf Wasserwerfer der Polizei bei der Brandbekämpfung zum Einsatz kommen, die teilweise auch aus anderen Bundesländern stammten. Zudem komme der Bund seinen Hilfszusagen nach, unter anderem bei der Bereitstellung der Hubschrauber, die je zur Hälfte von der Bundeswehr und der Bundespolizei gestellt würden. „Das zeigt, dass alle an einem Strang ziehen“, betonte der Minister. Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) wollte am Dienstag ihren Urlaub unterbrechen, um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen.

Kritik für private Drohnen

Caffier machte ebenso wie sein Kabinettskollege, Umweltminister Till Backhaus (SPD), erneut deutlich, dass mittelfristig Verbesserungen beim Brandschutz auf munitionsbelasteten Flächen notwendig sind und sie dabei in erster Linie den Bund in der Pflicht sehen. Es müssten Lösungen gefunden werden, wie man in ganz Deutschland solchen Katastrophen begegnet, technisch und personell.

Kritik gab es am Verhalten einzelner Schaulustiger, die privat Drohnen in das Katastrophengebiet geschickt hätten. Das gefährde den Einsatz der Hubschrauber sagte Caffier und machte unmissverständlich deutlich: „Der Luftraum ist für jeden privaten Flugverkehr gesperrt.“

Ein erneutes Feuer auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz in Lübtheen (Landkreis Ludwigslust-Parchim) hält die Region in Atem.

Zeugen gesucht

Laut Sternberg sind mittlerweile mehr als 2000 Einsatzkräfte an der Brandbekämpfung und Sicherung des Einsatzgebietes beteiligt, gewissermaßen im Schichtbetrieb seien jeweils 500 von ihnen aktiv im Einsatz. Große Hilfe komme auch von der Bevölkerung und heimischen Firmen, die auch bei der Versorgung der Feuerwehrleute und Bundeswehrangehörigen tatkräftig mitwirken würden, hob Sternberg hervor.

Die Polizei ermittelt im Zusammenhang mit dem Großfeuer wegen vorsätzlicher Brandstiftung.

Aktuelle Entwicklungen gibt es her im OZ-Liveticker.

RND/dpa

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