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MV aktuell Wohnungsnot: Berlin will neuen Stadtteil in MV anlegen
Nachrichten MV aktuell Wohnungsnot: Berlin will neuen Stadtteil in MV anlegen
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08:14 27.03.2019
„Seaside Berlin“ heißt ein Architekten-Projekt, das Greifswald als Teil der Lösung für das Wohnungsproblem in der Hauptstadt ansieht. Für Politiker ist so etwas keine Utopie mehr. Quelle: OZ
Rostock

 Berlin streckt seine Fühler nach MV aus: Die Bundeshauptstadt sucht Platz für einen 13. Stadtteil, ausgelöst durch den enormen Einwohnerzuwachs. Seit 2001 hat Berlin fast 300000 Menschen dazugewonnen und platzt aus allen Nähten. Um das akute Wohnungsproblem zu lösen, soll die Stadt erweitert werden. Eine Idee dabei: eine völlig neue Stadt in MV, angebunden über eine Schnellbahn. Im Nordosten lässt dies Herzen höher schlagen.

Anstoß für die Debatte über ein Wachsen Berlins bis an die Ostsee ist ein Wettbewerb des Bundes Deutscher Architekten (BDA) in Berlin. Das Büro Stadler/Prenn entwarf die Vision „Seaside Berlin“, verbunden über ein Hyperloop, eine Hochgeschwindigkeitsbahn, auf der Menschen zwischen Berlin und Greifswald im Jahre 2030 binnen zehn Minuten reisen. Greifswald wäre dann „auf bestem Weg, sich zu einem deutschen Silicon Valley zu entwickeln“, argumentiert Architekt Thomas Stadler – mit Spitzen-Uni und hochkarätiger Forschung. 200 Kilometer Entfernung wären nichts in einer „Metropolregion Berlin-Greifswald“ Vision: Arbeiten und Wohnen in der Natur, aber stets sprungbereit in Richtung Großstadt.

Eine Idee mit Charme?

„Ein interessanter Ansatz“, findet Petra Vellinga vom BDA. Der Schwerpunkt der Debatte in Berlin liege zwar auf der Ausweitung der Wohnkapazitäten in das angrenzende Brandenburg. Die Idee einer „Exklave an der Ostsee“ habe aber Charme. Medien berichten wiederholt, die Berliner Politik diskutiert.

In MV stößt die Diskussion auf großes Interesse. „Wir sind offen, denn wir haben viel Platz, um Menschen anzusiedeln, die der Großstadt überdrüssig geworden sind“, sagt Michael Sack (CDU), Landrat in Vorpommern-Greifswald. Zudem gebe es hier „genügend Raum zur Verwirklichung innovativer Ideen“. Gerade im Osten des Landes wächst derzeit das Interesse auch Berliner Familien an Wohnraum, etwa südlich des Stettiner Haffs.

Ulrich Vetter, Geschäftsführer der Förder- und Entwicklungsgesellschaft Vorpommern-Greifswald, sieht viel Potenzial und Vorteile für beide Seiten. „Wir werden eine völlig neue Dimension der Beziehung von Metropole und Umland erleben, allein aus dem Grund, dass beide ihre Probleme nicht allein werden lösen können“, so Vetter. „Ich finde die Idee gar nicht so utopisch“, sagt Stefan Sternberg (SPD), Landrat von Ludwigslust-Parchim. In seinem Kreis werde dies mit der Nähe zu Hamburg bereits gelebt. Entscheidend seien eine gute Verkehrsanbindung und Raumplanung. „Viele Städte haben noch gewaltiges Potenzial.“

 „Wir wollen nicht der 13. Bezirk Berlins werden.“

Die Landesregierung in Schwerin will selbst mehr Berliner Familien ins Land locken. „Die großen Städte wachsen. Das finden nicht alle attraktiv“, sagt Andreas Timm, Sprecher von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Auch Wohnkosten stiegen in Berlin an. Das eröffne „Chancen, dass wir Bürger für MV gewinnen können“. Timm stellt aber klar: „Wir wollen nicht der 13. Bezirk Berlins werden.“

Davon ist in der Architekten-Vision auch nicht die Rede. Wohl aber heißt es, der Nordosten könne „zu einem Magnet für kreative Köpfe aus der ganzen Welt“ mit hoher Lebensqualität werden.

Frank Pubantz

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