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MV aktuell Brexit-Chaos droht: Unternehmen sind extrem verunsichert
Nachrichten MV aktuell Brexit-Chaos droht: Unternehmen sind extrem verunsichert
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06:43 29.01.2019
In zwei Monaten gehen die EU und Großbritannien offiziell getrennte Wege. Quelle: dpa
Rostock

Der Countdown läuft: In genau zwei Monaten will Großbritannien die EU verlassen. Und immer noch ist nicht klar, ob es ein Austrittsabkommen oder einen harten Brexit geben wird. Viele Unternehmen in MV sind extrem verunsichert. Die Industrie- und Handelskammern (IHK) veranstalten eigene Brexit-Infoveranstaltungen. Doch auch sie können nur bedingt helfen, denn viele Fragen sind einfach offen.

Mario Rothaupt, Europaexperte bei der IHK Rostock, warnt: „Viele Unternehmer wenden sich erst an uns, wenn es schon fast zu spät ist. Langsam wird es knapp.“ Wer es noch nicht getan hat, sollte jetzt schnellstens eine europäische Zollnummer beantragen, um überhaupt weiter ins Vereinigte Königreich liefern zu können. „Sonst bleibt die Ware im Hafen.“ Firmen, die Handelsbeziehungen mit Großbritannien haben, sollten ihre Verträge prüfen, rät Rothaupt. So müsse abgesprochen werden, welche Seite künftig möglicherweise anfallende Zölle bezahlt: Empfänger oder Lieferant.

Schleswig-Holstein gründet „Task Force“ zum Brexit

Der Stralsunder Schiffbau-Zulieferer Ostseestaal mit mehreren britischen Kunden hat sich laut Sprecher Philipp Preuß so gut wie möglich auf den Brexit vorbereitet. Doch Unsicherheit bleibt: „Derzeit ist es leider wenig sinnhaft, Seminare oder Infoveranstaltungen zu diesem Thema zu besuchen, solange das britische Parlament nicht entschieden hat.“

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) hat jetzt eine „Task Force“ gegründet, die auch kleinere Unternehmen zum Brexit beraten soll. So würden Experten des Finanzministeriums steuerrechtliche Fragen beantworten. Der FDP-Bundestagsabgeordnete Hagen Reinhold aus Nordvorpommern fordert: „Die Liberalen in Schleswig-Holstein haben gezeigt, wie es richtig geht. Das ist eine Initiative, die auch CDU-Wirtschaftsminister Harry Glawe sofort für MV umsetzen muss.“ Dies sei jedoch bislang nicht geplant, sagt Andreas Timm, Sprecher der für den Außenhandel zuständigen Staatskanzlei in Schwerin. „Wir setzten auf die Zusammenarbeit mit den Akteuren in der Wirtschaft.“ So beteilige man sich an den IHK-Veranstaltungen in Schwerin und Rostock (18. und 19. Februar).

Fischerei: Fangflotte säße bei hartem Brexit auf dem Trockenen

Auch der Europa-Abgeordnete Werner Kuhn (CDU) würde sich in Schwerin mehr Engagement beim Thema Brexit wünschen: „Es wäre angebracht, sich noch mal mit den zuständigen Ministerien und den Kammern auszutauschen.“ Kuhn geht es vor allem um die Fischerei, denn falls die Briten nach einem harten Brexit ihre Gewässer für EU-Schiffe sperrten, „säße unsere Fangflotte auf dem Trockenen“, so Kuhn. Rund 2000 Schiffe aus anderen EU-Staaten fischen derzeit vor der britischen Küste. Auch ein Großteil des Herings für das Sassnitzer Eurobaltic-Fischwerk stammt daher. Laut Kuhn könnte die EU in diesem Fall mit einem Stopp der Importe für britische Fischprodukte reagieren, die sich auf immerhin 1,3 Milliarden Euro pro Jahr belaufen. „Aber ich denke, beide Seiten werden sich noch einsichtig zeigen.“

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