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MV aktuell Brodkorb will Ministern Inlandsflüge verbieten
Nachrichten MV aktuell Brodkorb will Ministern Inlandsflüge verbieten
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19:41 02.08.2019
Ex-Finanzminister Mathias Brodkorb (SPD) spricht sich für ein Verbot von Inlandsflügen für Minister und Abgeordnete aus. Beim Klimaschutz sollte die Politik bei sich selbst anfangen. Quelle: Cornelius Kettler
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Rostock

Beim Thema Klimaschutz sollte sich die Landesregierung zuerst an die eigene Nase fassen, bevor sie Bürger zur Kasse bittet, erklärt Mathias Brodkorb (SPD). In der aktuellen Debatte um die Einführung einer CO2-Steuer fordert er: Minister und Landtagsabgeordnete sollten für Termine keine Inlandsflüge mehr nutzen, die Landesverwaltung müsse klimaneutral werden. Einen entsprechenden Antrag wolle er in den Landtag einbringen, sagt Brodkorb, seit kurzem klimapolitischer Sprecher seiner Fraktion.

559 Dienstflüge in 2018

559-mal hoben Mitglieder und Beschäftigte der Landesregierung im Vorjahr dienstlich mit Flugzeug oder Hubschrauber ab. Das müsse nicht sein, sagt Brodkorb. „Wer nach München oder Berlin muss, kann auch die Bahn oder das Auto nehmen.“ Denn Kurzstreckenflüge gelten als besonders klimaschädlich. Mit dem Vorstoß dürfte sich der SPD-Mann nicht nur Freunde machen. CDU-Fraktionschef Vincent Kokert hält dagegen: Inlandsflüge seien sowieso die Ausnahme. „Durch ein starres Verbot würde man sich das Leben dann unnötig schwer machen."

„CO2-Steuer ist nötig“

Die CO2-Steuer sei nötig, erklärt Brodkorb. Wer mehr Umweltgift erzeugt, sollte mehr bezahlen, findet er. „Besteuert werden sollen vor allem die, die viel Energie verbrauchen“, so Brodkorb. Als Ausgleich bringt er die Abschaffung der Mehrwertsteuer ins Gespräch. Den jüngsten Vorstoß von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD), ländliche Regionen bei der CO2-Steuer zu entlasten, sehe er kritisch. Schließlich seien die Lebenskosten auf dem Lande ja auch geringer. Energieminister Christian Pegel (SPD) ist skeptisch zur CO2-Steuer; er warnt vor Mehrbelastung von Geringverdienern und „sozialen Verwerfungen“.

Frank Pubantz

Der klimapolitische Sprecher der SPD im Landtag, Mathias Brodkorb, fordert Ehrlichkeit in der Klimaschutz-Debatte. Erst sollte die Landesregierung Vorbild sein, dann Bürger zur Kasse gebeten werden. Minister sollen auf Flüge verzichten, eine CO2-Steuer könnte die Mehrwertsteuer ersetzen. Ein Interview.

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