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MV aktuell Algenteppich vor Rügen: Experten widersprechen sich
Nachrichten MV aktuell Algenteppich vor Rügen: Experten widersprechen sich
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13:25 26.07.2019
Ein Blaualgenteppich hat die Küste Rügens erreicht Quelle: privat
Sassnitz

Aufregung um Algen vor Rügen: Eine OZ-Leserin hat am Mittwoch Fotos an der Viktoriasicht am Rügener Königsstuhl aufgenommen, die eine gelb-grüne Schlierenbildung auf der Wasseroberfläche zeigt. „Es sah sehr dreckig aus. Nicht wie die Ostsee, sondern eher wie ein kleiner Tümpel. Die Algen waren überall und bedeckten das ganze Wasser. Das Ausmaß ist extrem“, sagt Inga Thomas aus Berlin. Sie hat die Aufnahmen gemacht.

Nun gibt es Spekulationen darüber, wie gefährlich die Algen sind – ob es sich um giftige Blaualgen oder harmlose Braunalgen handelt. Anfang der Woche hatte das Landwirtschaftsministerium erst vor Blaualgen-teppichen auf der zentralen Ostsee vor der schwedischen und dänischen Küste gewarnt. Bei auflandigem nördlichen bis östlichen Winden bestehe die Gefahr, dass die Algen auch die Küsten und Häfen an der deutschen Küste erreichen.

Nachdem Anfang der Woche ein großer Blaualgenteppich auf der zentralen Ostsee vor den Küsten von Dänemark und Schweden entdeckt wurde, haben Augenzeugen Algen vor Rügen fotografiert.

Einer ersten Einschätzung des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung in Warnemünde zufolge, handelt es sich bei den Schlieren, die auf der Aufnahme der OZ-Leserin am Königsstuhl zu sehen sind, um Blaualgen. „Auf jeden Fall kann ich sagen, dass das Gelbe ein Blaualgenteppich ist, der vom Wind an die Küste getrieben wurde“, schätzte Dr. Norbert Wasmund, Experte für Phytoplankton, beim Blick auf das Foto, das der OSTSEE-ZEITUNG zugespielt wurde, ein.

Mehr lesen: Algen erreichen Rügen – Menschen auf der Insel bleiben gelassen

Zu einer anderen Einschätzung kam am Donnerstagnachmittag allerdings das Nationalpark-Zentrum Königsstuhl – einen Tag, nachdem das Foto gemacht wurde. „Auf Nachfragen hier im Team und bei den Rangern, erhielt ich die Information, dass es sich um Braunalgenteppiche handelt. Nicht um Blaualgen“, sagte Sprecherin Gesine Häfer.

Derzeit gibt es bei den zuständigen Behörden keine Hinweise darauf, dass die Blaualgenteppiche Rügen erreicht haben. Wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) mitteilt, werden für den Fall, dass Blaualgenteppiche die Badestellen an der Küste erreichen, zunächst Warnhinweise von den jeweils zuständigen Gesundheitsämtern vor Ort gegeben. Bei dem jetzt betroffenen Bereich handelt es sich jedoch nicht um eine Badestelle. Die Ämter haben offenbar zum jetzigen Zeitpunkt keinerlei Hinweise auf Blaualgengefahr – weder an den Badestellen der Ostseeküste noch am Königsstuhl auf Rügen.

Kommentar zum Algenteppich vor Rügen: Aufklärung über Algen statt Panikmache

Aktuelle Satellitenbilder des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg zeigen in der zentralen Ostsee und der Arkona See erhöhte Algenvorkommen. „Insbesondere treten auch in einem Gebiet circa 15 Kilometer östlich von Rügen erhöhte Chlorophyllkonzentrationen auf“, so Sprecherin Katrin Benner. „Über die Art der Algen und die Dicke des Algenteppichs liegen uns keine Informationen vor.“

Nach Angaben von Michael Bauditz vom Deutschen Wetterdienst (DWD) herrscht aktuell ein schwacher bis mäßiger Wind aus östlicher bis nordöstlicher Richtung, was dafür spricht, dass die Algen aus der zentralen Ostsee Richtung Küste getrieben werden. Allerdings nehme ab Freitagabend der Nord-Ost-Wind zu, es kann zu frischen Winden mit teilweise starkem Wellengang kommen. In diesem Fall würden sich die Blaualgenteppiche ohnehin zerschlagen.

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