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MV aktuell Besser als ihr Ruf: In diesen Berufen wird in MV Nachwuchs gesucht
Nachrichten MV aktuell Besser als ihr Ruf: In diesen Berufen wird in MV Nachwuchs gesucht
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05:00 16.04.2019
Benjamin Suppan (18) - 3. Lehrjahr ist im Kurs Volt-Technik Elektromotoren bei dem Ausbilder Hartmut Krüger (54). Quelle: Frank Söllner
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Rostock

In Mecklenburg-Vorpommern müssen sich Ausbildungsbetriebe immer stärker um Azubis bemühen. Es gibt immer weniger Bewerber auf unbesetzte Lehrstellen. Vor allem der demografische Wandel sei für den fehlenden Nachwuchs verantwortlich, so Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Arbeitsagentur Nord. „Wer flexibel und regional mobil ist, der hat in Mecklenburg-Vorpommern attraktive Einstiegschancen“, sagt Magrit Haupt-Koopmann.

Im März dieses Jahres gab es noch 6624 offene Ausbildungsplätze, 4229 Schulabgänger aus MV haben noch keine Lehrstelle. In diesen Branchen wird am meisten gesucht:

Köche sind Spitzenreiter

Drei Jahre dauert die Koch-Ausbildung: monatliches Gehalt zwischen 650 und 850 Euro. In MV werden nach aktuellen Zahlen der Arbeitsagentur-Nord noch 364 Lehrlinge gesucht. Die angehenden Köche wechseln in ihrer Lehre zwischen Restaurant und Berufsschule. Ausbilder empfehlen, unbedingt einen Betrieb zu wählen, der zu den Azubis passt: In einer Küche sei Stress garantiert. Da werde neben handwerklichen Fertigkeiten Teamfähigkeit gebraucht.

Der Verkauf sucht Nachwuchs

Mehr als 356 offenen Stellen gibt es in MV für künftige Verkäufer. Wer gern den Kontakt zu Menschen suche, sei in diesem Beruf genau richtig. In den zwei Jahren Lehrzeit stünden anspruchsvolle Aufgaben, wie Kundenberatung, die Prüfung des Warenbestands, Qualitätskontrollen oder Bestellungen auf dem Plan, sagen ausgebildete Händler. Vergütet wird das mit 700 bis 800 Euro im Monat.

Durch die starke Tourismus-Branche Sind Hotelfachkräfte heiß begehrt

Adriana Kanow (17) aus dem Hotel Neptun Warnemünde will Hotelfachfrau werden. Quelle: Frank Söllner

Für angehende Hotelfachkräfte gibt es in MV noch 282 offene Lehrstellen. „Wir müssen uns gut präsentieren, um junge Leute anzusprechen“, weiß Juliane Gorski, zuständig im Rostocker Hotel Neptun für die Aus- und Weiterbildungen. Dort lernt derzeit auch Adriana Kanow, die nach drei Jahren Hotelfachfrau sein wird. In der Ausbildungszeit beträgt ihr Gehalt 700 bis 900 Euro.

Das Neptun bietet seinen Azubis eine sehr vielschichtige Lehre. Von Küche bis Empfang dürfen sie in alle Bereiche reinschnuppern. Als nächstes steht für die 17-Jährige die Rezeption auf dem Plan. „Da freue ich mich besonders drauf, weil man als Erste das Hotel präsentieren darf“, sagt sie.

KFZ-Mechatronik bleibt beliebt unter den Azubis

Der 18-jährige Benjamin Suppan (3. Lehrjahr) mit seinem Ausbilder Hartmut Krüger (54) Quelle: Frank Söllner

„Ich bin mit Motorsport aufgewachsen, deshalb wollte ich auch etwas mit Autos machen“, sagt Benjamin Suppan, der seine Ausbildungsstätte in Bergen auf Rügen hat. Für den theoretischen Teil besucht der 18-Jährige die Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern in Rostock.

Hartmut Krüger, der seit 2005 Berufsschullehrer ist, kann sich über zu wenig Schüler nicht beschweren. „Kfz ist immer beliebt“, sagt er. Trotzdem gibt es dieses Jahr 148 unbesetzte Ausbildungsstellen. Nach insgesamt dreieinhalb Jahren sei ein angehender Kfz-Mechatroniker mit der Ausbildung fertig. Bis dahin verdient er 700 bis 850 Euro monatlich.

Elektroniker, ein Beruf mit Zukunft

Lars Saeger (20) ist Elektroniker-Azubi im 3. Lehrjahr. Im Kurs KNX-Smarthome lernt er alles über die Digitalisierung des eigenen Hauses. Quelle: Frank Söllner

Lars Saeger wollte unbedingt einen Beruf mit Zukunft. Deshalb entschied er sich für die dreieinhalbjährige Lehre als Elektroniker. Gehalt: zwischen 700 und 950 Euro. Seine Ausbildungsstätte fand er durch ein dort absolviertes Praktikum. Besonders der „Mix aus Theorie und Praxis“ gefalle dem 20-Jährigen in seiner Lehre.

An der Handwerkskammer, wo Saeger zur Schule geht, könnten die Azubis zwischen drei Fachrichtungen wählen: Energie-/Gebäudetechnik, Automatisierungstechnik und Informations-/Kommunikationstechnik. In seiner Zukunft möchte er - statt für einen großen Konzern - bei einer kleinen Firma arbeiten. Momentan gibt es 141 unbesetzte Ausbildungsplätze.

Betriebe haben es schwer

Laut Jens-Uwe Hopf, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern, ist es für viele Betriebe nicht einfach Nachwuchs zu finden. Oft scheitert es an den Ausbildungsorten, die den jungen Menschen nicht zusagen. Ist eine Lehre absolviert, ist es für viele Berufseinsteiger kein Problem einen Job zu finden. „Meistens werden die Azubis von ihren Betrieben übernommen“, sagt Hopf.

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