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MV aktuell Computer: Viele Schüler in MV arbeiten an „alten Gurken“
Nachrichten MV aktuell Computer: Viele Schüler in MV arbeiten an „alten Gurken“
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06:00 23.09.2019
Hilft beten? Simone Oldenburg, Bildungsexpertin der Linken im Landtag, kritisiert die schleppende Digitalisierung an Schulen in MV. Quelle: Cornelius Kettler
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Schwerin/Göhren

Den Digitalpakt Schule hat die Landesregierung vollmundig angekündigt – die Realität sieht noch anders aus. Eine Erhebung zur vorhandenen Hardware als Basis für das große Digitalisierungsprogramm von 100 Millionen Euro stammt aus dem Jahre 2015. Das geht aus einer Anfrage der Linken im Landtag hervor. Demnach müssen sich bis zu 163 Schüler einen Computer teilen. Trauriger Rekordhalter ist laut Ministerium die Regionale Schule „Tom Beyer“ in Göhren auf Rügen, wo es gerade mal einen Laptop für den Unterricht gibt. Es folgen die Grundschule Brüsewitz (Kreis Nordwestmecklenburg) mit 82 Schülern auf einen Laptop und die Grundschule Wolgast, die je 66 Schüler ein digitales Endgerät zur Verfügung hat. Linken-Bildungsexperten Simone Oldenburg spricht von „einer Uralterhebung“. Die Ausstattung der Schulen mit IT-Technik interessiere offenbar im Ministerium niemanden.

Das Ministerium verteidigt die betagte Daten-Erhebung und stellt fest: Das Alter der Geräte spiele „eine untergeordnete Rolle“, wichtiger seien ein aktuelles Betriebssystem und aktuelle Internet-Browser auf den Computern. Unfassbar findet das Oldenburg. „Das soll also heißen, dass, solange der Schüler mit einer ,alten Gurke’ im Netz surfen kann, ein Informatik- und Medienbildungsunterricht gesichert ist?“ Damit habe das Ministerium „komplett den Anschluss verloren“, so Oldenburg.

Lehrerverband: Brauchen schnelles Internet jetzt, nicht 2025

Kritik an der schleppenden Digitalisierung an Schulen in MV kommt auch vom Lehrerverband VBE. Zwar seien internetfähige Schultafeln, Tablets für Schüler oder Lern-Apps geplant, die Schulen würden mit dem Thema jedoch allein gelassen. Schnelles Internet oder Wlan fehlten an vielen Orten. Wenn das Land sage, bis 2025 sollen alle Schulen schnelles Internet haben, dann sei das zu spät. „Wir brauchen das jetzt“, sagt VBE-Landesvorsitzender Michael Blanck.

Langsame Internet-Verbindungen gibt es immer bei einem Großteil der Schulen in MV. Nur 91 von landesweit 501 abgefragten Schulen haben laut Ministerium eine Übertragungsrate von über 50 Mbit pro Sekunde, 116 zwischen über 16 bis 50 Mbit. Das Gros, 289 Schulen, muss mit Leitungen von bis zu 16 Mbit arbeiten. Fünf Schulen machten keine Angaben. Mit dieser Grundlage könne an vielen Schulen das neu eingeführte Fach Informatik und Medienbildung nicht regulär umgesetzt werden, so Oldenburg.

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Von fp/dpa

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