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MV aktuell Bürgermeister gegen Kurdirektor: Pikantes Duell vor Gericht
Nachrichten MV aktuell Bürgermeister gegen Kurdirektor: Pikantes Duell vor Gericht
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07:05 27.02.2015
Arbeiten heute gut zusammen, wie sie sagen, treffen sich am Donnerstag aber vor Gericht: Heringsdorfs Bürgermeister Lars Petersen (links) und Kurdirektor Thomas Heilmann.
Arbeiten heute gut zusammen, wie sie sagen, treffen sich am Donnerstag aber vor Gericht: Heringsdorfs Bürgermeister Lars Petersen (links) und Kurdirektor Thomas Heilmann. Quelle: Carolin Riemer
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Heringsdorf

Gerichtsverhandlung mit großem politischem Sprengstoff. Vor dem Kadi in Wolgast gegenüber stehen sich am Donnerstag die Inhaber der wohl wichtigsten Ämter in der Gemeinde Heringsdorf: Bürgermeister Lars Petersen (parteilos) und Kurdirektor Thomas Heilmann (CDU).

Der Vorwurf lautet Verrat von Privatgeheimnissen, die Petersen auf dienstlichem Wege bekannt wurden. Die öffentliche Verhandlung beginnt um 9 Uhr im Wolgaster Amtsgericht. Heilmann hatte Petersen bereits vor drei Jahren angezeigt. Der Bürgermeister soll im Jahr 2012 pikante Details aus dem Privatleben Heilmanns an Kommunalpolitiker des Ortes weitergeleitet haben, um dem damaligen Kontrahenten in der Gemeindevertretung zu schaden. Er soll sich dabei vertraulicher Informationen bedient haben, an die er nur wegen seiner Position gelangen konnte – so die Vorwürfe.

Das Jahr 2012 war in Heringsdorf ohnehin vom Streit zwischen Petersen und Heilmann geprägt gewesen, Heilmann flog letztlich aus dem Ortsparlament, weil er seinen Hauptwohnsitz zeitweise nicht im Seebad hatte, wie Petersen monierte.

Heute sei zwischen ihnen aber alles geklärt, versichert Heilmann: „Wir haben uns ausgesprochen, arbeiten gut zusammen.“ Er finde es aber wichtig, dass die Sache nun vor Gericht abgeschlossen werde. Und: Der Sachverhalt müsse von Amts wegen verfolgt werden, die Option, seine Anzeige zurückzuziehen, habe er nicht mehr. Petersen wollte sich als Beklagter nicht zu Details äußern. Es sei aber schade, dass man sich vor dem Kadi treffen müsse, da er das Arbeitsverhältnis nun auch als gut erachte, betonte der Verwaltungschef.



Alexander Loew