Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
MV aktuell Blumenstrauß zum Frauen-Kampftag
Nachrichten MV aktuell Blumenstrauß zum Frauen-Kampftag
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:48 08.03.2017
Alles Gute zum Weltfrauentag! Quelle: Söllner, Frank
Anzeige
Rostock

Am Weltfrauentag haben die Blumenhändler in MV Hochkonjunktur. Es sind vor allem Männer, die die Damen in ihrer Umgebung mit Rosen, Gerbera oder fertigen Frühlingssträußen beglücken wollen. „Am Frauentag werden definitiv mehr Blumen verkauft als am Muttertag“, sagt Blumenhändlerin Karina Boos aus Warnemünde. Im Westen ist der 8. März ein Tag wie jeder andere. Warum eigentlich?

In der DDR war der Weltfrauentag ein Großereignis. Im Westen hingegen spielte er kaum eine Rolle. Warum eigentlich?

Der Weltfrauentag hat seinen Ursprung in der Sozialdemokratie. Im Jahr 1911 wurde er in Deutschland, Dänemark, Österreich-Ungarn und der Schweiz erstmals als Kampftag für Frauenwahlrecht ins Leben gerufen. „Genossinnen! Arbeitende Frauen und Mädchen! Der 19. März ist euer Tag. Er gilt eurem Recht“, stand es in der sozialdemokratischen Frauenzeitschrift „Die Gleichheit“. In den Folgejahren wurde der Frauentag stets zwischen Februar und Mai angesetzt. Erst im bolschewistischen Russland etablierte sich der 8. März.

Während der nationalsozialistischen Herrschaft wurde der Frauentag verboten. Im ersten Nachkriegsjahr 1946 führte die sowjetische Besatzungszone ihn wieder ein – am 8. März. Für die DDR sei der Tag ein wichtiges Symbol gewesen, sagt Heike Trappe von der Universität Rostock. „Da die berufliche Gleichberechtigung in der DDR weit vorangeschritten war, sah sich der Staat als Vorreiter im Kampf für die Frauenrechte.“ Insbesondere in den Betrieben habe der Kampftag aber skurrile Formen angenommen. „Die Männer legten sich besonders ins Zeug und jede Frau bekam Blumen“, so die Soziologin, die selbst in der DDR aufgewachsen ist.

In der Bundesrepublik hatte der Frauentag nie diesen Stellenwert. Wegen seiner sozialistischen und kommunistischen Tradition hielt man den Tag für nicht haltbar. Teile der SPD und der Frauenbewegung feierten ihn dennoch – eher mit Forderungen und Transparenten als mit Blumen.

Heutzutage sind viele Forderungen der Frauenbewegung Realität. Die Gleichstellung sei aber nach wie vor ein wichtiges Thema, sagte Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) am Dienstag bei einer Veranstaltung der Volkssolidarität zum Internationalen Frauentag in Kühlungsborn. Das Land gehe mit Regelungen wie flexiblen Arbeitszeiten oder Strukturen voran, die es Frauen erleichtern, Führungsposten zu übernehmen. „In so vielen Positionen leisten Frauen Großartiges für die Gesellschaft und den sozialen Zusammenhalt“, würdigte Sellering ihre Leistungen.

Wie wichtig die Frauen selbst diesen Tag finden, hängt häufig von ihrem Alter ab. „Ältere Frauen haben oft positive Erinnerungen an die gemeinsamen Feiern und den Zusammenhalt“, sagt die Soziologin Trappe. Für die Jüngeren hat der Tag viel von seinem kämpferischen Ursprung verloren. Wer ihn kennt, vergleicht ihn mit dem Mutter- oder dem Herrentag „Männertag wird auf jeden Fall mehr gefeiert als der Frauentag“, bemängelt Lisa Böhm (20) aus Rostock.

Alexander Salenko und Sarah Rosinski

Alle 225 Beschäftigten der Gießerei MMG sind von der Auftragsflaute betroffen

08.03.2017

Der Landtag behandelt ab heute einige kontroverse Themen / SPD, CDU und Linke lehnen AfD-Vertreter für Geheimgremium ab

08.03.2017

.Nach zwei Kellerbränden in Wiek auf Rügen und in Neustrelitz ermittelt die Polizei wegen des Verdachts der schweren Brandstiftung.

08.03.2017