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MV aktuell Brutaler „Crash-Kurs“: Neuer Film klärt Jugendliche in MV über Unfallfolgen auf
Nachrichten MV aktuell Brutaler „Crash-Kurs“: Neuer Film klärt Jugendliche in MV über Unfallfolgen auf
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19:00 06.11.2019
Kritzkow: Bei dem Unfall auf der B 103 bei Kritzkow war ein Mann bei einem missglückten Überholmanöver gestorben. Um junge Kraftfahrer zu mehr Vorsicht im Straßenverkehr zu bewegen, setzen Polizei und Verkehrswacht in MV auch auf die Macht der Bilder. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/
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Schwerin

In der landesweiten Verkehrserziehungsreihe „Crash-Kurs“ setzen Polizei und Verkehrswacht Mecklenburg-Vorpommerns einen neuen Film über die oft dramatischen Unfallfolgen ein. Der Acht- Minuten-Streifen wurde am Mittwoch erstmals bei einer Veranstaltung in Schwerin gezeigt, an der etwa 150 Berufsschüler teilnahmen. „Die Bilder, die gezeigt werden, sind hart, die Aussagen emotional. Der Film ist eine Art Schocktherapie und muss daher mit den Jugendlichen gut vor- und nachbereitet werden“, betonte Innenstaatssekretär Thomas Lenz (CDU) zu Beginn der „Crash-Kurs“-Veranstaltung.

Ziel dieser seit 2013 laufenden Reihe sei es, junge Leute zu mehr Vorsicht im Straßenverkehr zu bewegen. „Wir wollen nicht mehr und nicht weniger als Leben retten“, sagte Lenz und unterstrich damit die besondere Bedeutung der Präventionsarbeit. Nach seinen Angaben sind junge Kraftfahrer in Mecklenburg-Vorpommern unverhältnismäßig oft Verursacher von Verkehrsunfällen. Während der Anteil der 18- bis 24-Jährigen an der Bevölkerung rund 5 Prozent betrage, seien im Jahr 2018 fast 12 Prozent aller Unfälle auf den Straßen des Landes auf das Konto dieser Altersgruppe gegangen. Zum Vergleich nannte Lenz die 30- bis 34-Jährigen, die mit einem Anteil von sechs Prozent nur halb so oft Unfallverursacher seien.

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 Fahranfängern fehlt Erfahrung

Nach den Worten des Rostocker Polizeipräsidenten Peter Mainka sind nicht allein jugendlicher Übermut und Leichtsinn Gründe für die oft schweren Unfalle junger Leute. „Die meisten sind Fahranfänger. Ihnen fehlen Erfahrung und Routine“, konstatierte Mainka. Deshalb sei es wichtig, junge Leute zu befähigen, sich sicher und rücksichtsvoll im Verkehr zu bewegen. Dazu trügen auch regelmäßige Verkehrskontrollen und gegebenenfalls auch Hinweise der Polizei bei. Oft seien es aber nicht die Fahrer, sondern Mitinsassen, die leichtfertig gefährliche Situationen heraufbeschwören würden, sagte der Polizeichef. Allein im Jahr 2018 kamen im Nordosten laut Unfallstatistik acht junge Frauen und Männer im Straßenverkehr ums Leben, 156 wurden schwer verletzt.

Nach Jahren knapper Kassen habe die Verkehrswacht in Mecklenburg-Vorpommern nun spürbar mehr Geld für die Präventionsarbeit zur Verfügung, sagte ihr Präsident Hans-Joachim Hacker. Der Verband erhalte aus dem Strategiefonds des Landes über vier Jahre hinweg insgesamt 480 000 Euro. „Damit können wir die lange Zeit vernachlässigte Ausstattung der Jugendverkehrsschulen im Land aufbessern und neue errichten. Mit Verkehrserziehung kann man nicht früh genug beginnen“, betonte der 70 Jahre alte frühere Bundestagsabgeordnete.

Wie gefährlich sind Mecklenburg-Vorpommerns Straßen? Jeden Tag ereignen sich durchschnittlich 157 Unfälle in Mecklenburg-Vorpommern. Diese traurige Bilanz macht Hoffnungen zunichte, die durch deutlich rückläufige Unfallzahlen und weniger Verkehrstote zu Jahresbeginn entstanden waren. Wie das Innenministerium in Schwerin unter Bezugnahme auf die vorläufige Unfallstatistik bekanntgab, stieg die Zahl der Unfälle auf rund 28 600.

Jugendliche werden konfrontiert

Etwa 50 000 Euro aus dem Fonds wurden für den Film aufgewendet, der nun regelmäßig bei „Crash-Kurs“-Veranstaltungen gezeigt werden soll. Die jugendlichen Zuschauer werden dabei nicht nur mit Fotos von Unfallfahrzeugen und Unfalltoten - teilweise unter Plastiktüchern - konfrontiert. Eingeblendet werden auch Aussagen von Ersthelfern, Rettungskräften, Polizisten, Notärzten und Familienangehörigen. Dabei sind Sätze zu lesen wie: „Manchmal bin ich einfach hilflos.“ „Die Schreie verfolgen mich bis in den Schlaf.“ Oder: „Ich hatte mal drei Kinder.“

Laut Hacker gehören zu den „Crash-Kurs“-Veranstaltungen immer auch Gespräche mit Medizinern, Polizisten und teilweise auch Eltern, die ein Kind durch Unfall verloren. An den bislang 70 Veranstaltungen in sechs Jahren nahmen laut Innenministerium etwa 12 000 Jugendliche teil.

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Von dpa/RND

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