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MV aktuell CDU für Jagd auf Kormorane in MV
Nachrichten MV aktuell CDU für Jagd auf Kormorane in MV
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14:44 16.08.2019
Schwarze Jäger: Kormorane fressen viel Fisch aus Binnenseen und Ostsee. Die CDU im Landtag will die Jagdregeln deutlich verschärfen. Quelle: Klaus Haase
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Rostock

Die CDU im Schweriner Landtag will einem Hauptkonkurrenten der hiesigen Fischer zu Leibe rücken: Der Bestand der Kormorane im Land müsse dringend gesenkt werden, sagt Burkhard Lenz, Fischereiexperte der Fraktion. Lenz geht von derzeit rund 15 000 Kormoranbrutpaaren und weiteren Junggesellen aus. Vor 30 Jahren seien es nur etwa 3000 Brutpaare gewesen.

Fischer im Land klagen seit Langem über den schwarzen Wasserräuber: Der Futterbedarf der Kormorane sei „riesig“, sagte kürzlich Ulrich Paetsch, Fischerei Müritz-Plau, der OZ. Viele Binnenfischer seien daher in der Existenz bedroht. Experten schätzen: Einer der großen Wasservögel fresse rund 500 Gramm Fisch pro Tag.

Umweltministerium: in sensiblen Bereichen Einzelfälle betrachten

CDU-Mann Lenz fordert „angesichts einer dramatischen Bestandsentwicklung“ beim Kormoran eine „aktive Reduzierung“, also Jagd. Daher müsse die Kormoranverordnung MV angepackt, die Bejagung verlängert werden. Bisher ist dies örtlich begrenzt von August bis März jeweils kurz vor Sonnenauf- und kurz nach Sonnenuntergang möglich. Zudem könnte der Kormoran auch in Naturschutzgebieten, Nationalparken oder an den Schlafplätzen zum Abschuss freigegeben werden. „Der aktuelle Bestand ist immer noch über dem, was Flora und Fauna und Fischer vertragen können“, so Lenz.

Widerspruch kommt aus dem Haus von Umweltminister Till Backhaus (SPD). Abschüsse von Kormoranen in Naturschutzgebieten oder Nationalparken kämen nicht in Betracht. „Eingriffe in derart sensiblen Bereichen bedürfen nach geltender Rechtslage einer Einzelfallbeurteilung hinsichtlich ihrer Zulässigkeit“, so ein Sprecher. Dies sei etwa in der Vergangenheit im Naturschutzgebiet „Fischteiche in der Lewitz“ geschehen.

Grüne: Kormoran nicht zum Sündenbock machen

Auch die Grünen weisen den CDU-Vorschlag zum Kormoran zurück. „Von dramatischer Bestandsentwicklung kann keine Rede sein“, so Landeschefin Claudia Schulz. Der Bestand der schwarzen Vögeln sei zuletzt sogar zurückgegangen, die Ursachen für den Rückgang von Fischbeständen in Gewässern vielfältig. „Den Kormoran zum Sündenbock abzustempeln, wird das Problem nicht lösen“, so Schulz.

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Von Frank Pubantz

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