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MV aktuell CDU-Politiker Amthor kritisiert AfD-Antrag
Nachrichten MV aktuell CDU-Politiker Amthor kritisiert AfD-Antrag
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00:00 27.02.2018
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Berlin

/Greifswald. Eine lebhafte Debatte hatte Philipp Amthor, der jüngste direkt gewählte CDU-Abgeordnete im Bundestag, zum Antrag der AfD schon erwartet. Dass seine Rede so eine Reaktion auslösen würde, damit hatte der 25-Jährige nicht gerechnet. „Ich freue mich aber über die Aufmerksamkeit für das Thema und auch für die Bundestagsdebatten“, sagte Amthor. Er habe seine Rede nicht so geplant, damit sie viel Aufmerksamkeit errege, sondern lediglich, um den AfD-Antrag zu kritisieren.

Philipp Amthor: jüngster, direkt gewählter CDU-Abgeordneter im Bundestag.

Die Partei verlangte einen Gesetzentwurf zum Verbot der Vollverschleierung im öffentlichen Raum. Als am Donnerstag dieser Antrag diskutiert wurde, sorgte Philipp Amthor mit seiner Rede für viel Beifall. Moderator Jan Böhmermann und SPD-Staatssekretärin Sawsan Chebli kommentieren seinen Auftritt bei Twitter. Medien berichten bundesweit, unter anderem „Welt“ und „Focus“. Amthor wird als Talent und fachlich brillant gelobt. Bei der Bundestagswahl 2017 hatte er mit 31,2 Prozent der Erststimmen im Wahlkreis 16 (Vorpommern-Greifswald, Seenplatte) gewonnen. In seiner Rede kritisierte der junge Politiker den Antrag der AfD und betitelte ihn als „Quatsch“ und „groben Unfug“. Dass die AfD zu einem Viertel aus Juristen besteht, sehe man an ihrem Antrag nicht, sagte Amthor, der in Greifswald Rechtswissenschaft studierte und nun promoviert. „Der Antrag ist mit heißer Nadel gestrickt und strotzt von falschen Behauptungen“, sagte Amthor. Nach einer Zwischenfrage des AfD-Politikers Jan Nolte antwortete er: „Hören Sie mir mal zu, dann können Sie noch was lernen über die Verfassung.“ Der Jurist unterstellte der AfD, das Gutachten des wissenschaftlichen Dienstes nicht gelesen zu haben, der den Entwurf als verfassungswidrig enttarne.

Trotzdem setzt sich auch Amthor für ein Verbot der Vollverschleierung ein. Er wolle dies jedoch verfassungskonform umsetzen. „Ein Pauschalverbot ist einfach nicht möglich“, machte er klar. Doch auch wenn sie ein gemeinsames Ziel haben, bleibe die AfD die Opposition. „Jede Partei hat ein Anrecht darauf, dass ihre Argumente sachlich diskutiert werden“, so Amthor.

Christin Tute

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