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MV aktuell Bequem von zu Hause: Immer mehr Menschen in MV greifen zur Briefwahl
Nachrichten MV aktuell Bequem von zu Hause: Immer mehr Menschen in MV greifen zur Briefwahl
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05:00 18.05.2019
Im Briefwahllokal Greifswald nutzt eine Frau die Briefwahl zur Stimmabgabe. Abgestimmt werden kann für die Europa- und die Kommunalwahl. Quelle: dpa-Zentralbild
Rostock

 In einer Woche ist es so weit: Jeder Wahlberechtigte in MV kann am 26. Mai seine Stimmen für die Europawahl sowie die Kommunalwahlen abgeben. Zudem werden Bürgermeister neu gewählt. Wer am Wahlsonntag allerdings verhindert ist oder sich den Weg ins Wahllokal sparen möchte, hat die Möglichkeit, vorab per Briefwahl abzustimmen. Doch aufgepasst: Wie man die nötigen Unterlagen dafür beantragen kann, ist von Kommune zu Kommune unterschiedlich.

Teilnahme an der Briefwahl steigt

„Die Briefwahl wurde bereits zur Europa- und Kommunalwahl 2014 gut angenommen, nun scheinen es immer mehr zu werden, die dieses Instrument nutzen“, sagt Landeswahlleiterin Gudrun Beneicke.

Das bestätigen auch die Verwaltungsstellen der Städte: „Wir haben bisher 25 500 Briefwahlunterlagen ausgestellt. 2014 wählten insgesamt rund 18 300 Bürger via Brief“, gibt Kerstin Kanaa, Sprecherin der Stadt Rostock, an. Auch Greifswald verkündet, jetzt schon mehr Briefwähler als vor fünf Jahren verzeichnen zu können. In Wismar sind es aktuell über 1500 ausgestellte Wahlscheine, in Stralsund mit 5115 knapp 2000 mehr als bei der vergangenen Wahl dieser Art.

„Ob alle letztendlich als Wahlbriefe an der Wahl teilnehmen, wird man sehen – die Tendenz ist aber steigend“, so die Landeswahlleiterin. Anke Böschow, Sprecherin der Stadt Stralsund, hat eine mögliche Erklärung dafür: „Es bilden sich am Wahlsonntag oft Staus vor den Wahllokalen. Durch die Teilnahme an der Briefwahl kann man diesem Problem entgehen.“

Es geht auch ohne Papierkram

Einheitlich ist, dass die Briefwahlunterlagen schriftlich mit dem entsprechenden Antragsformular gestellt werden können. Dieses befindet sich auf der Rückseite der Wahlbenachrichtigung und muss ausgefüllt und unterschrieben an die entsprechende Briefwahlstelle geschickt werden.

Möchte man einen Bogen um den Papierkram machen, kann man die Briefwahlunterlagen auch direkt im Briefwahlbüro abholen und seine Stimme gleich vor Ort abgeben. Schafft man es nicht, die Unterlagen selbst abzuholen, kann das eine schriftlich bevollmächtigte Person übernehmen. Die Bevollmächtigung ist ebenfalls im Wahlscheinantrag enthalten.

Die Wahlen in MV in Zahlen

Rund 1.370.000 Bürger sind wahlberechtigt und können ihre Stimme abgeben.

Rund 16.000 Wahlhelfer sind am Wahlsonntag im Einsatz.

16.786 Kandidaten bewerben sich um Mandate in den Kreistagen und Gemeindevertretungen.

7.876 Mandate sind in den Kreistagen und Gemeindevertretungen zu besetzen.

722 Gemeindevertretungen und 6 Kreistage werden gewählt.

4 Gemeindevertretungen werden am 26. Mai nicht neu gewählt.

1.727 Wahllokale sind am 26. Mai von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

3 Stimmen hat jeder Wähler zu den Wahlen der Kreistage und Gemeindevertretungen.

5 Kandidaten aus MV stehen für das Europa-Parlament zur Wahl.

1 Kreuz darf jeder Wähler auf dem Stimmzettel zur Europawahl setzen.

Digitale Wege der Beantragung

Die Digitalisierung ist auch in Sachen Wahlen auf dem Vormarsch: In den meisten Kommunen kann man die Briefwahl auch online beantragen. Dazu muss man lediglich die Webseite seiner Stadt öffnen. Dort findet man in aller Regel schnell zu den benötigten Links.

Noch fortschrittlicher kann man die Briefwahl in vielen Städten und Gemeinden per QR-Code beantragen, der auf den Wahlunterlagen abgedruckt ist. Mit dem Smartphone oder Tablet einfach scannen, Daten auf der sich öffnenden Seite abgleichen und bestätigen. Zusätzlich kann man meist einen Antrag via Fax oder E-Mail stellen. In welcher Kommune man welche Möglichkeiten hat, entnimmt man am besten den jeweiligen Webseiten.

Pannen gibt es immer wieder

Reibungslos läuft die Briefwahl trotzdem nicht immer ab, wie die Stimmzettelpanne in Nordwestmecklenburg zeigt. Dort wurde die Briefwahlmöglichkeit für einige Tage ausgesetzt, da auf den Wahlzetteln drei Markierungen für die Wählerkreuze fehlten. Insgesamt mussten 56 000 Wahlzettel neu gedruckt werden – die Briefwähler bekamen nochmals Post.

Im Wahlkreis Vorpommern-Greifswald stimmten zum Teil die Berufsbezeichnungen und Wohnsitze der Kandidaten nicht. Das Problem wurde gelöst, indem Erklärungszettel mit den richtigen Angaben versendet wurden.

„Ein bisschen witzig ist, dass sich auf einigen Wahlbriefumschlägen Fehler einschlichen, die glücklicherweise keine Beeinträchtigung der Wahl zur Folge haben“, sagt Beneicke. In dem Feld der Briefmarke, in der unter anderem der Wortlaut „Entgeldfrei in der Bundesrepublik Deutschland“ zu finden ist, wurde „Bundesrepublik“ teilweise mit „ck“ geschrieben.

Man sollte genug Zeit einplanen

Die Beantragung der Briefwahl ist bis zum Freitag, den 24. Mai, um 18 möglich. Im Falle einer Erkrankung kann man die Unterlagen sogar noch bis 15 Uhr am Wahltag beantragen.

In Rostock werden zur Auslieferung dieser Wahlscheine zum Beispiel vier Pkw eingesetzt, wie die Pressestelle mitteilt. Wichtig ist in jedem Fall, dass die ausgefüllten Wahlbriefe am 26. Mai bis spätestens 18 Uhr in den Briefwahlstellen eingehen. Briefkästen zum Einwurf stehen bereit.

Wer den Postweg wählt, sollte genug Zeit einplanen. Nach Beantragung der Briefwahl dauert es zwei bis drei Tage, ehe man die Unterlagen erhält. „Wer am Samstag beantragt, erhält vermutlich am Dienstag Post“, meint Beneicke. Spätestens am Donnerstag sollte der ausgefüllte Wahlschein dann abgesendet werden, rät die Landeswahlleiterin.

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