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MV aktuell CDU-Landeschef Kokert im Interview: „SPD schadet der Großen Koalition“
Nachrichten MV aktuell CDU-Landeschef Kokert im Interview: „SPD schadet der Großen Koalition“
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11:26 28.05.2019
CDU-Landeschef Vincent Kokert nimmt die SPD Maß: Ständiges Zerreden der Arbeit in der Großen Koalition in Berlin habe beide Parteien Stimmen gekostet. Quelle: CORNELIUS KETTLER
Rostock

Von 33 auf 25,4 Prozent stürzte die CDU bei der Kommunalwahl in MV ab, 34,6 auf 24,5 Prozent bei den Europawahlen. Die OZ hakte bei CDU-Landeschef Vincent Kokert nach.

OZ: Herr Kokert, die CDU hat bei Wahlen deutlich verloren. Woran lag’s?

Kokert: Wir hatten uns ein besseres Ergebnis erhofft. Das Ergebnis hat Ursachen, und diese müssen wir aufarbeiten. Unser Kommunalwahlkampf lief recht ordentlich, die sehr aufgeheizte Stimmung bei der Europawahl hat uns am Ende das Ergebnis verhagelt. Was die Europawahl angeht, stelle ich fest, dass uns insbesondere im Wahlkampf mitunter die nötige Cleverness gefehlt hat.

Worin sehen Sie Ursachen, wo fehlte die Cleverness?

Eine Ursache dürfte das schwierige Bild sein, das die Große Koalition in Berlin abgibt. Die SPD gibt sich alle Mühe, die Arbeit der Großen Koalition zu zerreden. Mit fehlender Cleverness meine ich, dass wir uns im Wahlkampf ohne Not in die Defensive haben drängen lassen. Wenn man merkt, dass so was passiert, muss man reagieren.

Sie haben weiter an Boden gegenüber der AfD im Land eingebüßt. Fällt der CDU nichts mehr ein?

Erstens stelle ich fest, dass fast alle Parteien Federn lassen mussten. Zweitens ist die AfD eine Herausforderung für alle Parteien – nicht nur für die CDU. Und mit Blick auf andere Bundesländer im Osten stelle ich fest, dass die AfD vergleichsweise schwach abgeschnitten hat. Unser Kurs in MV, die AfD als inhaltsleer und desinteressiert zu entlarven, scheint also zu funktionieren.

Die CDU verliert auch Werner Kuhn als EU-Abgeordneten. Stellenwert?

Der Verlust unseres Mitgliedes in der EVP ist ein harter Schlag – nicht nur für die CDU, fürs ganze Land. MV profitiert erheblich von der EU. Hoffen wir, dass das so bleibt.

Was bedeuten die Stimmenverluste bei den beiden Wahlen für die Schweriner Koalition? Geht es jetzt wieder zur Tagesordnung über?

Erst mal wird jede Partei für sich schauen müssen, wie sie mit dem Ergebnis umgeht. Die Arbeit in der Koalition wird sicher nicht einfacher. Ich bin aber ein optimistischer Mensch, Untergangsszenarien konnte ich noch nie etwas abgewinnen.

Vor zwei Jahren haben Sie einen Erneuerungsprozess in der Landes-CDU angekündigt. Wann wird die Partei wie neu durchstarten?

Der Prozess ist in vollem Gange – und zwar genau so, wie ich ihn skizziert habe. Erst mal müssen wir unseren politischen Kompass ausrichten, indem wir uns hinter einem Grundsatzprogramm versammeln. Die entsprechenden Vorbereitungsrunden haben stattgefunden und vor Ort für reges Interesse gesorgt. Auf dem kommenden Parteitag werden wir das Programm in Form gießen. Und dann nehmen wir die kommende Landtagswahl ins Visier.

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